FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-WM 2019™

Immer wieder: Australien gegen Brasilien

Marta of Brazil chases Caitlin Foord of Australia
© Getty Images
  • Zum vierten Mal in Folge treffen Australien und Brasilien bei der FIFA Frauen-WM aufeinander
  • Statistisch führte lange Brasilien, doch zuletzt holte Australien auf
  • FIFA.com beleuchtet Historie und Protagonistinnen des stets unterhaltsamen Duells

Von Pete Smith, Teamreporter Australien und Giancarlo Giampietro, Teamreporter Brasilien

Die Geschichte des Frauenfussballs ist voller Rivalitäten: USA und Kanada, Schweden und Norwegen, VR China und DVR Korea etwa. Im Schatten dieser Nachbarschaftsduelle hat sich allerdings auch eine ganz unwahrscheinliche Rivalität entwickelt: die zwischen Australien und Brasilien. Deren jüngstes Kapitel wird am Donnerstag geschrieben, und schon der Prolog steckt voller Historie und Anekdoten.

Denn zum einen ist das Spiel in Montpellier sage und schreibe das vierte Aufeinandertreffen bei FIFA Frauen-Weltmeisterschaften™ in Folge. Und zum anderen wäre da noch das jüngste Olympische Fussballturnier der Frauen in Rio de Janeiro, bei dem das Estadio Mineirao Zeuge eines nervenaufreibenden Elfmeterschießens wurde und lange bangen musste, bis die Hausherrinnen gewonnen hatten.

Seitdem hat Australien jedoch die Nase vorn. Die letzten vier Aufeinandertreffen gewannen die Matildas und erzielten dabei beeindruckende 14 Tore. Aber Brasilien beendete zuletzt eine Negativserie durch ein 3:0 gegen Jamaika und Australien verlor unglücklich mit 1:2 gegen Italien. Prognosen gestalten sich da schwierig.

Außer gegen die USA und Neuseeland hat Australien gegen keine Mannschaft außerhalb Asiens so oft gespielt wie gegen Brasilien. Die Rivalität reicht zurück bis 1988.

Australien gegen Brasilien
Zahl der Spiele: 18
Siege Australien: 9
Unentschieden: 1
Siege Brasilien: 8
Höchster Sieg Australien: 6:1
Höchster Sieg Brasilien: 3:0

FIFA.com wirft einen Blick zurück auf die drei letzten WM-Aufeinandertreffen und spricht mit einigen Spielerinnen, die noch mit dabei sind.

2007: Brasilien – Australien 3:2 (Viertelfinale in Tianjin)

Eine glänzend aufgelegte Marta führte Brasilien zu einem 3:2-Sieg und damit in die Vorschlussrunde gegen die USA, was von vielen als vorweggenommenes Finale betrachtet wurde. Doch gewissermaßen als Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte, waren auch die Australierinnen im Viertelfinale schon eine harte Nuss. In ihrem ersten K.-o.-Rundenspiel überhaupt glichen die Matildas zwei Mal aus. Ein Tor machte dabei Lisa De Vanna auf ihre typisch dynamische Weise. Sie ist als einzige australische Akteurin von damals noch dabei. Auf brasilianischer Seite sind noch fünf Spielerinnen im Kader, die schon vor zwölf Jahren mit von der Partie waren, darunter die drei Torschützinnen Marta, Cristiane und Formiga.

"Keine Frage: Es gibt eine Rivalität mit Australien, und das wissen auch alle. Unsere Spiele gegen Australien waren immer sehr umkämpft und ausgeglichen, da wurde kein Ball verloren gegeben. Das wird diesmal nicht anders sein."
Cristiane, Stürmerin Brasilien

2011: Brasilien – Australien 1:0 (Gruppenspiel in Mönchengladbach)

Das erste Spiel der beiden Mannschaften bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011™ war eine ausgesprochen knappe Angelegenheit, die letztlich durch eine einzige gelungene Aktion von Rosana vor dem gegnerischen Tor entschieden wurde. Die Begegnung war die Geburtsstunde einer neuen Generation von Matildas, von denen heute sieben noch dabei sind. Die Partie war auch das Privatduell von Marta gegen die damals erst 16-jährige Innenverteidigerin Caitlin Foord. Es endete unentschieden. Auch deshalb wurde der australische Teenager am Ende zur besten jungen Spielerin des Turniers gewählt.

"Gegen Brasilien spiele ich mit am liebsten. Das sind offene Spiele, schnelle Spiele, attraktive Spiele. Da sieht man gern zu."
Elise Kellond-Knight, Mittelfeldspielerin Australien

2015: Australien – Brasilien 1:0 (Achtelfinale in Moncton)

Die aktuelle Serie nahm ihren Anfang bei Wind und Regen in diesem Wettbewerb. Die Australierinnen strapazierten dabei phasenweise ihr Glück. Lydia Williams' Glanzparade ist vielen noch heute in Erinnerung. Es war ein Spiel, das hin und her wogte. Kyah Simon war letztlich der Siegtreffer vorbehalten. Für Australien war es der erste Sieg in der K.-o.-Phase einer Frauen-Weltmeisterschaft und das vielleicht beste Spiel im Turnier.

"Wir wissen, wie Australien bevorzugt agiert. Es wird darauf ankommen, die Aktionen zu unterbinden, aus denen heraus Australien Torgefahr entwickelt. Wir dürfen uns allerdings nicht von Revanchegelüsten hinreißen lassen. 2015 sind wir gegen Australien ausgeschieden. Das war uns eine Lektion. Jetzt müssen wir beweisen, dass wir etwas gelernt haben, und es besser machen."
Formiga, Mittelfeldspielerin Brasilien

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