FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

FIFA Frauen-WM 2019™

Höhere Geschwindigkeit und Intensität bei Frauen-WM 2019 gemäß physischer Analyse

  • Veröffentlichung der physischen Analyse der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™
  • Deutlicher Anstieg der Anforderungen von der WM 2015 zur WM 2019
  • In Zone 5 gab es von der Gruppenphase bis zu den K.o.-Runden mehr Läufe in hohem Tempo, wobei England und die USA unter den Halbfinalisten führend waren

Spannende Spiele, volle Stadien und über eine Milliarde TV-Zuschauer – die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019™ war ein Meilenstein in der Entwicklung des Frauenfussballs. Sie hat nicht nur im technischen, taktischen und wirtschaftlichen Bereich neue Maßstäbe gesetzt, sondern auch bezüglich der körperlichen Anforderungen des Fussballs.

Angesichts der Bedeutung der Physis als Erfolgsfaktor bei Fussballspielen hat die FIFA in Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern Dr. Paul Bradley, Spezialist für sportliche Leistungen an der John Moores University in Liverpool und Berater für den FC Barcelona, ​​und Dawn Scott, Hochleistungstrainerin für die US-amerikanische Frauen-Nationalmannschaft von 2010 bis 2019 und jetzt Senior Women's Physical Performance Manager für die englische Frauen-Nationalmannschaft, die physische Analyse der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ erarbeitet.

Die gesammelten Daten zeigen, dass die körperlichen Anforderungen im Frauenfussball in den letzten Jahren angestiegen sind und es deshalb systematische Trainingsmodelle und -programme braucht, um die körperliche Verfassung der Spielerinnen weltweit zu verbessern und letztlich das Niveau im Frauenfussball weiter zu steigern.

"Ein detaillierter Überblick über die körperlichen Anforderungen im Spitzenfrauenfussball würde den Nationen erlauben, sich untereinander zu vergleichen. Zudem könnte ein Trainer sein Konditionstraining so konzipieren, dass seine Spielerinnen ihre Leistung optimal abrufen und gleichzeitig ihr Verletzungsrisiko reduzieren können", sagt Paul Bradley zur Bedeutung wissenschaftlicher Forschung in diesem Bereich für die Entwicklung des Frauenfussballs.

Bei der WM 2019 wurden 552 Spielerinnen aus 24 Ländern erfasst, deren Bewegungen in folgende, gemäß Fachliteratur auf den Frauenfussball abgestimmte Geschwindigkeitsbereiche unterteilt wurden: Zone 1 (0–7 km/h), Zone 2 (7–13 km/h), Zone 3 (13–19 km/h), Zone 4 (19–23 km/h) und Zone 5 (> 23 km/h).

"Die größte Überraschung war die riesige Veränderung bei den Anforderungen zwischen der WM 2015 in Kanada und der WM 2019 in Frankreich, insbesondere, wenn man bedenkt, dass sich diese zwischen 2011 und 2015 kaum verändert hatten", erklärt Bradley.

"Als wir feststellten, dass das Laufpensum von der WM 2015 zur WM 2019 auf diversen Positionen um rund 16 bis 32 % angestiegen war, bestand kein Zweifel mehr an der Weiterentwicklung des Frauenfussballs. Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass der Kontext bei der Interpretation der körperlichen Anforderungen im Frauenfussball entscheidend ist. So variierten die Anforderungen an eine Spielerin aufgrund der Spielumstände (z. B. Stärke des Gegners, Spielstand, Taktik oder Formation) von Spiel zu Spiel stark."

Interessante Zahlen und Fakten

  • Während sich die durchschnittlich zurückgelegte Gesamtdistanz 2015 und 2019 in einem vergleichbaren Rahmen bewegte, liefen die Teams 2019 im Schnitt pro Spiel leicht kürzere Strecken in niedrigerem Tempo (< 13 km/h), dafür aber 5 %, 15 % bzw. 29 % mehr in den Zonen 3, 4 bzw. 5.
  • 2019 absolvierten die Teams in der K.-o.-Phase weitere Distanzen und mehr Läufe in Zone 5 als in der Gruppenphase. Dies zeigt, dass Tempo und Intensität der Partien in der zweiten Hälfte des Turniers, in der die stärkeren Teams direkt aufeinandertrafen, zunahmen und die Spielerinnen vor allem in den oberen Geschwindigkeitsbereichen mehr leisten mussten, um ihren Teams zum Erfolg zu verhelfen.
  • Die größte durchschnittliche Distanz im Bereich > 19 km/h der vier Halbfinalisten 2019 verzeichnete England (6975 m) – knapp vor den USA (6795 m) –, das sich diesbezüglich gegenüber 2015 auch am deutlichsten steigerte (+1023 m/+17 %).
  • Im Vergleich zur WM 2015 legten die Spielerinnen bei der WM 2019 auf allen Positionen durchschnittlich eine leicht größere Gesamtdistanz zurück.
  • Insgesamt wurden 2019 in den Zonen 3 bis 5 mehr Läufe absolviert als 2015. Gegenüber 2015 stieg die in Zone 5 zurückgelegte Distanz 2019 bei den Feldspielerinnen auf allen Positionen an (um 18,6–47,3 %), am deutlichsten bei den äußeren Mittelfeldspielerinnen.

Dawn Scott erklärt: "Beim Vergleich der Daten von 2015 und 2019 zeigte sich bei den in hohem Tempo absolvierten Distanzen ein allgemeiner Anstieg, wobei sich die Teams in diesem Bereich auch annäherten. Dies bedeutet, dass manche der schwächeren Teams 2019 ein deutlich höheres Laufpensum bei hohem Tempo absolvierten als 2015, was für eine verbesserte Fitness sprechen könnte."

Der Bericht liefert einen ausgezeichneten Überblick darüber, wo die führenden Frauennationalteams physisch stehen und wie sie mit den Anforderungen des Spiels Schritt halten. Ein besseres Verständnis dieser Anforderungen ist jedoch eine zwingende Voraussetzung, um eine systematische Spielvorbereitung entwickeln zu können, die spezifisch auf die physischen Belastungen der Spielerinnen im Verlauf einer Partie ausgerichtet sind. In Verbindung mit der technischen, taktischen und psychologischen Vorbereitung der Spielerinnen kann eine spezialisierte physische Vorbereitung im Spitzenfussball zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden.

"Um das Maximum aus den Spielerinnen herauszuholen und zugleich das Verletzungsrisiko gering zu halten, braucht es ein Team, das sich in der Vorbereitung allein auf medizinische und physische Aspekte konzentriert", so Scott weiter. "Ein entscheidender Faktor ist die Sensibilisierung der Spielerinnen, insbesondere für die körperlichen Anforderungen ihrer Position auf dem Feld sowie dafür, was es für eine optimale Leistung auf dieser Position braucht."

Einige der wichtigsten Erkenntnisse finden Sie HIER.

Den vollständigem Bericht finden Sie HIER.

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