FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Happy End beim Weltmeister – Trauer beim Gastgeber

Christine Sinclair and Ashley Lawrence of Canada
© Getty Images

TAGESRÜCKBLICK – Der erste Sommersamstag in Kanada lud zu einem Ausflug ins Grüne ein, doch das Programm der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015 war ebenfalls verlockend.

Die Partie zwischen Australien und Japan erinnerte an ein Ränkespiel, eine asiatische Co-Produktion mit einem soliden Drehbuch, bei dem sich die Handlung langsam zuspitzt und man den Ausgang erahnt, jedoch bis zum Schluss nicht weiß, welche Überraschung sich der Regisseur noch ausgedacht hat. Erst ein Tor in letzter Minute sorgte für ein Happy End auf Seiten des amtierenden Weltmeisters.

Das zweite Spiel des Tages kam dann einem Action-Film gleich, in dem Kanada und England die Hauptrollen spielten. Hier gab es von Beginn an Spannung pur, viel Kampfgetümmel und Leidenschaft. Doch so sehr die Lokalmatadorinnen sich auch mühten, am Ende hatten die englischen Verteidigerinnen die Nase vorn und machten den kanadischen Traum zunichte.

Japan und England stehen sich nun am 1. Juli, dem Nationalfeiertag Kanadas, im Commonwealth Stadium in Edmonton gegenüber und kämpfen um den Einzug ins Finale. Wer wird wohl am Ende mit dem "Oskar" prämiert werden?

*Die Ergebnisse *
Viertelfinale
Australien – Japan 0:1
England – Kanada 2:1

*Das Tor des Tages *
*England – Kanada 2:1, Christine Sinclair (42.) *
Sinclair holte sich einen Ball, den die englische Torfrau nur abklatschen konnte, und gab dem Heimteam noch einmal Hoffnung. Es war eigentlich kein besonders schöner Schuss, aber er war schon etwas Besonderes und löste große Gefühle aus. Allerdings war der Treffer am Ende reine Makulatur und diente lediglich dazu, einen Kreis zu schließen. Die kanadische Spielführerin geht nun als erste und letzte Torschützin Kanadas in die Statistik des Turniers auf heimischem Boden ein.

*Besondere Momente *
Heiße Rhythmen *
Die Hitze war mörderisch an diesem Nachmittag in Edmonton. Die australischen Spielerinnen spürten dies bereits beim Aufwärmen und suchten Schutz in den Schatten, die die zentralen Lautsprecher des Commonwealth Stadiums auf den Rasen warfen. Zufällig erschallte daraus gerade *Thunderstruck
von der berühmten australischen Rockband AC/DC. Die heimischen Musiker brachten den Matildas jedoch kein Glück, denn sie wurden am Ende von Japan in den Schatten gestellt.

*Trainerschmiede Wales *
Die Trainer der beiden Teams, die sich heute auf dem Rasen des BC Place gegenüberstanden, hatten mehr gemein als den Wunsch, ihre beiden Teams mit ihrem Know-how ins Halbfinale zu katapultieren. Der Trainer Englands, Mark Sampson, und der Coach Kanadas, John Herdman, erwarben ihre Trainerlizenz nämlich im selben vom walisischen Fussballverband organisierten Lehrgang. Der Trainerlehrgang genießt einen hervorragenden Ruf und kürzlich haben sich auch große Stars wie Thierry Henry, Patrick Vieira, David Ginola oder Sol Campbell dazu angemeldet.

Joker stechen
Manchmal kommen Ersatzspielerinnen doch noch in den Genuss einer Hauptrolle. Dies war heute zum Beispiel bei Mana Iwabuchi der Fall, die zunächst auf der Bank Platz nehmen musste und erst in der 72. Minute ins Spiel kam. Ihr blieb allerdings noch genügend Zeit, um in der 87. Minute den Siegtreffer für Japan zu erzielen und die Nadeshiko ins Halbfinale des Turniers zu katapultieren.

Auch Siobhan Chamberlain, die für die englische Stammtorhüterin Karen Bardsley eingewechselt wurde, nachdem diese sich während der Partie am Auge verletzt hatte, wusste zu glänzen. Die Debütantin erwies sich als ausgesprochen nervenstark, ordnete ihre Abwehr gekonnt und hielt den Angriff des Heimteams im Zaum. Sie hatte nicht unerheblichen Anteil daran, dass England zur Überraschungsmannschaft des Turniers avancierte.

Die Zahl des Tages*
1 –
* Nach dem Ausscheiden von Gastgeber Kanada bleiben die USA die einzige Mannschaft, die bei einer Heim-WM das Halbfinale erreichen konnte. Dies gelang den Amerikanerinnen gleich zwei Mal, nämlich 1999, als das Team am Ende Weltmeister wurde, sowie 2003. Die USA sind außerdem das einzige Team, das bei allen sechs Turnierauflagen im Halbfinale stand.

Das Zitat *
"Wir wollen nicht nur gegen die Besten mithalten, sondern die Besten schlagen. Wir wissen, dass wir uns noch weiterentwickeln müssen. Die meisten unserer Spielerinnen sind jung, und es ist ein herzzerreißender Moment für sie. Aber manchmal lernt man aus diesen Erfahrungen."

Alen Stajcic (Trainer, Australien)* **

*So geht es weiter *
*Dienstag, 30. Juni *
USA – Deutschland (Olympic Stadium, Montreal, 19:00 Uhr)

(Alle Anstoßzeiten in Ortszeit)

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