FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 ™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 ™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007™

Gulbrandsens Abschied zwingt Norwegen zum Nachdenken

Auch wenn ihr schneller, spektakulärer Spielstil der norwegischen Nationalmannschaft bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 viele neue Fans eingebracht hat und das Team mit der FIFA Fairplay-Trophäe im Gepäck nach Hause zurückkehrt, hatten Bjarne Berntsen und seine Spielerinnen sich doch einiges mehr von diesem Turnier versprochen.

Schließlich hatten die Norwegerinnen nach dem Gruppensieg und dem Sieg gegen die Gastgeberinnen im Viertelfinale schon vom Titel geträumt, den sie 1995 schon einmal erobert hatten - bis klare Niederlagen gegen Deutschland und die USA das Team wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholten. Doch nachdem die Elf sich mit ihrem Abschneiden bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 immerhin einen Platz beim nächsten Olympischen Fussballturnier der Frauen gesichert hat, kann Coach Berntsen sofort daran gehen, seine Mannschaft für Peking 2008 aufzubauen - eine Aufgabe, bei der er einiges zu tun bekommen dürfte.

"Ich glaube, dass dies ein sehr gutes Turnier war, in dem die besten Mannschaften auf wirklich hohem Niveau gespielt haben", so Berntsen. "Aber im Verlauf des Turniers ist auch deutlich geworden, dass man nicht mehr mit den Weltklasse-Teams mithalten kann, wenn die Spielerinnen nicht auch in athletischer Hinsicht Weltklasse sind. Wir müssen physisch sehr viel stärker werden. Wir können hervorragenden Fussball spielen, so lange wir konditionell voll auf der Höhe sind, aber jeder hat gesehen, welche Schwierigkeiten wir in den Begegnungen gegen andere Spitzenmannschaften hatten.

Vor allem im Spiel gegen die USA wurde deutlich, dass die Spielerinnen physisch sehr viel stärker waren als mein Team. Auf uns wartet jetzt viel Arbeit, damit wir auch weiterhin in großen Turnieren ganz nach vorne kommen können. Außerdem ist eine bessere Physis gerade im Hinblick auf die Olympischen Spiele immens wichtig, denn bei diesem Turnier hat man nur zwei Ruhetage zwischen den Spielen."

Ragnhilds Rückkehr in die Wildnis
Auch wenn Berntsen glaubt, mit seinen Ausführungen sowohl eine Erklärung als auch eine potenzielle Heilmethode für das unbefriedigende Abschneiden der Norwegerinnen bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 gefunden zu haben, so weicht die Meinung einiger Spielerinnen deutlich von der des Trainers ab. So äußerte sich die elegante Mittelfeldstrategin Ingvild Stensland folgendermaßen: "Ich glaube nicht, dass wir mehr an unserer Physis arbeiten müssen. Stattdessen sollten wir uns eher im Spiel mit dem Ball verbessern, und zwar sowohl technisch als auch taktisch. Wir haben zu viele Ballverluste erlitten und darum so deutliche Niederlagen bezogen."

Auch Solveig Gulbrandsen sah dies ähnlich und äußerte die Vermutung, dass Berntsens Fokussierung auf die physischen Mängel ihm den Blick auf den Gesamtzusammenhang verstellt haben könnte. "Dies war nur ein kleiner Teil des Problems; dabei gab es technisch und taktisch noch viele andere Schwächen. Wir müssen viel offensiver spielen."

Die Spielmacherin machte keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung über die mäßige Leistung der norwegischen Elf bei der ernüchternden 1:4-Niederlage gegen die USA und beschrieb das Spiel mit den Worten "peinlich" und "das Letzte". Die Stimmung bei den Skandinavierinnen ging übrigens noch weiter in den Keller, als die andere Gulbrandsen im Team, die Gewinnerin des Bronzenen Schuhs von adidas, Ragnhild, bekannt gab, ihre Länderspielkarriere an den Nagel hängen zu wollen, weil sie den schweren Anforderungen großer internationaler Turniere nicht mehr gewachsen sei. "Ich habe einfach zu viele Probleme mit meinen Knien", erzählte sie FIFA.com nach der Niederlage am Sonntag. "Dieses Turnier war noch einmal eine tolle Erfahrung. Aber es ist das Beste, Schluss zu machen, so lange man diese Entscheidung noch selbst treffen kann."

Aber auch wenn er dadurch in Zukunft auf seine zuverlässigste Torjägerin verzichten muss, zeigt sich Berntsen davon überzeugt, dass Norwegen mit berechtigtem Optimismus in die Zukunft blicken kann: "Wir haben das Ziel, bei jedem Turnier um die Medaillen mitzuspielen. Dass wir das können, haben wir auch hier in China wieder bewiesen. Wir sind für die Olympischen Spiele qualifiziert, wir haben phasenweise sehr guten Fussball geboten und ich denke, die Spielerinnen können stolz auf sich sein. Natürlich wartet einiges an Arbeit auf uns, aber wir dürfen mit Optimismus in die Zukunft blicken."

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