FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Gastgeber und Titelverteidiger wollen weiterfeiern

VANCOUVER, BC - JUNE 21:  Canada line up against Switzerland ahead of the FIFA Women's World Cup 2015 Round of 16 match between Canada and Switzerland at BC Place Stadium on June 21, 2015 in Vancouver, Canada.  (Photo by Matthew Lewis - FIFA/FIFA via Get
© Getty Images

Am zweiten und letzten Tag des Viertelfinales bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015™ wollen die Gastgeberinnen dafür sorgen, dass die Feierstimmung im ganzen Land weitergeht. Außerdem will Titelverteidiger Japan alles daran setzen, den Traum vom erneuten Cup-Gewinn nicht begraben zu müssen. England und Australien dahingegen werden den beiden Teams aber sicherlich nicht nur als Sparringspartner dienen und um jeden Ball kämpfen.

Das Spiel des Tages
*England -Kanada, Vancouver, 16:30 Uhr (Ortszeit)
*

Mit der großen Anzahl an Fans im Rücken wollen die Kanadierinnen unbedingt dafür sorgen, dass der Titel im eigenen Land weiter möglich wäre. Das BC Place Stadium ist dafür der perfekte Ort. Einen Großteil der WM-Vorbereitung verbrachten die Canucks in Vancouver und fühlen sich hier absolut wohl. Das hat man auch in der letzten Runde gegen die Schweiz gesehen. Angetrieben von über 55.000 Zuschauern – Rekordzahl an Unterstützern die jemals sowohl ein kanadisches Frauen- als auch Männerfussballteam hinter sich hatte - boten die Gastgeberinnen eine starke Leistung und zogen ins Viertelfinale ein. Das Spiel Kanadas ist auf eine Defensive Grundordnung aufgebaut. Hier können sie sich vor allem auf die erst 19-Jährige Kadeisha Buchanan verlassen. Ihr gutes Stellungs- und Verteidigungspiel ist einer der Hauptgründe, warum die Elf von John Herdman erst ein Gegentor kassiert hat. Demgegenüber stehen jedoch in den bisherigen vier Partien nur drei erzielte Treffer.

Englands Torhüterin Karen Bardsley musste bisher in jedem Spiel genau einmal hinter sich greifen. Die Three Lionesses beeindruckten vor allem mit einer gefestigten Psyche. Weder die Auftaktniederlage gegen Frankreich noch der Rückstand in der letzten Runde gegen Norwegen konnte die Spielerinnen von Coach Mark Sampson aus der Bahn werfen. Die größte Herausforderung für die Nordeuropäerinnen könnte jedoch die Atmosphäre im Stadion sein, wenn das weite Rund in Vancouver sein Team zum Erfolg schreien wird. England (6.) ist jedoch der erste Gegner in diesem Turnier, der in der FIFA/Coca-Cola-Frauenweltrangliste vor Kanada (8.) steht

Das anderen Spiel
Japan marschierte bisher relativ unspektakulär aber auch ungefährdet durch das Turnier. Jedes der bisherigen vier Spiele wurde gewonnen, und zwar jeweils mit einem Tor unterschied. Wie vor vier Jahren besticht das Team von Trainer Norio Sasaki durch seine Kompaktheit und ein ballsicheres Spiel. Einzig die Chancenauswertung wäre Grund zur Kritik, weswegen es auch nur knappe Erfolge zu feiern gab.

Australien ist vielleicht die größte Überraschung in der Runde der letzten Acht. Dank eines Sieges gegen Brasilien, um die ehemalige FIFA-Weltfussballerin Marta, geht die Reise in Nordamerika weiter. Es war das erste KO-Spiel, das eine australische Mannschaft bei einer WM oder Frauen-WM jemals gewonnen hat. Auf dieser Erfolgswelle wollen die Matildas natürlich weiter surfen und nun auch gegen die Nadeshiko triumphieren. In der letzten Runde haben sie gezeigt, dass ihnen große Namen keine Angst einflößen. Außerdem kennen sie ihre Gegnerinnen sehr gut, da sie sich in der AFC-Konföderation schon des Öfteren begegnet sind.

Die Spielerin im Fokus
Kyah Simon kam zwar im Achtelfinale nur von der Bank, war letztendlich aber die entscheidende Spielerin. Sie konnte den Abpraller nach einem Schuss von Lisa de Vanna zum Siegtor einnetzen und sorgte so für völlige Ekstase beim Team von Down Under. Es war bereits ihr dritter Treffer im laufenden Wettbewerb, womit sie die beste Torschützin ihrer Mannschaft ist. Die Japanerinnen sollten neben ihr aber auch ein Auge auf Spielführerin De Vanna werfen, die die übrigen beiden Tore Austaliens in Kanada erzielt hat.

Die Zahl des Tages*
23 – *
So viele Spielerinnen durfte jeder Trainer vor WM-Beginn für seinen Kader nominieren und genau so viele Spielerinnen hat Japans Coach in Kanada bisher eingesetzt. Jede seiner Akteurinnen durfte sich schon über einen Einsatz freuen und WM-Luft schnuppern. In der Gruppenphase stellte er immer eine andere Torhüterin zwischen die Pfosten und rotierte auch sonst fleißig. Keine andere Mannschaft bei der diesjährigen Frauen-WM hat seinen Kader bisher so ausgeschöpft wie der Weltmeister von 2011.

Das Zitat
"Sie [die Spielerinnen, Anm. D. Red.] sollen keinen Spaß haben. Wenn man den Mount Everest besteigt, tut das weh und schmerzt. Wir sind jetzt in der Todeszone wo der Sauerstoff dünner wird. Hier soll es keinen Spaß machen. Wenn wir jedoch irgendwann zurückblicken werden, dann können wir darüber nachdenken und sagen 'Wow, wir haben großartiges erreicht und viel für unser Land geleistet.'" - John Herdman (Kanada, Trainer) auf die Frage, ob seine Spielerinnen bei der WM Spaß haben.

Der Spielplan*
Viertelfinale
Samstag, 27. Juni *
England – Kanada (BC Place Stadium, Vancouver, 16:30 Uhr)
Australien – Japan (Commonwealth Stadium, Edmonton, 14:00 Uhr)

* (Alle Angaben in Ortszeit)*

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