FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-WM 2019™

LeBlanc: "Die Französinnen können gut mit dem Druck umgehen"

Karina LeBlanc of Canada celebrates her teams win over Switzerland
© Getty Images
  • Karina LeBlanc gehörte zum Kader Kanadas als Gastgeber der FIFA Frauen-WM 2015
  • Die FIFA-Legende sieht das gastgebende Team unter besonderem Druck
  • Sie hofft, dass ihre Freundin Christine Sinclair in Frankreich den Allzeit-Torrekord bricht

Juni 2015 – Es läuft das Eröffnungsspiel der FIFA Frauen-WM 2015™. Mehr als 53.000 Zuschauer sind ins Commonwealth Stadium in Edmonton gekommen, um Gastgeber Kanada zu unterstützen.

Karina LeBlanc, die heute zum Kader der FIFA-Legenden gehört, stand bei der Heim-WM im kanadischen Team, das es bis ins Viertelfinale schaffte. Das Eröffnungsspiel gegen die VR China ist ihr noch ganz besonders lebhaft in Erinnerung.

"Bei einer Heim-WM sind die eigenen Fans und ihre Unterstützung für das Team der wichtigste Faktor", sagte die frühere Torhüterin im Rahmen der Etappe der Trophy Tour zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in Toronto. "Bei der WM hier in Kanada hat es uns jedes Mal vom Hocker gehauen, wenn wir zu den Spielen gefahren sind und ein regelrechtes Meer rot gekleideter Fans gesehen haben. Es waren keineswegs nur Frauen sondern auch viele Männer im kanadischen Trikot unterwegs. Ich weiß noch, wie aufgeregt wir waren. Man wartet das ganze Leben auf diesen Moment – und dann ist er endlich da! Ich erinnere mich noch an das voll gepackte Stadion. Man bereitet sich optimal vor und denkt stets daran, dass die ganze Welt zuschaut und dass man das tut, was man am meisten liebt. Das ist etwas ganz Besonderes."

In Frankreich werden die Emotionen ganz ähnlich sein, wenn das Team in etwas mehr als einem Monat in Paris das Eröffnungsspiel gegen die Republik Korea bestreitet. Frankreichs Nationaltrainerin Corinne Diacre hat ihren 23er-Kader bereits benannt. Erwartungsgemäß sind erfahrene Spielerinnen ebenso vertreten wie junge, aufstrebende Talente.

Das letzte Team, das als Gastgeber eine FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ gewinnen konnte, waren die USA bei der Turnierauflage 1999. Das Team holte damals nicht nur den Titel sondern veränderte den Frauenfussball nachhaltig. Es gab große Kulissen, hohe Erwartungen und einen enormen Erfolgsdruck. Ganz ähnlich wird es nun auch für Frankreich sein, ist LeBlanc sicher.

"Man spricht nicht oft über den Druck, der bei einer Weltmeisterschaft auf dem Gastgeber lastet. Doch der letzte Titelgewinn eines Gastgebers liegt schon 20 Jahre zurück. Damals gewannen die USA im eigenen Land. Ich bin aber sicher, dass die Französinnen gut mit dem Druck umgehen können. Und es wäre phänomenal, wenn nach den Männern nun auch die Frauen den Titel holen würden. Niemand kann diesem Druck entgehen und eigentlich kann man sich darauf auch nicht vorbereiten. Die Spielerinnen selbst müssen alles geben. Eine bessere und größere Bühne dafür gibt es nicht."

LeBlanc ist mittlerweile Leiterin der Abteilung Frauenfussball bei der CONCACAF. Dennoch würde sie bei einem Titelgewinn Kanadas natürlich am liebsten "ein Trikot überstreifen und gemeinsam mit dem Team den Pokal in die Höhe stemmen", gibt sie gern zu. Ihr Rücktritt aus dem Team liegt allerdings bereits vier Jahre zurück. Bei der WM in Frankreich ist sie trotzdem dabei, dieses Mal in der Rolle einer TV-Expertin.

Als solche wird sie möglicherweise miterleben, wie ihre Freundin und ehemalige Teamkameradin Christine Sinclair den Rekord für die meisten Länderspiele bricht, den derzeit die U.S.-Amerikanerin Abby Wambach mit 184 Treffern hält.

Sinclair hat bislang 180 Mal in Länderspielen getroffen. LeBlanc ist des Lobes voll über Kanadas größte Fussballerin aller Zeiten. Sie hofft, dass Sinclair trotz ihres bescheidenen Wesens den Rekord auf der größten Fussballbühne der Welt bricht.

"Christine ist eine der bescheidensten Persönlichkeiten, die man sich denken kann. Dabei hat sie für unser Land sehr viel geleistet, was weit über den Fussball hinaus geht. Die Kanadier lieben sie, gerade weil sie so bescheiden ist. Die meisten Kanadier würden, wenn sie ähnliches geleistet hätten, ganz sicher immer wieder davon erzählen. Doch wenn Christine jetzt hier im Raum wäre, dann säße sie wahrscheinlich still und leise mit ihrem Kaffee in einer Ecke. Ich hoffe sehr, dass sie diesen Rekord bei der WM bricht, denn das würde ihr hoffentlich die weltweite Anerkennung einbringen, die sie verdient hat. Sie gehört schon seit langer, langer Zeit zu den besten Spielerinnen der Welt. Doch wegen ihrer Bescheidenheit bleibt sie nicht selten weitgehend unbeachtet. Sie selbst würde den Rekord wahrscheinlich nicht während der WM brechen wollen, denn sie will, dass das gesamte Team im Mittelpunkt steht. Doch als frühere Teamkameradin und gute Freundin hoffe ich, dass es ihr dennoch gelingt, damit endlich die ganze Welt erkennt, was für eine herausragende Sportlerin sie ist."

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