FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Freud und Leid am Vatertag

Canada coach John Herdman celebrates with his children
© Getty Images

TAGESRÜCKBLICK – Rund um den Globus wurde in zahlreichen Ländern heute Vatertag gefeiert und auch die Papas der gastgebenden Nationalspielerinnen hatten Grund zur Freude. Ihre Töchter zogen ebenso wie die Australierinnen und die Französinnen ins Viertelfinale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015™ ein. Für die *Matildas *war dieser Erfolg ein geschichtsträchtiger. Frankreich wird nun auf Deutschland treffen und wurde in Montreal bereits von Bundestrainerin Silvia Neid unter die Lupe genommen, die sich einen Platz im Olympic Stadium sicherte.

Weniger Grund zum Jubeln hatten hingegen die Verwandten der Spielerinnen aus Brasilien, der Schweiz sowie der Korea Republik. Für sie nahm das Abenteuer Frauen-WM heute ein Ende. Eine große Portion Leid musste dabei Torhüterin Kim Jungmi erfahren, die zwei Mal schwer am Kopf getroffen wurde und den morgigen Tag sicherlich mit Kopfweh beginnen wird. Die Südamerikanerinnen warten nach dem Ausscheiden weiterhin auf ihren ersten Triumph auf globaler Ebene. Die *Eidgenössinen *zeigten bei ihrem Turnierdebüt einen starken Auftritt, scheiterten am Ende aber an einer Mannschaft, die von einem prall gefüllten BC-Place Stadium in Vancouver in die Runde der letzten Acht gepeitscht wurde.

*Die Ergebnisse
*
Brasilien – Australien 0:1
Frankreich – Korea Republik 3:0
Kanada – Schweiz 1:0

Das Tor des Tages
Frankreich –Korea Republik 1:0, Marie Laure Delie (4.)*
*Das Team von Philippe Bergeroo hatte Korea Republik über die komplette Spieldauer im Griff und zeigte bisweilen tolle Kombinationen, so auch vor dem ersten Tor. Laure Boulleau kam von der linken Seite in den Strafraum und spielte einen Doppelpass mit Camille Abily. Von der Grundlinie legte sie die Kugel zurück in den Rücken der Abwehr, wo Marie Laure Delie stand und das Spielgerät mit der Innenseite zur Führung einschob. Auch wenn sie das Leder nicht ganz getroffen hatte, so ließ sie Torhüterin Jungmi keine Chance.

Besondere Momente
Vatertagsausflug und Geschenke
Ein Ausflug am Vatertag ist nicht nur in Nordamerika eine beliebte Tradition. Vielleicht haben sich die Französinnen deswegen vor dem Spiel auf den Weg zum Mont Real, dem namensgebenden Berg des heutigen Spielorts, gemacht. Auf jeden Fall konnten sie dort ihren Kopf frei bekommen und zeigten gegen die Taeguk Ladies eine überzeugende Leistung. Im Publikum saß übrigens der Vater von Eugenie Le Sommer, der vor dem Anpfiff mit FIFA.com sprach: "Ich bin hier und warte auf mein Geschenk." Da ließ sich seine Tochter nicht zweimal bitten. Mit einem Tor hat es zwar nicht geklappt, jedoch steuerte die Nummer neun der Bleues zwei Assists zum Sieg bei. 
*
Australiens historischer Sieg*
Australiens Väter haben ebenfalls ein ganz besonderes Präsent von ihren Töchtern bekommen. Die Matildas schlugen Brasilien und konnten damit erstmals bei einer Frauen-WM ein K.o.-Spiel gewinnen. Selbiges gelang noch nicht einmal dem Männerteam bei einer FIFA-WM. Kyah Simons Tor zehn Minuten vor dem Ende besiegelte diesen historischen Moment für die Mädels von Down Under. Es war bereits ihr dritter Treffer in diesem Turnier, zuvor war sie schon gegen Nigeria mit einem Doppelpack erfolgreich. Außer ihr konnte sich bisher nur noch Lisa de Vanna (2) in die Torschützenliste der Australierinnen bei diesem Turnier eintragen.**

*Muttergefühle beim Superstar
*Der Vater von Starspielerin Marta hatte heute zwar wenig Grund zum Jubeln, wird aber dennoch stolz auf seinen Sprössling sein. Vor der Partie zeigte diese, dass sie auch abseits des Platzes eine ganz Große ist und bewies eine Art Muttergefühle. Bevor sie zum Spielfeld ging, bemerkte sie, dass das Einlaufkind neben ihr extrem nervös war. Marta nahm sie an der Hand und sprach mit ihr. Sie hat wohl die richtigen Worte gefunden, denn anschließend konnte das Mädchen lachen und glücklich mit der ehemaligen FIFA Weltfussballerin auf den Rasen schreiten. Dort fand Brasiliens Nummer zehn jedoch nicht die richtige Ansprache an ihre Mitspielerinnen. Die Südamerikanerinnen kassierten ihr erstes und damit auch einziges Gegentor. Noch nie ist ein Team mit solch einer soliden Defensive ausgeschieden. Den bisherigen Topwert hatten ebenfalls unter anderem die Brasilianerinnen inne, als sie 2011 mit nur zwei Gegentoren nach dem Viertelfinale die Heimreise antreten mussten.

Rückkehr mit Ausrufezeichen
Kanadas Josée Bélanger hat erst vor wenigen Tagen im Interview mit **FIFA.com
bekräftigt, wie wichtig die Unterstützung ihres Vaters für ihre bisherige Karriere war. Er habe ihr immer wieder gesagt, dass sie das, was sie liebe, mit Leidenschaft angehen solle. Deswegen war es für die gelernte Stürmerin auch kein Problem, in den bisherigen Spielen als Verteidigerin aufzulaufen. Heute durfte sie erstmals wieder in der Offensive ran und erzielte prompt das wichtige 1:0. Die Schweizerinnen reagierten ihrerseits auf diesen Rückschlag mit Teamgeist. Bevor es zum erneuten Anstoß ging, versammelte Kapitänin Caroline Abbe ihre Mitspielerinnen am eigenen Strafraum um sich herum in einen Kreis. Doch auch dieses Einschwören half nichts mehr. 

Die Zahl des Tages*
11
 – Das Aufeinandertreffen mit der Schweiz war bereits das elfte Duell Kanadas mit einer europäischen Mannschaft. Heute haben sie jedoch erstmals gegen ein Team vom *Alten Kontinent gewonnen. Bislang standen neun Niederlagen und ein Remis zu Buche. Dieser Punktgewinn gelang den *Canucks *ebenfalls in der Heimat und zwar im letzten Gruppenspiel gegen die Niederlande.

Das Zitat des Tages
"Obwohl es ein sehr schweres Spiel war, war es eine wertvolle Erfahrung. Persönlich hat mir das Spiel dennoch Freude bereitet."
Cho Sohyun (Korea Republik, Mittelfeld) konnte der Niederlage gegen Frankreich trotz allem Leid etwas Positives abgewinnen.**

So geht es weiter
Montag, 22. Juni*
*Achtelfinale
*
Norwegen – England (Lansdowne Stadium, Ottawa, 17:00 Uhr) 
USA – Kolumbien (Commonwealth Stadium, Edmonton, 18:00 Uhr)

(Alle Zeitangaben in Ortszeit)

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