FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

England: Bronze will um Gold spielen

England's Jordan Nobbs (R) celebrates with goal-scorer Lucy Bronze
© AFP

England ist ins Viertelfinale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015™ eingezogen - und das mit einem lauten Knall. Mit dem Knaller von Lucy Bronze! Aus etwas mehr als 16 Metern hat sie die Kugel per Direktabnahme ins rechte obere Kreuzeck gehämmert. Norwegens Torhüterin Ingrid Hjelmseth war zwar mit den Fingern noch dran, konnte das Geschoss aber nicht mehr aufhalten.

"Als er meinen Fuß verlassen hat, wusste ich, dass die Richtung stimmt. Aber ich war mir nicht sicher, ob die Torhüterin den Schuss noch halten könnte. Aber so wie ich ihn getroffen habe, hatte sie, glaube ich, keine Chance", analysierte die Schützin ihren Goldschuss im Anschluss vor dem Mikrophon von FIFA.com. Das Bemerkenswerte an dem Treffer ist zudem, dass er nicht nur schön, sondern auch sehr wichtig war. Es war das 2:1-Siegtor für England im Achtelfinale gegen Norwegen.

Klar, dass die 23-Jährige nach der Partie nur so vor Selbstvertrauen strotzte. Angesprochen auf ihre weiteren Ziele in Kanada, konnte nur eine Antwort kommen: "Natürlich wollen wir den Titel. Wir sind in den K.o.-Spielen. Es sind nur noch zwei Siege bis zum Finale!" Die Außenverteidigerin will also nach Gold greifen.

Doch zuerst steht die nächste Runde auf dem Programm. Und dort wartet niemand Geringeres als der Gastgeber. In Vancouver werden Bronze und Co. nicht nur gegen die elf Canucks auf dem Platz bestehen müssen. Ein prall gefülltes BC Place Stadium wartet zusätzlich noch auf sie. Eine Vorstellung, die Englands Nummer 13 keine Angst einflößt. Die Three Lionesses haben nämlich einen Psychologen mit im Betreuerteam, der die Mannschaft genau auf solche Situationen vorbereite und einer der Schlüssel zu den bisherigen Erfolgen gewesen sei.

**Erfahrung mit der Situation

**"Wir sprechen verschiedene Situationen durch", erklärte sie. "Das ist der Grund, warum viele unserer Spieler etwas fokussierter sind, immer positiv bleiben und auch nach Rückschlägen weitermachen können. Wir sind mental stärker als früher." So ist es auch kein Wunder, dass die Engländerinnen weder durch die Auftaktniederlage gegen Frankreich noch durch den Rückstand im letzten Spiel gegen Norwegen aus der Bahn geworfen wurden.

Beste Voraussetzungen also für den Kracher gegen Kanada. Ein weiterer hilfreicher Faktor könnte sein, dass die Europäerinnen in der Vorbereitung schon vor solch einer Kulisse gespielt haben. Damals traf man im sehr gut gefüllten englischen Heiligtum, dem Londoner Wembley-Stadium, auf Deutschland. Die Partie ging zwar 0:3 verloren, eine wertvolle Erfahrung war das dennoch. "Wir haben so etwas also schon einmal erlebt", bestätigte Bronze.

"Anders als damals, werden jetzt alle gegen uns sein", schob sie dann schnell noch hinterher. Die Gastgeberinnen bezeichnete die Spielerin von Manchester City als starkes Team, die "aber schlagbar sind". Also bleibt es dabei: Die Runde der letzten Acht soll nur eine Durchgangstation werden. Das eigentliche Ziel ist es, am 5. Juli erneut nach Vancouver zu reisen, um dort das Finale zu spielen.

Nach solch einem Traumtor sei es auch gestattet, die Träume etwas höher zu hängen. Übrigens war das erst das dritte Länderspieltor für die 1,72 Meter große Defensivspezialistin. Eigentlich gibt sie nämlich die Vorlagen. "Normalerweise spiele ich in solchen Situationen lieber ab und denke mir zum Beispiel 'Toni [Duggan, Anm. d. Red.] du triffst jetzt'. Aber der Trainer und meine Mitspielerinnen haben mir immer wieder gesagt, ich solle auch mal selbst schießen. Daran habe ich gedacht." Kein schlechter Gedanke, wegen dem England und auch Bronze noch weiter die Chance haben, in Kanada um Gold zu spielen.

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