FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-WM 2019™

Ein elfmonatiges Teammitglied schweißt Neuseelands Kader zusammen

© Nils Clauson/NZ Football
  • Molly ist elf Monate alt und das inoffizielle WM-Maskottchen Neuseelands
  • Sie ist die Tochter von Teamärztin Alyse Cameron
  • Molly begleitet die Football Ferns bereits seit fünf Monaten

Von Brendan Bradford, Teamreporter Neuseeland

Das beliebteste Mitglied der neuseeländischen Delegation bei dieser WM wird sich später kaum an irgendwelche Ereignisse beim Turnier erinnern, und nach einem Ball kann sie auch noch nicht treten.

Tatsächlich macht sie gerade erst ihre ersten Schritte.

Dennoch ist die gerade einmal elf Monate alte Tochter von Teamärztin Alyse Cameron für die Football Ferns wohl eines der wichtigsten Mitglieder im Kader.

Sie ist seit gut einem Monat wieder dabei, als sich das Team in den USA zusammenfand. Und sie schweißt das Team enger denn je zusammen. Vor wenigen Tagen machte das Kleinkind in Le Havre seine ersten Schritte.

"Das ist schon ihre dritte Reise mit dem Team. Sie ist also schon eine sehr erfahrene kleine Weltenbummlerin", so Cameron gegenüber der FIFA. "Sie hat schon mehr Stempel in ihrem Pass, als ich mit 30 hatte."

Die Situation ist sicher nicht unbedingt üblich, doch Trainer Tom Sermanni musste nicht lange nachdenken als es um die Frage ging, ob Molly mit zur WM fahren würde.

"Für mich ist das völlig selbstverständlich. So ist das an einem modernen Arbeitsplatz", bekräftigte Sermanni. "Wir haben eine fantastische Teamärztin. Dass sie bereit ist, ihre kleine Tochter rund um die Welt mitzunehmen, ist für uns ein riesiger Bonus. Das bedeutet für uns sehr viele Pluspunkte."

Dazu trägt natürlich bei, dass Molly eines der entspanntesten Kleinkinder ist, die man sich nur denken kann. Cameron weiß indes trotzdem, dass das Team in erster Linie eine Aufgabe zu erledigen hat.

"Es überrascht mich immer wieder, wie gut sie all diese Belastungen wegsteckt, von den Langstreckenflügen bis hin zu den Busreisen", so Cameron. "Allerdings hat sie ja auch 23 begeisterte Babysitter um sich herum. Die Spielerinnen sind völlig in sie vernarrt und lieben es, sie in ihrer Nähe zu haben."

"Ich freue mich natürlich sehr, dass die Spielerinnen sie so mögen, aber ich versuche trotzdem, das alles nicht ausufern zu lassen. Molly ist beim Frühstück und beim Mittagessen dabei. Dabei können sie sich sehen. An den Spieltagen halte ich sie von allem fern. Wenn sie aber da ist, sieht man, wie sehr sie die Mädchen aufheitert. Sie lieben sie einfach."

Das sieht auch Veteranin Annalie Longo so und betont, dass Molly eine großartige Ablenkung von dem Druck ist, den der Fussball und eine WM mit sich bringen.

"Das ist eine ziemlich besondere Situation. Man kann von einem Moment auf den anderen abschalten und den Fussball und den damit verbundenen Druck vergessen", so Longo.

"Sie sorgt einfach für frischen Wind. Es ist toll, ihr Lächeln zu sehen, wenn man in den Raum kommt."

Cameron, Sermanni und Longo sind dem neuseeländischen Fussballverband sehr dankbar für die Zustimmung, Molly mit auf die Reisen zu nehmen. Der Trainer zeigt sich begeistert über die rasante Entwicklung des Kindes.

"Es ist wirklich beeindruckend, wie schnell sie sich entwickelt. Vor sechs Monaten in Neukaledonien war sie noch ein Baby, das überhaupt nichts tun konnte. Und mittlerweile macht sie ihre ersten Schritte und interagiert mit uns allen", so Sermanni.

"Und selbst in den vergangenen vier Wochen hat sie eine faszinierende Entwicklung durchgemacht. Es ist großartig, ihr beim Lernen zuzusehen, einfach fantastisch."

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