FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-WM 2019™

DFB-Elf profitiert von Erfahrung der Jugend

Giulia Gwinn of Germany rides a bike during training 
© Getty Images
  • Deutschland hat die meisten Spielerinnen mit Erfahrung bei Nachwuchs-Weltmeisterschaften
  • Voss-Tecklenburg hält dies für "besonders wichtig"
  • Giulia Gwinn wurde bei ihren ersten Einsätzen bei der U-17-, U-20- und A-WM ausgezeichnet

Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ ist Gipfel des Frauenfussballs. Hier werden Träume wahr, Heldinnen geboren und Vermächtnisse hinterlassen. Die teilnehmenden Spielerinnen sind die technisch versiertesten, die diese Sportart zu bieten hat. Allerdings erreichen sie dieses enorm hohe Niveau nicht über Nacht.

Der Weg, den sie zuvor einschlagen, kann ganz entscheidend für ihre Entwicklung und ihre Karriere sein, und Erfahrungen bei einer Juniorinnen-WM können sich maßgeblich auf die Leistung bei der A-Weltmeisterschaft auswirken.

Bei der WM 2019 sind 235 Spielerinnen vertreten, die bereits bei einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft für ihr Land aufgelaufen sind – 23 davon bei der letztjährigen Auflage in Frankreich. Deutschland ist eines der Länder, die von Spielerinnen profitieren, die bereits an Nachwuchsturnieren auf Weltniveau teilgenommen haben.

Cheftrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat 15 Spielerinnen in ihrem 23-köpfigen Kader, die sowohl bei U-17- als auch bei U-20-Weltmeisterschaften dabei waren. Gleich 21 Akteurinnen sind bereits bei einem U-20-Turnier zum Einsatz gekommen. Das Durchschnittsalter des gesamten Kaders beträgt gut 25 Jahre – nur sechs Teams sind jünger.

Spielerinnen wie Klara Bühl (Sturm), Lena Oberdorf (Mittelfeld) und die vielseitige Giulia Gwinn haben alle den Sprung von der U-20 in die A-Mannschaft geschafft. Der Trainerstab versucht, ihre Entwicklung mit unterschiedlichen Maßnahmen zu fördern und legt unter anderem Wert darauf, die Spielerinnen aus ihren Fehlern lernen zu lassen.

Giulia Gwinn (3L) helps Lena Oberdorf to put on her tracker next to Martina Voss-Tecklenburg
© Getty Images

"Wir müssen jungen Spielerinnen Zeit geben, sich zu entwickeln", so Voss-Tecklenburg. "Vertrauen spielt dabei ebenfalls eine große Rolle. Sie sollen wissen, dass sie auch Fehler machen dürfen."

"Das Lernen aus den eigenen Fehlern ist ein integraler Bestandteil der Entwicklung. Wir möchten sie langsam aufbauen, und nicht zu viel Druck auf sie ausüben."

Deutschland hat in Frankreich alle drei Gruppenspiele gewonnen, und zwar mithilfe einer ganzen Reihe von Nachwuchsspielerinnen. Ein hart erkämpfter 1:0-Sieg im Auftaktspiel gegen China geht auf das Konto von Gwinn, die mit ihren Auftritten in der Anfangsphase des Wettbewerbs bereits reichlich Aufmerksamkeit erregte. Dabei ist sie gerade einmal 19 Jahre alt.

Sie wurde zur Spielerin des Spiels gewählt und hat damit ein einzigartiges Triple perfekt gemacht. Bei ihren ersten Spielen bei der U-17- und U-20-Weltmeisterschaft hatte sie nämlich jeweils die gleiche Auszeichnung erhalten.

Beim Sieg gegen die VR China stand Gwinn erstmals in einem Pflichtspiel in der Startformation des A-Teams, und Voss-Tecklenburg war voll des Lobes für ihre Verteidigerin. Sie weiß sehr wohl, dass die 19-Jährige etwas ganz Besonderes ist.

"Sie hat alles, was eine Fussballerin braucht", erklärte sie. "Sie verfügt über Spielintelligenz und ist außerdem noch schnell, taktisch clever und mit einer hervorragenden Technik gesegnet. Und dann ist sie noch sehr vielseitig."

Giulia Gwinn (L-R), Martina Voss-Tecklenburg, head Coach of Germany and Sara Daebritz react
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Gwinn verwies auf die "taktische Disziplin, den Teamgeist und den flexiblen Einsatz in unterschiedlichen Spielsystemen", die sie in den deutschen Jugendteams erlernt hat. All dies war laut eigener Aussage sehr hilfreich beim Übergang ins A-Nationalteam. Außerdem lobte sie das gute Training von Trainerinnen wie der WM-Siegerin Maren Meinert.

"Unsere Nachwuchsteams haben sehr gute Trainerinnen, von denen wir viel lernen", so Gwinn. "Einige von ihnen sind ehemalige Spielerinnen. Sie wissen also, wovon sie reden und verstehen auch, was in den Spielerinnen vorgeht."

Mit Talent und entsprechender Förderung kannst du weit kommen, aber bei großen Turnieren kann Erfahrung das Tüpfelchen auf dem "i" sein. Es ist ein entscheidender Vorteil, das Umfeld solcher Eliteturniere und den Turnierrhythmus bereits zu kennen. Voss-Tecklenburg ist der Ansicht, dass die Spielerinnen bei Nachwuchsturnieren wertvolle Erfahrungen in mehreren Bereichen sammeln können. Dadurch sind sie dann besser vorbereitet auf die Wettbewerbe im Erwachsenenbereich.

Alexandra Popp (L-R), Giulia Gwinn, Lena Oberdorf and Johanna Elsig take a break during a training session
© Getty Images

"Turnierspiele sind eine besonders wichtige Erfahrung für junge Spielerinnen. Jedes einzelne Pflichtspiel bringt sie in ihrer Entwicklung voran."

"Sie sammeln auf Nachwuchsebene fantastische Erfahrungen, obwohl der Standard im A-Team natürlich höher ist." Gwinn kann dem nur zustimmen und beschreibt ihre erste Nominierung für das deutsche Juniorinnen-Nationalteam als "fantastisch" und "unvergesslich". K.-o.-Rundenspiele bezeichnet sie als ganz wichtige Erfahrung. Diese Erfahrung könnte im Achtelfinalspiel gegen Nigeria von entscheidender Bedeutung sein.

"Das ist ein sehr wichtiger Faktor, denn die Abläufe sind bei einer Juniorinnen-WM dieselben wie bei einer A-WM.

"Bei der A-WM stehst du nur stärker im Rampenlicht. K.-o.-Spiele sind auch eine wichtige Erfahrung, aus der ich viel lernen kann."

Fussball-Fans, die bei der FIFA Frauen-WM 2019 im Stadion dabei sein möchten, können weiterhin Tickets in der Ticket-Sektion auf FIFA.com erwerben. Darüber hinaus können Tickets, die noch für die Allgemeinheit verfügbar sind, auch an den entsprechenden Ständen an den Stadien erworben werden.

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