FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 ™

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FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007™

Deutsche Frauen steigen erneut auf den Thron

DER TAG IM RÜCKBLICK: Wahre Spitzenspieler sind in der Lage, in entscheidenden Momenten ihre Höchstleistung abzurufen - dieser Grundsatz ist so alt wie der Fussball selbst. Und so ging die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft zum zweiten Mal hintereinander in diesem Jahrhundert an Deutschland, denn als der Druck am größten war, behielt Birgit Prinz die Nerven und Marta nicht.

Die deutsche Mannschaft, die dieses faszinierende Spektakel in China mit einem Elf-Tore-Festival begann, beendete das Turnier im selben Stadion in Shanghai mit einem Sieg über Brasilien, bei dem das Team zwei Treffer erzielte. Dabei hätte schon ein einziger Treffer genügt, um den Titel zu verteidigen, den die Elf 2003 zum ersten Mal gewonnen hatte. Denn ein Treffer genügt immer, solange man eine Torfrau und eine Verteidigungsreihe hat, die fest entschlossen sind, keinen Ball und keine gegnerische Stürmerin auch nur in die Nähe der eigenen Torlinie zu lassen. Nach insgesamt sechs Spielen erreichte Deutschland das Siegerpodest, ohne einen einzigen Gegentreffer zugelassen zu haben, eine Leistung, auf die Mannschaften auf jedem Niveau dieses Sports stolz sein könnten.

Das zweite Tor kurz vor Schluss war nur noch das Tüpfelchen auf dem "i", nachdem das Team zuvor in der zweiten Hälfte die wirklich kritischen Momente des Matchs überstanden hatte. Und wer hätte den wichtigen ersten Treffer für Deutschland besser erzielen können als die einzige echte "Prinzessin" des schönsten Spiels der Welt? Die erste Frau, die in drei WM-Endspielen stand, sorgte mit ihrem trockenen Abschluss nach intelligenter Vorarbeit von Sandra Smisek für "Deutschland, Deutschland"-Anfeuerungsrufe im Shanghai-Hongkou-Fussballstadion.

Doch die Brasilianerinnen antworteten umgehend. Schließlich war das Team nicht so weit gekommen, um dann einfach aufzugeben. Außerdem war die Elf in den ersten 45 Minuten einem Tor näher gewesen als die Deutschen, doch Daniela hatte mit ihrem Volley-Knaller nur den linken Pfosten getroffen. Jetzt spielte Cristiane sich bis tief in die deutsche Hälfte vor, wurde zu Fall gebracht und erhielt einen Elfmeter zugesprochen.

Es schien eine halbe Ewigkeit zu dauern, bis Marta den Elfer endlich ausführte. Die Spannung war ihrem Gesicht anzusehen, eine Unsicherheit, die man im ganzen Turnier an dieser quirligen Instinktfussballerin noch nicht wahrgenommen hatte. Ihr gegenüber stand in diesem Moment der Wahrheit eine Torfrau, die offensichtlich vergessen hat, wie es ist, den Ball aus dem Netz zu holen.

Und ihr Rekord geriet auch diesmal nicht in Gefahr: Als Marta nach links zielte, war Nadine Angerer schon zur Stelle - wie immer im Verlauf dieses Turniers. Der Zauber, den die 21-jährige Brasilianerin von Anfang an bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 verbreitet hatte, hatte sie in diesem Augenblick verlassen. Immerhin dürfte der Goldene Schuh für die mit sieben Treffern beste Goalgetterin des Turniers ein kleiner Trost sein. Angerer hatte dagegen noch drei weitere Minuten ohne Gegentor zu überstehen, um einen weiteren Rekord für ihr "rekordsüchtiges" Team aufzustellen: Sie konnte damit den italienischen Nationaltorwart Walter Zenga ablösen, der beim FIFA-Weltpokal Italien 1990™ 517 Minuten lang sein Tor sauber gehalten hatte.

Und wie auf Bestellung trat genau in dieser kritischen Minute Daniela einen raffinierten Freistoß aufs deutsche Tor, den die Torfrau mit einer Glanzparade abwehrte. Danach schien der Siegeswille der technisch beschlagenen Südamerikanerinnen langsam aber sicher immer weiter nachzulassen. Als Simone Laudehr in ihrem achten Länderspiel mit dem Kopf einen Eckstoß von Renate Lingor zum 2:0 verwertete, war das Finale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 endgültig gelaufen. So wie schon das erste der insgesamt 21 deutschen Tore gefallen war, so erzielte die deutsche Elf auch das letzte Tor des Turniers nach einer Ecke von links.

Im Spiel um Platz drei hatten die USA mit einem 4:1-Sieg gegen Norwegen dafür gesorgt, dass sie nach wie vor als einziges Team bei allen FIFA Frauen-Weltmeisterschaften immer unter den ersten Drei zu finden sind. Dabei war "Torfabrik" Abby Wambach gleich zweifach erfolgreich. Als Kristine Lilly kurz vor Schluss ausgewechselt wurde, gab es stehende Ovationen - schließlich war es bereits ihre fünfte Teilnahme an FIFA Frauen-Weltmeisterschaften. Für das Ehrentor der Norwegerinnen sorgte Ragnhild Gulbrandsen, die damit genau wie Wambach auf sechs Turniertreffer kam.

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