FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 ™

10 September - 30 September

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007™

Daniela Alves und Rosana: Brasiliens heimliche Stars

Wenn das Gespräch auf die Frauen-Nationalmannschaft Brasiliens kommt, fallen unweigerlich die Namen ihrer größten Stars: Marta und Cristiane. Die beiden herausragenden Spielerinnen überstrahlen ihre talentierten Mitspielerinnen, die ihrerseits jedoch nicht vergessen werden dürfen. FIFA.com wirft an dieser Stelle einen Blick auf Rosana und Daniela Alves, die das magische Quartett der Brasilianerinnen komplettieren.

"Alle Augen sind auf Marta gerichtet. Dabei darf man jedoch auf keinen Fall die Unterstützung ihrer Mitspielerinnen vergessen, die ihr den Weg bereiten", betont der brasilianische Trainer Jorge Barcellos immer wieder, der damit den Druck von seiner Ausnahmespielerin nehmen will und gleichzeitig die Leistung der gesamten Mannschaft würdigt.

Die Leistungen der Brasilianerinnen bei den Panamerikanischen Spielen in Rio de Janeiro 2007 waren brillant. Den Titel holten sie ungeschlagen und erzielten dabei 33 Treffer. Keinem einzigen Gegner gelang es, die brasilianische Abwehr zu überwinden. Das stärkte selbstverständlich das Selbstvertrauen der Mannschaft, die bereits seit mehreren Jahren zusammenspielt. Und die mannschaftliche Geschlossenheit ist zweifellos einer der Schlüssel für den Erfolg.

Rosana: ein starker Linksfuß
Die Abwehrspielerin von Neulengbach in Österreich ist ein bekennender Fan von Ronaldinho, und die Technik ihres großen Vorbildes bei Standardsituationen studierte sie eingehend. Ganz im Stile des Stars vom FC Barcelona hat Rosana ihre Schusstechnik mit dem linken Fuß perfektioniert, wie sie bei den Panamerikanischen Spielen unter Beweis stellte. Von der linken Seite traf sie zunächst gegen Kanada und später auch gegen Mexiko. Dabei handelte es sich jeweils um direkt verwandelte Freistöße, mit denen sie sich selbst in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit schoss.

Seit drei Jahren lebt sie bereits im Ausland, hat dabei aber nichts vom brasilianischen Spielwitz eingebüßt. Aufgrund ihrer Erfahrung gehört sie zu den Führungsspielerinnen der Mannschaft. "Sie spielt im offensiven Mittelfeld und strahlt viel Gefahr aus vor dem gegnerischen Tor", erklärte Barcellos gegenüber FIFA.com.

Die 25-jährige Spielerin reiste mit einer inzwischen auskurierten Schulterverletzung nach China, wegen der ihr Trainer einige Alternativen für den Fall ausprobiert hatte, dass sie nicht rechtzeitig fit geworden wäre. Vieles deutet darauf hin, dass sie im ersten Spiel noch geschont wird, um ihren Einsatz im folgenden Spiel gegen die Gastgeberinnen nicht zu gefährden.

Daniela Alves: unbändiger Kampfgeist
Auf den ersten Blick könnte man ihren Namen mit dem des Spielers vom FC Sevilla verwechseln. Daniela Alves machte jedoch eher mit ihren Leistungen auf sich aufmerksam als mit dieser kuriosen Namensverwandtschaft. "Sie ist sehr willensstark und eine exzellente Technikerin. Sie ist eine perfekte Spielerin", berichtete ihr Trainer. "Sie verfügt über einen sehr starken Distanzschuss. Darüber hinaus ist sie sehr beweglich in der Offensive und schafft Raum für ihre Mitspielerinnen auf den Flügeln bzw. spielt sich selber frei, um dann mit ihrer hervorragenden Technik den Abschluss zu suchen. Sie ist sehr zweikampfstark im Mittelfeld", fügte Barcellos hinzu.

Trotz ihrer Jugend verfügt Daniela bereits über reichlich Erfahrung. Die 23-Jährige nahm bereits an zwei Olympischen Spielen (Gewinn der Silbermedaille 2004 in Athen) und einer Weltmeisterschaft teil und spielte 2003 zudem in der U.S.-Profiliga. Im Jahr darauf folgte eine Saison in Schweden.

Wie viele andere Brasilianerinnen musste sich Daniela zunächst in ihrer Familie durchsetzen, um Fussball spielen zu dürfen. Ihrem Vater gefiel es anfänglich überhaupt nicht, dass sie mit Jungs spielte. Mit 13 Jahren schloss sie sich dann der brasilianischen Mannschaft Portuguesa an, bei der sie den größten Teil ihrer bisherigen Karriere verbrachte. Derzeit spielt sie für Saad E.C. Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen und dem Sieg bei den Panamerikanischen Spielen ist ihr Vater mit Sicherheit stolz auf seine zweikampfstarke und talentierte Tochter.

Turniervorbereitung
Nach den Panamerikanischen Spielen absolvierten die Brasilianerinnen vom 13. bis 20. August mit den in der Heimat aktiven Spielerinnen ein Trainingslager im Trainingszentrum Granja Comary. Im Anschluss reiste das Team nach Schweden, wo Marta, Andréa, Elaine, Simone Jatobá, Rosana und Katia Cilene zum Kader stießen. In Schweden absolvierten sie ein Freundschaftsspiel gegen Martas Verein (Umeå IK), das die Südamerikanerinnen durch zwei Treffer von Pretinha mit 2:1 gewinnen konnten. Im Anschluss spielten sie gegen Esklstuna United und fuhren durch Treffer von Marta (2), Formiga, Cristiane, Katia Cilene und Michelle einen 6:0-Sieg ein.

Der 21-köpfige Kader reiste im Anschluss nach Japan und absolvierte dort ein weiteres Testspiel gegen die japanische Nationalmannschaft, das mit 1:2 verloren ging. Cristiane erzielte dabei den Ehrentreffer. Seit dem 4. September sind die Brasilianerinnen in Wuhan, wo sie sich akklimatisieren und an die Zeitumstellung gewöhnen wollen, um dann am Mittwoch, dem 12. September, gegen Neuseeland ihr erstes Spiel zu bestreiten.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007™

Pretinha: "Unser Ziel ist es, diese WM zu gewinnen!"

14 Sep 2007

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007™

Daniela: "Das ist die Chance unseres Lebens"

28 Sep 2007

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007™

Interessante Spielerin: Marta

07 Sep 2007

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007™

Interessante Spielerin: Cristiane

08 Jun 2007

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007™

Marta glänzt im Maracaná

27 Jul 2007

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007™

Marta und Co. zum Auftakt gegen Neuseeland

10 Sep 2007