FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Australien/Neuseeland 2023™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Australien/Neuseeland 2023™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023™

Catley: 2023 wird den Fussball in Australien für immer verändern

Australian full-back Steph Catley in Sydney after the 2023 FIFA Women's World Cup Host Announcement
© Getty Images
  • Australiens Starspielerin Steph Catley spricht über die FIFA Frauen-WM 2023™
  • "Die WM wird eine ganz neue und größere Generation junger Mädchen zum Fussball animieren"
  • Nach sechs Saisons in der nordamerikanischen NWSL wechselt die Verteidigerin zu Arsenal

Australiens Vize-Spielführerin Steph Catley wird ihre dritte FIFA Frauen-WM im eigenen Land spielen, denn kürzlich wurden Australien und Neuseeland als gemeinsame Ausrichter der Turnierauflage 2023 bekannt gegeben. Die sympathische und sprachgewandte Catley stand als eines der Gesichter der Bewerbung in letzter Zeit noch mehr als sonst im Rampenlicht.

Zudem wurde auch über ihren bevorstehenden Wechsel zum englischen Spitzenklub Arsenal berichtet, wo sie unter dem ebenfalls aus Melbourne stammenden Trainer Joe Montemurro spielen wird.

Die 26-Jährige verfügt bereits über nahezu zehn Jahre internationaler Erfahrung. Das Turnier in drei Jahren in ihrer Heimat dürfte einer der absoluten Höhepunkte ihrer Karriere werden.

Vor ihrer Abreise nach London sprach Catley mit FIFA.com über ihre Gefühle bei der Bekanntgabe der Gastgeber 2023, ihre Erfahrungen bei Frankreich 2019, die Erwartungen an die nächste WM und das jüngste Kapitel ihrer Vereinskarriere.

FIFA.com: Welche Emotionen haben Sie empfunden, als Australien und Neuseeland als Gastgeber der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023™ bekannt gegeben wurden?

Steph Catley: Ich war ehrlich gesagt überrascht von der Intensität dieser Erfahrung. Es war einfach fantastisch und ein ganz besonderer Moment, in diesem Raum zu sein, mit all den Menschen, die so viel Zeit, Leidenschaft und harte Arbeit in die Bewerbung gesteckt hatten, als dann bekannt gegeben wurde, dass wir das Recht zur Ausrichtung der WM gewonnen hatten. Als Spielerin kann man ja meist nur davon träumen, einmal eine Heim-WM im eigenen Land zu spielen, das ist wirklich etwas ganz Besonderes.

Welche positiven Nebeneffekte erwarten Sie von der Ausrichtung der WM?

Diese Sache hat unzählige positive Effekte. Dass sich die Aufmerksamkeit der gesamten Fussballwelt auf Australien konzentrieren wird, dürfte den Fussball hier für immer verändern. In meiner Kindheit gab es keinerlei Aufmerksamkeit für Fussballerinnen. Ich konnte sie nicht im TV sehen und sie standen nicht in der Öffentlichkeit, wo sie hätten junge Mädchen inspirieren können. Wenn in drei Jahren die besten Spielerinnen der Welt hierher kommen, wird dies eine ganz neue und größere Generation junger Mädchen und auch Jungen animieren.

Sie standen schon immer dem Grassroots-Fussball sehr nahe. Wie wird sich die WM in Australien und Neuseeland darauf auswirken?

Die große mediale und öffentliche Aufmerksamkeit wird sicher viele junge Kinder inspirieren, auch Fussball zu spielen. Hier in Australien steht der Fussball in Konkurrenz zu vielen anderen Sportarten. Durch die WM entstehen ganz neue Wege für Mädchen, die das Turnier hier erleben und dann sagen: 'Ich will auch Fusballerin werden'.

Was für ein Erlebnis wird es für die Matildas sein, dieses Turnier auf heimischem Boden zu bestreiten?

Ich bekomme jedenfalls jetzt schon Gänsehaut, wenn ich daran denke. Ich war ja schon bei zwei Weltmeisterschaften dabei. Zu meinen schönsten Erlebnissen gehört es, mit meinen Teamkameradinnen anzutreten und die Nationalhymne zu hören. Wenn ich mir das im eigenen Land vor einer riesigen Kulisse und vor den Augen meiner Familie und Freunde vorstelle… das ist wirklich ein Traum, der wahr wird. Das Team hat schon viele Freundschaftsspiele zu Hause bestritten und natürlich ist es bei Heimspielen immer leichter, wenn man das Publikum hinter sich hat und diese Unterstützung spürt. Das ist für uns als Team ein enormer Vorteil. Wir müssen im Vorfeld des Turniers alles richtig machen. Wenn uns das gelingt, wird es bestimmt großartig für uns.

Blicken wir zurück auf Frankreich 2019: Australien schied im Achtelfinale aus. Was hat das Team aus dieser Erfahrung gelernt?

Ich denke, wir haben eine ganze Menge gelernt. Das war ein sehr schwieriges Turnier für uns. Kurz vor dem Turnier gab es einen echten Umbruch, einen Trainerwechsel und solche Sachen. Wir waren alle unzufrieden mit dem Ausgang, doch wir sind nach Hause gefahren, haben uns einige Zahlen und Statistiken sowie unsere Spielweise angesehen und konnten darauf eigentlich sogar ziemlich stolz sein. Wir standen sehr gut da, was Ballbesitz angeht und auch bei einigen anderen Kennzahlen waren wir weit vorn, nah bei der Nummer 1 und der Nummer 2 der Welt. Wir konnten also erkennen, dass wir uns definitiv in die richtige Richtung bewegen. Es gibt natürlich einige Aspekte, in denen wir uns noch verbessern müssen, doch dann gibt es nach oben keine Grenzen.

Sie wechseln jetzt nach England, nachdem Sie ihre bisherige Klubkarriere in Australien und den USA verbracht haben…

Ja, und ich bin sehr aufgeregt. Ich war die letzten sechs, sieben Jahre in den USA und freue mich jetzt sehr auf eine neue Herausforderung in einem ganz neuen Umfeld. Es juckt mich regelrecht, endlich wieder zu spielen, nachdem dies wegen dem Coronavirus so lange nicht möglich war. Und dann auch noch bei einem Spitzenklub wie Arsenal - ich bin begeistert und sehr aufgeregt.

Wie sehr wurde Ihre Entscheidung dadurch beeinflusst, dass Sie Arsenals Trainer Joe Montemurro aus Ihrer Zeit bei Melbourne City gut kennen?

Ich hatte mich bereits entschieden, dass ich in diesem Jahr nach Europa wechseln wollte. Dann habe ich mir einige Optionen angesehen und als es an die konkrete Entscheidung ging, war dies definitiv ein Faktor. Ich weiß ja, wie er am liebsten spielen lässt und ich weiß, dass ich gut in sein System passe. Diese Spielweise macht viel Spaß, mit viel Ballbesitz, sehr offensiv ausgerichtet, gleichzeitig aber auch sehr diszipliniert. Auch andere Faktoren haben zu der Entscheidung beigetragen, aber es ist auf jeden Fall sehr schön, ein freundliches Aussie-Gesicht dort zu haben.

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