FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Buchanan: Unglückliche Gegenwart, aber glänzende Zukunft

Canada midfielder Sophie Schmidt (R) comforts teammate Kadeisha Buchanan
© AFP

Es ist schwer, sein Lächeln zu wahren, wenn gerade ein Traum geplatzt ist. Die 54.000 Zuschauer, die am 27. Juni ins BC Place Stadium in Vancouver geströmt waren, um Kanada im Viertelfinale "seiner" FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™ zu unterstützen, mussten tatenlos mitansehen, wie der Titeltraum der Gastgeberinnen an der englischen Defensive zerschellte. Doch wenn die ersten Momente der Traurigkeit und Enttäuschung vorüber sind, kommt der Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Und auch in dieser Hinsicht müssen die Gastgeber auf die Defensive schauen - dieses Mal auf die eigene.

Kadeisha Buchanan konnte nach dem Schlusspfiff und der 1:2-Niederlage die Tränen nicht zurückhalten, doch sie fasste sich schnell wieder und weiß: Ihr gehört die Zukunft. "Es ist eine große Verantwortung, so etwas zu hören, denn unsere Zukunft kann nur durch eine gute Mannschaftsleistung glänzend werden", wehrt die 19-Jährige im Gespräch mit *FIFA.com *zunächst ab. "Aber ich weiß, dass ich schon bald die Rolle als Führungsspielerin annehmen muss. Ich bin nun seit drei Jahren in dieser Mannschaft, und ich glaube, dass ich es noch besser machen kann. Es gibt einige in diesem Team, die noch jung sind, aber schon über eine gewisse Erfahrung verfügen."

Tatsächlich sind Ashley Lawrence, Adriana Leon oder Jessie Fleming weitere Beispiele hierfür. Gleichwohl konnte keine andere die spielerische Reife zeigen, die Buchanan an den Tag legte. Nahezu jedes Tackling und jede Balleroberung gegen England rissen das Publikum von den Sitzen. "Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute alles gegeben, es fehlte also nicht am Engagement", analysiert die Spielerin von Ottawa Fury. "Es ist uns einfach nicht gelungen, ein Tor zu schießen, das uns hätte weiterträumen lassen. In den Schlussminuten haben wir es knapp verpasst, und je mehr Zeit verstrich, desto mehr hatten wir das Gefühl, dass wir nah dran waren. Ich bin davon überzeugt, dass wir es mit ein paar Minuten mehr geschafft hätten."

Unter den Besten besser werden
Gegen Ende der Partie ging auch Buchanan nach vorne und versuchte alles, um den Ausgleich zu erzwingen und ihr Team dem Finale näherzubringen. Einem Finale, das sie insbesondere den älteren Teamkameradinnen gegönnt hätte, die so viel für den kanadischen Frauenfussball getan haben und ihre Karriere nun vielleicht ohne einen großen Erfolg beenden könnten. "Ich weiß, dass ich nicht ewig an der Seite von Christine Sinclair, Melissa Tancredi oder Erin McLeod spielen werden kann", räumt Buchanan ein, die von ihrem Trainer John Herdman ihrerseits als "Sinclair der Defensive" bezeichnet wird. "Jeden Tag, in jedem Spiel und in jedem Training, in jedem Moment an ihrer Seite lerne ich etwas Neues. Sie gehören zu den Besten in diesem Sport, und indem ich mit den Besten trainiere, werde ich eine bessere Verteidigerin."

Ein Fortschritt, der übrigens mit der Auszeichnung als Hyundai Beste Junge Spielerin belohnt werden könnte. Trotz des Ausscheidens im Viertelfinale gehört sie zu den ernsthaftesten Anwärterinnen auf diesen Titel. "Wir haben das Halbfinale knapp verpasst, aber unser Hauptziel bestand in erster Linie darin, die Menschen stolz auf uns zu machen und das Land zu inspirieren", antwortet sie auf die Frage, ob das Turnier ihren Erwartungen entsprochen habe. "Wenn ich sehe, welche Unterstützung wir erhalten haben und wie traurig diejenigen sind, die uns bis zum Ende des Spiels angefeuert haben, sage ich mir, dass wir wenigstens diese Mission erfüllt haben."

Ein Eindruck, den sie von ihrer Kapitänin bestätigt bekam, die in der Kabine eine Ansprache hielt, in der neben Traurigkeit auch großer Stolz mitschwang. "Es war natürlich ein trauriger Moment, aber Christine hat das Wort ergriffen, um uns aufzumuntern und uns zu sagen, dass sie stolz auf uns ist", verrät die Verteidigerin. "Das Turnier ist heute hier für uns beendet, doch es liegen noch großartige Erlebnisse vor uns."

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