FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 ™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 ™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011™

Anonman: "Etwas ganz Besonderes"

Anonman, captain of Equatorial Guinea during the FIFA portrait session
© Getty Images

Das Auffälligste an der äquatorialguineischen Mittelfeldspielerin Anonman ist ihre Haartracht, wie das Foto oben deutlich zeigt. Ihr zu Cornrows geflochtenes Haar, indem zahlreiche Strähnen grün gefärbt sind, ist ein regelrechtes Kunstwerk.

"Unsere Mannschaft hat vier Farben, doch ich entschied mich bei dieser Weltmeisterschaft für Grün, da diese Farbe für unser Land eine besondere Bedeutung hat. Es spiegelt die afrikanische Tradition und Kultur wider", sagte sie im Interview mit FIFA.com mit ihrem unverkennbaren Lächeln.

Doch danach nahm sie sich Zeit für ein ernsthaftes Gespräch über die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. Unter der Leitung von Spielführerin Anonman werden die Afrikanerinnen in Gruppe D am Mittwoch mit einem Spiel gegen Norwegen in das Turnier starten. Die Verantwortung der Kapitänsbinde nimmt die 22-Jährige sehr ernst.

Die wichtige Rolle einer Spielführerin
"Es ist bestimmt nicht einfach, Spielführerin zu sein, aber ich werde mein Bestes geben", sagte sie. "Manchmal ist die Kommunikation mit den älteren Spielerinnen nicht ganz leicht, aber ich tue, was ich kann. Wenn ich sehe, dass etwas nicht in Ordnung ist, weise ich darauf hin und hoffe, dass sie mir zuhören und es besser machen. Es ist etwas Wunderbares für eine Spielerin meines Alters, Spielführerin der Nationalmannschaft zu sein. Das ist etwas ganz Besonderes."

Etwas Besonderes war für Anonman und die Nationalmannschaft auch die Qualifikation für das Turnier in Deutschland, wodurch das Land erstmals bei einer Endrunde eines FIFA-Wettbewerbs der höchsten Altersstufe vertreten ist. Mit einem 3:1-Sieg über Gastgeber Südafrika im Halbfinale der CAF Afrikanischen Frauen-Meisterschaft sicherte sich Äquatorial-Guinea als dritte Mannschaft des Kontinents die Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft.

"Für meine Mannschaftskameradinnen und mich war dies der schönste und glücklichste Tag unseres Lebens, denn wir haben etwas erreicht, was vielen anderen Mannschaften noch nie gelungen ist", sagte sie mit einem Lächeln.

Gemeinsam mit der Spielmacherin stand an diesem Tag auch Bille auf dem Platz, die ebenfalls an der WM 2011 in Deutschland teilgenommen hätte, wenn nicht ein tragischer Autounfall in Douala (Kamerun) am 15. Dezember ihrem Leben ein Ende gesetzt hätte. Sie war genauso alt wie Anonman.

"Das war eine sehr traurige Zeit für uns alle. Es tat weh, einen Menschen, der so wichtig für die Mannschaft und für das ganze Land war, zu verlieren", erinnerte sie sich. "Sie spielte stets eine wichtige Rolle in der Mannschaft. Wir machten eine sehr traurige Phase durch, doch im Laufe der Zeit lernten wir, damit umzugehen und uns daran zu gewöhnen, dass sie nicht mehr unter uns ist. Nun wird es langsam wieder besser."

*Von eisigen Wintern und großen Unterschieden *
Anonman, die nach dem kontinentalen Triumph von Äquatorial-Guinea im Jahr 2008 vom deutschen Bundesligisten USV Jena verpflichtet worden war, freut sich besonders darüber, ihr WM-Debüt ausgerechnet in ihrer Wahlheimat geben zu können – vor allem im Sommer, da sie sich noch immer nicht an die eisigen Winter in Deutschland gewöhnt hat!

"Es gibt einen großen Unterschied zwischen Afrika und Deutschland", sagte sie. "Alles ist ganz anders – vom Spielfeld bis zum Ligasystem – und im Vergleich zu meiner Heimat ist in Deutschland alles viel besser entwickelt. Sogar die Einstellung der Menschen zum Fussball ist unterschiedlich."

"Zu Beginn war es nicht einfach für mich, denn meine Mutter war nicht gerade begeistert, als ich als Mädchen Fussball spielte. Doch ich spielte immer mit den Jungs meiner Altersklasse, denn ich wollte mehr über die Spielweise der Männer erfahren. Das war nicht einfach, ich hatte es nicht leicht."

"Doch als ich begann, gut zu spielen, wurde auch meine Mutter zum Fussballfan – vor allem nach dem Gewinn der Afrika-Meisterschaft 2008! Ich denke, bei der neuen Spielergeneration in Äquatorial-Guinea wird das anders sein. Die Spielerinnen werden nun definitiv die Unterstützung ihrer Familien erhalten und versuchen, deren Erwartungen zu erfüllen und gut zu spielen."

"Unsere Vorfreude auf das Auftaktspiel ist bereits sehr groß"
Das Profil des Frauenfussballs in Äquatorial-Guinea wird noch weiter geschärft werden, wenn der Mannschaft von Trainer Marcelo Frigerio eine Überraschung gegen die Skandinavierinnen gelingen sollte. Sollte ein Erfolg ausbleiben, wird dies jedoch bestimmt nicht auf mangelnden Einsatz zurückzuführen sein.

"Wir haben hart gearbeitet, um sicherzustellen, dass wir in allen Mannschaftsteilen gut aufgestellt sind", sagte sie abschließend. "Wir werden uns nicht allzu sehr auf die Offensive oder Defensive konzentrieren, sondern ausschließlich den taktischen Vorgaben unseres Trainers Folge leisten."

"Wir sind eine junge Mannschaft, die unbedingt gute Ergebnisse erreichen möchte, auch wenn das in unserer Gruppe nicht einfach sein wird. Wir werden alles daran setzten, um uns für das Viertelfinale zu qualifizieren. Unsere Vorfreude auf das Auftaktspiel ist bereits sehr groß, denn die Teilnahme an diesem Turnier hat für uns einen sehr hohen Stellenwert."

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