FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

7 Juni - 7 Juli

FIFA Frauen-WM 2019™

Iwabuchi wird zur Führungsfigur

  • Frankreich 2019 ist bereits die dritte WM für Iwabuchi
  • Die Stürmerin ist die neue Führungsfigur im japanischen Team
  • Ziel ist der zweite Weltmeistertitel

Man mag es kaum glauben, doch Mana Iwabuchi nimmt im kommenden Jahr mit Japan bereits zum dritten Mal an einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ teil – obgleich sie erst 25 Jahre alt ist.

Noch als Teenager leistete die Stürmerin 2011 bei der Endrunde in Deutschland als Einwechselspielerin ihren Beitrag zum überraschenden Titelgewinn der Japanerinnen. 2015 in Kanada erreichte sie mit dem Team erneut das Finale, das allerdings gegen die USA verloren ging.

Mit den Jahren hat sich Iwabuchi von einer "jungen Wilden" zu einer erfahrenen Veteranin gemausert. Daher kommt der talentierten Stürmerin auch eine Schlüsselrolle zu, wenn die Nadeshiko den zweiten Weltmeistertitel ins Visier nimmt.

"Ich hatte das Glück, schon bei den vorherigen zwei WM-Turnieren zu unserem Team zu gehören", so die Torjägerin von INAC Kobe Leonessa kürzlich in einem Exklusiv-Interview gegenüber FIFA.com. "Allerdings stand ich nicht in der Startaufstellung und kam nicht in allen Spielen zum Einsatz. In gewisser Weise war ich damals ein Lehrling unter den erfahreneren Spielerinnen. Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019™ könnte für mich die Chance bedeuten, das Team erneut zum Erfolg zu führen, wenn ich zum Kader gehören."

Neue Führungsfigur

Iwabuchi machte international erstmals bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Neuseeland 2008 Schlagzeilen, bei der sie die Zuschauer mit zahlreichen Vorlagen und Toren begeisterte. Japan schied zwar damals im Viertelfinale gegen England aus, doch die trickreiche Angreiferin gewann den Goldenen Ball als beste Spielerin des Turniers, obgleich sie erst 15 Jahre alt war.

2010 feierte sie ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft, mit der sie im Jahr darauf zur WM-Endrunde nach Deutschland reiste. Der sensationelle Titelgewinn ist für Iwabuchi bis heute eine inspirierende Erinnerung und eine große Motivation.

"Ich war noch ein Teenager und fand es unglaublich aufregend, dabei zu sein", so die Stürmerin, die in einigen Partien eingewechselt wurde. "Ehrlich gesagt saß ich ziemlich viel auf der Bank und schaute meinen Teamkameradinnen zu. Aber die Atmosphäre habe ich sehr genossen, auch wenn mich das alles etwas nervös machte. Es war einfach eine Wow-Erlebnis."

Iwabuchi machte in der Nationalmannschaft stetige Fortschritte und etablierte sich als Stammspielerin. 2012 wechselte sie dann nach Deutschland, wo sie zunächst für Hoffenheim und dann für Bayern München spielte. Sie blieb insgesamt fünf Jahre. Beim AFC Asien-Pokal der Frauen 2018 wurde sie den mittlerweile hohen Erwartungen voll und ganz gerecht und führte Japan zum Titelgewinn.

Das Turnier fungierte gleichzeitig als Qualifikation für Frankreich 2019. Das von Trainerin Asako Takakura umgebaute Team ließ alle Konkurrenten hinter sich und buchte in überlegener Manier das Ticket für die WM-Endrunde im kommenden Jahr. Iwabuchi glänzte vom ersten bis zum letzten Tag. Sie trug zwei Treffer bei und sorgte unermüdlich für Gefahr. Dank ihrer herausragenden Leistungen wurde sie zur wertvollsten Spielerin des Turniers gewählt.

"Die erfolgreiche Titelverteidigung hat uns riesige Freude bereitet", so die Stürmerin. "Für mich persönlich ist die Wahl zur wertvollsten Spielerin eine große Ehre. Doch es war die Leistung der gesamten Mannschaft, die zählte. Daher gehört die Auszeichnung auch dem gesamten Team, nicht nur mir."

Spätestens mit dieser Kontinentalmeisterschaft hat sich Iwabuchi fest als neue Führungsfigur des Teams etabliert. Auch im August zeigte sie wieder ihren großen Einfluss, als Japan auch bei den Asien-Spielen Gold holte. Bei ihrer dritten WM-Teilnahme wird sie das Herzstück des japanischen Teams bilden.

"Die jetzige Mannschaft ist anders [als bei den letzten beiden WM-Turnieren]. Man kann die aktuelle Rolle nicht mit einer früheren vergleichen. Jede Spielerin ist für ihre eigene Rolle in diesem Team verantwortlich. Das gilt auch für mich."

Wir haben eine neue Mannschaft mit jungen und relativ unerfahrenen Spielerinnen. Insofern fahren wir im kommenden Jahr als Herausforderer nach Frankreich. Andererseits haben wir es bei den beiden vorherigen Turnierauflagen bis ins Finale geschafft. Wir müssen also eine Balance finden und sowohl unserer Rolle als Herausforderer wie auch als zweimaliger Finalist gerecht werden. Darin liegt der Schlüssel [zu unserem Erfolg].

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel