Der zweifache Titelträger USA hat sich den dritten Platz und damit die Bronzemedaille bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 gesichert. Im Duell der Verlierer der beiden Halbfinalpartien behielten die U.S.-Girls am Sonntag in Shanghai klar mit 4:1 gegen Norwegen die Oberhand. Damit feierte das Ensemble von Greg Ryan einen versöhnlichen Abschluss, nachdem man in der Runde der letzten Vier eine bittere 0:4-Schlappe gegen Brasilien hinnehmen musste.

In einer von beiden Seiten auf taktisch hohem Niveau geführten Partie waren es die U.S.-Girls, die sich von Beginn an als das leicht dominante Team präsentierten. Gleich dreimal hatten die Norwegerinnen in den ersten 20 Spielminuten Glück, dass sie nicht in Rückstand gerieten, als Fernschüsse von Kristine Lilly und Lori Chalupny knapp am gegnerischen Tor vorbei segelten und die stark aufspielende Lilly zudem ein feines Zuspiel von Aly Wagner nur um Haaresbreite verpasste.

Dann aber wurden die Norwegerinnen, die in der Runde der letzten Vier mit 0:3 an Titelverteidiger Deutschland gescheitert waren, stärker. Die auffällige Solveig Gulbrandsen setzte sich auf dem rechten Flügel durch und platzierte eine butterweiche Flanke genau auf die Stirn von Melissa Wiik, doch der Kopfball der Angreiferin strich knapp am Gehäuse von U.S.-Keeperin Briana Scurry vorbei.

Nach exakt einer halben Stunde machte es Wambach auf der Gegenseite besser: Nach einem Eckball faustete Norwegens Torfrau Bente Nordby das Leder genau vor die Füße der an der 16-Meter-Grenze lauernden Chalupny, deren Schussversuch von der Weltklasse-Stürmerin per Hacke zur Führung des zweimaligen Weltmeisters abgefälscht werden konnte.

Nach dem Seitenwechsel erwischten die U.S.-Amerikanerinnen ihre Kontrahentinnen eiskalt, und wieder war es Wambach in Abstaubermanier. Nach einer Hereingabe von links konnte Nordby aus kürzester Distanz zunächst gegen Cat Whitehill retten, doch im Nachfassen war die Torjägerin aus Nordamerika schneller und konnte zum 2:0 einschieben. Norwegen war nun sichtlich geschockt, so dass das Ensemble von Nationalcoach Greg Ryan die Situation so effizient wie nur möglich ausnutzen konnte, als in der 58. und 59. Minute zunächst Chalupny und schließlich Heather O'Reilly jeweils aus rund sechs Metern auf 4:0 erhöhen konnten.

Erstaunlicherweise gab Bjarne Berntsens Team jedoch nicht auf und spielte nun erst Recht keck nach vorne. Die Belohnung kam prompt: Nach 63 Minuten flankte Camilla Huse einen hohen Ball in den Strafraum der USA, Ragnhild Gulbrandsen stieg höher in die Luft als all ihre Gegenspielerinnen und köpfte den Ball über Scurry hinweg zum Ehrentreffer ins lange Eck. In den letzten 30 Minuten machten die Skandinavierinnen zwar noch mal Druck, um noch ein zweites Tor feiern zu dürfen, überwinden konnten sie Scurry indes nicht mehr. Als finales Highlight gönnte U.S.-Coach Ryan seiner Spielführerin Lilly kurz vor dem Schlusspfiff noch einen Extra-Applaus, als er sie nach 334 Länderspielen und fünf WM-Teilnahmen vom Feld nahm.

Spielerin des Spiels: Lori Chalupny (USA)