Nadine ANGERER (GER)

Nadine Angerer
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Nadine Angerer (Deutschland)
Geburtsdatum: 10 November 1978, Lohr am Main, Deutschland
146 Länderspiele (0 Tore)

Nadine Angerer ist die erfolgreichste deutsche Torhüterin aller Zeiten und wahrlich ein Aushängeschild des Frauenfussballs. Fünf Mal wurde sie Europameisterin, sicherte sich 2003 den WM-Titel, ohne eine Minute auf dem Platz gestanden zu haben, und konnte 2007 dieses Kunststück wiederholen. Dieses Mal als Stammtorhüterin.

Die Glanzparaden und die Zuverlässigkeit der deutschen Torfrau hatten einen wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Titelverteidigung der DFB-Elf. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass sie im gesamten Turnier nicht ein einziges Mal hinter sich greifen musste. Hinzu kommt, dass sie in der zweiten Halbzeit des Finales gegen Brasilien auch noch einen Elfmeter von keiner Geringeren als der fünfmaligen FIFA-Weltfussballerin Marta parieren konnte. Eine unschlagbare und sensationelle Leistung.

Und es sollten noch weitere folgen. 2009 und 2013 feierte sie mit den DFB-Frauen den Gewinn der Europameisterschaft. Auch hier bewies Angerer einmal mehr ihre Weltklasse. Bei der Auflage 2013 musste "die Frau mit Hut" im gesamten Turnier nur ein Gegentor hinnehmen. Im Endspiel gegen Norwegen hielt Natze gleich zwei Elfmeter und sicherte ihrer Mannschaft den knappen 1:0-Sieg und die damit verbundene Titelverteidigung. Ein bemerkenswerter Soloauftritt, der ihr die Auszeichnung zu Europas Fussballerin des Jahres und die Wahl zur FIFA-Weltfussballerin einbrachte.

Dabei sah es zu Beginn ihrer Laufbahn keinesfalls danach aus, dass sie irgendwann einmal zwischen den Pfosten Karriere machen würde. Die ehemalige Stürmerin war lediglich in einem Sichtungsspiel für eine verletzte Torhüterin eingesprungen und wurde prompt entdeckt.

Ihr Debüt in der Frauen-Nationalmannschaft gab Angerer am 27. August 1996. Beim 3:0-Erfolg gegen die Niederlande stand sie über die kompletten 90 Minuten im Tor. Nur ein Jahr später holte sie den EM-Titel und damit auch ihren ersten Erfolg überhaupt.

Am 4. Juli 2015 endete die Nationalmannschafts-Geschichte von Angerer. Nach dem 0:1 n.V. gegen England im Spiel um den dritten Platz bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015 in Kanada beendete sie nach 146 Länderspielen, 18 Jahren, neun Monaten und 16 Tagen ihre Karriere im Dress der DFB-Frauen. Kurze Zeit später war für sie nach Stationen in München, Potsdam, Frankfurt, Schweden, Australien und den USA auch auf Vereinsebene Schluss.

Größte Erfolge

  • ​WM-Titel 2003 und 2007
  • EM-Titel 1997, 2001, 2005, 2009 und 2013
  • Olympische Bronzemedaille 2000, 2004 und 2008

  • FIFA-Weltfussballerin 2013

Erinnerungen... ...an ihren größten Erfolg:
"Da gibt es ganz viele! Ich kann jetzt nicht nur einen nennen, aber natürlich sind die WM-Siege 2003 und 2007 sowie der EM-Triumph 2013 ganz vorne mit dabei. Aber es waren auch kleinere Erfolge wie die erste deutsche Meisterschaft mit Turbine Potsdam. Besonders stolz bin ich natürlich darauf, dass ich bei der WM 2007 in China während der gesamten Endrunde ohne Gegentor blieb und dass ich im Finale gegen die Brasilianerinnen diesen Elfmeter gegen Marta halten konnte. Das war wichtig für mich, weil es mein erstes großes Turnier als Nummer eins war. Aber man darf nie vergessen, dass der Fussball ein Mannschaftssport ist. Und ich weiß eben auch ganz genau, wie sensationell dieses coole Team, dass wir damals hatten, war."

...an ihr emotionalstes Spiel:
"Ich hatte ja meine Klappe vor der WM 2007 sehr weit aufgerissen, dass ich die Nummer eins sein möchte. Und dann kam plötzlich der Punkt, an dem ich das bestätigen musste. Deswegen war jedes einzelne Spiel damals in China von der ersten Minute an sehr, sehr emotional für mich. Ich hatte mir selbst einen unfassbar großen Druck gemacht und sage ja deswegen auch, dass ich manchmal selbst meine größte Kontrahentin war. Aber, wie schon gesagt: Wer weiß, wo ich gelandet wäre, wenn ich das nicht so gemacht hätte."

...an die Sache mit dem Hut:
"Die Mütze muss immer sein! Oder halt der Hut! Das Witzige ist ja, dass ich das schon seit Jahren so mache. Aber nach der WM 2007 sagten plötzlich alle: 'Oha, die läuft ja immer mit 'ner Mütze rum!' Ich will damit nicht auffallen. Ich bin einfach nur viel zu faul, jeden Morgen meine Haare zu machen. Das ist alles!"

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