Olympisches Fussballturnier der Frauen

CONCACAF: Acht Teams, zwei Tickets

(FIFA.com)
Carli Lloyd #10 of USA celebrates with Alex Morgan #13 after scoring
© Getty Images

Im August heißt es wieder: Ludi incipiant - Die Spiele mögen beginnen, wenn in Brasilien die Olympischen Sommerspiele 2016 feierlich eröffnet werden. Welche Nationalmannschaften aus der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone am Fussballturnier der Frauen um die Goldmedaille kämpfen, wird sich in einem Qualifikationswettbewerb entscheiden, der vom 10. bis 21. Februar (Ortszeit) in den USA ausgetragen wird. Acht Teams, aufgeteilt in zwei Gruppen, haben dabei die Tickets für Rio 2016 im Visier. In der Staffel A treffen die USA, Puerto Rico, Mexiko und Costa Rica aufeinander, in Staffel B stehen sich Kanada, Guatemala, Trinidad und Tobago sowie Guyana gegenüber.

Klare Favoriten
Betrachtet man die Teams auf dem Papier, dann gehen die USA als amtierender Weltmeister- und Titelverteidiger sowie WM-Gastgeber Kanada als klare Favoriten in das Turnier. Für Jill Ellis, frischgebackene FIFA Trainerin des Jahres im Frauenfussball, ist die Qualifikation der USA allerdings kein Selbstläufer. "Wir haben eine schwere Gruppe. Dieses Mal kommen nur die zwei besten Teams weiter, es gibt in diesem Jahr kein Sicherheitsnetz. Wir müssen also unbedingt in Topform starten", erklärte sie im exklusiven Interview mit FIFA.com.

"Wir müssen den Gruppensieg anstreben und dann auch das wichtige Halbfinale für uns entscheiden. Mir gefällt die Einstellung der Mannschaft, denn auch für uns gibt es keine Erfolgsgarantien und entsprechend gehen wir an die Aufgabe heran. Wir müssen uns alles selbst verdienen. Genau darauf konzentrieren wir uns. 2011 musste das Team noch in die schwere Playoff-Runde, um sich für die WM zu qualifizieren. Das haben wir, glaube ich, immer noch im Hinterkopf. In unserer Region kann man sich auf nichts verlassen. Wir müssen gegen einige Mannschaften antreten, die auch schon bei der WM dabei waren und entsprechend erfahren sind."

Mit diesen Teams sind Kanada, Mexiko und Costa Rica gemeint, die sehr unterschiedlich bei dem globalen Gipfeltreffen im letzten Jahr abschnitten. Für Costa Rica und Mexiko war die WM bereits nach der Gruppenphase beendet. Während sich Costa Rica nach zwei Unentschieden (Spanien und Korea Republik) und einer knappen Niederlage gegen Brasilien verabschieden musste, kassierte Mexiko bei einem Remis (Kolumbien) gleich zwei Niederlagen (England und Frankreich).

Krasse Außenseiter
Für WM-Gastgeber Kanada kam das bittere Aus erst im Viertelfinale, das auch gleichzeitig den Traum vom Titelgewinn im eigenen Land zunichte machte. Doch nach der WM ist bekanntlich vor Olympia und Kanada-Coach John Herdman startet voller Zuversicht in Olympia-Qualifikation.

"Im Moment sind wir in der Lage, uns voll und ganz auf das bevorstehende Qualifikationsturnier konzentrieren zu können und werden hoffentlich in der Lage sein, unsere Bronze-Medaille im Sommer in Rio zu verteidigen", so Herdman nach der Bekanntgabe seines Kaders auf der Webseite des kanadischen Verbandes. "Uns stand eine starke Gruppe von Spielerinnen zur Verfügung, was die endgültige Auswahl extrem schwierig gemacht hat. Aber wir haben ein Team zusammengestellt, das da rausgehen und den Job erledigen wird, der darin besteht, das Land stolz zu machen und sich für Rio 2016 zu qualifizieren." Eine klare Ansage des kanadischen Nationaltrainers.

Puerto Rico (108.), Guatemala (76.), Trinidad und Tobago (48.) sowie Guyana (89.) verfügen hingegen über weitaus weniger Turnier-Erfahrung, was auch ihre Platzierungen in der FIFA/Coca-Cola-Frauenweltrangliste deutlich widerspiegeln. Alle vier Teams waren noch nie bei Olympia oder einer Frauen-Weltmeisterschaft dabei.

Trotzdem ist keine dieser Mannschaften zu unterschätzen, wie Puerto Ricos Mittelfeldspielerin Nicole Rodriguez auf der CONCACAF-Internetseite deutlich macht: "Es ist gut für unseren Geist zu wissen, dass es einen Grund dafür gibt, warum wir bei diesem Turnier dabei sind und es kein Zufall ist. Wir sind in der Lage und bereit, uns mit den Besten zu messen." Und auch Richard Hood, Cheftrainer von Trinidad und Tobago, glaubt an seine Elf. "Wir glauben, dass wir eine realistische Chance haben, bei diesem Wettbewerb erfolgreich zu sein."

Die "Großen" sollten also gewarnt sein. Einen Ausrutscher dürfen sie sich nicht erlauben, denn nur die beiden Finalisten sichern sich einen Startplatz für das Olympische Fussballturnier der Frauen in diesem Sommer.

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