Olympisches Fussballturnier der Frauen Tokio 2020

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Tokio 2020 - Frauen

Wu: "Der Geist der 'Steel Roses' kann uns ans Ziel bringen"

China PR defender Wu Haiyan
© imago
  • Das Frauen-Nationalteam der VR China im Olympia-Trainingslager
  • Spielführerin Wu blickt zurück auf die Qualifikationsspiele im Februar
  • Sie ist überzeugt, dass der Geist der Steel Roses dem Team zum Erfolg verhelfen kann

In der VR China kehrt dank der enormen Anstrengungen des Landes im Kampf gegen COVID-19 in den vergangenen Monaten allmählich wieder etwas Normalität zurück. Dies bedeutet auch für das Frauenfussballteam des Landes die Wiederaufnahme des Trainings. Am 2. April bezog das Team ein vierwöchiges Trainingslager im Fussballzentrum Taihu in der Stadt Suzhou.

"Mit diesem Trainingslager verfolgen wir das Ziel, die Fitness und Kraft der Spielerinnen wieder zu stärken", so die Spielführerin Wu Haiyan gegenüber FIFA.com. "Wir machen dafür intensives Aufwärm- und Krafttraining und auf dem Platz trainieren wir offensive und defensive Taktiken."

Natürlich haben dabei die Gesundheit und die Sicherheit höchste Priorität. Dafür bestehen strikte Schutzmaßnahmen. "Wir tragen immer Gesichtsmasken, außer beim Training auf dem Spielfeld", so die 27-jährige Verteidigerin. "Jede von uns hat ein Hotelzimmer für sich allein und im Speisesaal sitzt jede Spielerin an einem eigenen Tisch, damit wir den Abstand einhalten können."

Im gesamten Land waren in den vergangenen Monaten entsprechende Abstandsregeln in Kraft. Doch auch in dieser Zeit waren die Spielerinnen keineswegs inaktiv, wie Wu erzählt. "Trainer Jia Xiu Quan hat uns angewiesen, täglich zu Hause zu trainieren. Er hat für jede Spielerin einen eigenen Plan aufgestellt. Doch natürlich hat nicht jede von uns ein ganzes Fitnessstudio zu Hause. Also mussten wir das Beste aus dem machen, was wir zur Verfügung hatten."

"Ich selbst habe so ziemlich alles zum Trainieren genutzt, was mir in die Hände fiel. Zum Hanteltraining habe ich eine volle Tasche oder ein großes Glas benutzt. Und ich war draußen zum Laufen, wenn wenig Leute auf der Straße waren."

Mit dem Trainingslager beginnt die Vorbereitung der Chinesinnen auf das entscheidende Play-off-Duell gegen die Republik Korea im Rahmen der Qualifikation für das Olympische Fussballturnier der Frauen, das eigentlich für den Juni angesetzt war. Nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, die Spiele von Tokio erst im Jahr 2021 abzuhalten, wird das Playoff-Duell mit Hin- und Rückspiel nun allerdings erst zu einem späteren Datum stattfinden.

"Es ist schwer zu sagen, ob diese Verschiebung für uns eher ein Vorteil oder eher ein Nachteil ist", so Wu. "Wir als Spielerinnen möchten die Spiele eigentlich so früh wie möglich absolvieren, denn wir können es kaum erwarten, die Qualifikation für die Olympischen Spiele unter Dach und Fach zu bringen. Aber wir nehmen die Herausforderung so, wie sie kommt."

Der Geist der "Steel Roses"

Der bisherige Verlauf der Olympia-Qualifikation wurde durch die COVID-19-Pandemie völlig durcheinander gewirbelt. Eigentlich hätte die VR China im Februar die dritte Qualifikationsrunde in Wuhan ausrichten sollen. Dann wurde eine Verlegung nach Nanjing beschlossen, doch auch daraus wurde nichts. Schließlich wurde Sydney als neuer Austragungsort festgelegt und das Team musste in aller Eile für die Reise nach Brisbane packen, wo erst einmal eine Quarantäne in einem Hotel angeordnet wurde.

"Das war eine sehr schwierige Zeit", so die Spielführerin. "Wir konnten nicht wie üblich auf dem Spielfeld oder im Kraftraum trainieren. Ein bisschen Training haben wir im Hotel machen können, und am Tag vor dem ersten Spiel konnten wir zumindest eine Stunde auf dem Trainingsplatz nutzen."

"Vor dem ersten Spiel sagte Trainer Jia zu uns: 'Ihr seht ja selbst all die Schwierigkeiten. Aber was sollen wir machen?' Wir alle wussten, was er meinte. Wir hatten all das gemeinsam durchgestanden und wollten beweisen, was wir können."

Trotz der stark eingeschränkten Vorbereitung zeigten die Chinesinnen in der Tradition der "Steel Roses" starke Leistungen. Zum Auftakt gab es einen 6:1-Kantersieg gegen Thailand. Es folgte ein ebenso beeindruckendes 5:0 gegen Chinese Taipei 5-0. Und in der Partie gegen Australien gingen die Chinesinnen vier Minuten vor Schluss mit 1:0 in Führung, kassierten dann aber in der Nachspielzeit noch den Ausgleich zur Punkteteilung.

"Solidarität und Teamwork sind schon immer der Kernpunkt unseres Geistes gewesen", so Wu. "Schwierigkeiten schweißen uns als Team nur noch fester zusammen. Wir stellen uns allen Herausforderungen gemeinsam und arbeiten als Einheit hart, um unsere Ziele zu erreichen."

Im Duell gegen die Republik Korea geht es dann um alles oder nichts. Wu ist überzeugt, dass das Team dieses Mal wieder optimal vorbereitet sein wird und es schaffen kann. "Die Republik Korea hat eine starke Mannschaft mit mehreren Spielerinnen, die sehr torgefährlich sind. Aber wir haben sehr viel Erfahrung gegen diesen Gegner und werden schon in der Vorbereitung keine Mühen scheuen."

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