Olympische Fussballturniere London 2012 - Frauen

Olympische Fussballturniere London 2012 - Frauen

25 Juli - 9 August 2012

Olympische Fussballturnier 2012 - Frauen

Le Sommer: "Müssen positiv denken"

France's forward Eugenie Le Sommer (2nd R) is congratulated by her teammates
© AFP

Wie bei der FIFA Frauen-WM 2011 scheiterte Frankreich an der vorletzten Hürde und muss sich nun wieder aufs Neue motivieren, um noch eine Olympische Medaille zu gewinnen. Im "kleinen Finale" in Deutschland lautete der Gegner Schweden, am Donnerstag in Coventry wird Kanada gegenüberstehen.

Eugènie Le Sommer, die bei der Niederlage gegen Japan nach ihrer Einwechslung eine beeindruckende Leistung zeigte und ein Tor erzielte, möchte die Enttäuschung so schnell wie möglich verdauen und das Olympische Fussballturnier der Frauen 2012 wenigstens nicht ohne Bronze um den Hals verlassen.

"Für uns wird es wichtig sein, dass uns ein komplettes Spiel gelingt, von Anfang bis zum Ende. Wir dürfen nicht darauf warten, in Gefahr zu geraten, um uns spielerisch zu befreien", analysierte Le Sommer im Gespräch mit FIFA.com.

Die Spielerin von Olympique Lyon ist sich des Schwachpunkts der Französinnen bei diesem Wettbewerb sehr wohl bewusst. Die Bleues waren in London bisher nicht in der Lage, ihre Qualitäten über die gesamten 90 Minuten zu zeigen.

In der ersten Partie gegen die USA gaben sie nach gutem Start eine 2:0-Führung aus der Hand, als die Nordamerikanerinnen zum Gegenangriff bliesen und sie förmlich überrollten. In den folgenden Partien wechselten sich stets Phasen der Anfälligkeit mit starken Offensivbemühungen ab.

Die Niederlage gegen Japan war dafür ein perfektes Beispiel. "Es war ein Halbfinale, und da so viel auf dem Spiel stand, fiel es uns schwer, befreit zu spielen", erklärte die Stürmerin. "Wir mussten erst ein Gegentor kassieren und uns mit dem Rücken zur Wand wiederfinden, um uns endlich zu befreien."

Ihre Mannschaft lag gegen die Asiatinnen mit 0:2 zurück, als sie kurz nach der Pause ins Spiel kam. "Wenn man ein Tor erzielt, ist das zwangsläufig ein guter Auftritt", kommentierte sie bescheiden die Tatsache, dass sie die französische Überlegenheit eine Viertelstunde vor Schluss in ein Tor ummünzte.

Doch die zahllosen weiteren Angriffsbemühungen der Französinnen in der dramatischen Schlussphase der Partie prallten alle an der japanischen Abwehr ab. Elise Bussaglia vergab sogar einen Elfmeter, den Le Sommer kurz nach ihrem Treffer herausgeholt hatte.

"Es ist sehr enttäuschend, denn wir hatten genügend Spielraum, um etwas zu machen, um das Unentschieden oder den Sieg gegen die Japanerinnen zu suchen", bedauerte die Torschützenkönigin der französischen Meisterschaft. "Nun müssen wir uns auf diese Medaille konzentrieren, denn angesichts unserer Leistungen haben wir sie uns verdient."

In ihrem Unglück ist die Französin hingegen ganz froh über den nächsten Kontrahenten auf dem Weg zu Bronze: "Das letzte Mal haben wir im Finale des Turniers in Zypern gegen Kanada gespielt und 2:0 gewonnen. Wir haben sie bei der letzten Weltmeisterschaft auch schon mit 4:0 geschlagen. Es ist also eine Mannschaft, der unser Spiel nicht liegt, und wir müssen ihnen selbstbewusster und weniger beeindruckt als den Japanerinnen begegnen."

Die Schützlinge von Bruno Bini können vielleicht auch auf den Vorteil bauen, körperlich und mental frischer zu sein. Das kanadische Team um Christine Sinclair musste gegen die USA einerseits in die Verlängerung und zudem die Tatsache verkraften, nach dreimaliger Führung erst in der letzten Sekunde der Nachspielzeit den entscheidenden Gegentreffer zu kassieren.

Andererseits zeigten die Spielerinnen von John Herdman über die gesamte Partie hinweg eine starke Leistung, spielten befreit auf und waren der weltweiten Fussball-Großmacht ebenbürtig.

Doch Eugènie Le Sommer hofft, dass ihre Mannschaft endlich die Fähigkeit erlangt hat, bei den wichtigen Duellen auszublenden, was auf dem Spiel steht. "Wir müssen positiv denken und uns an das halten, wozu wir in der zweiten Hälfte in der Lage waren und es über das gesamte letzte Spiel durchhalten."

Zweifellos die Voraussetzung dafür, um sich mit einem Lächeln und der Bronzemedaille aus Großbritannien zu verabschieden.

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