Olympisches Fussballturnier der Frauen Peking 2008

Olympisches Fussballturnier der Frauen Peking 2008

6 August - 21 August 2008

Olympische Fussballturnier 2008 - Frauen

Offene Rechnungen bei Final-Neuauflage in Peking

USA played defeated Japan 4-2 in the semi-final clash on 18 August at the Beijing Workers' Stadium
© Foto-net

Das Endspiel um die Goldmedaille bei den diesjährigen Olympischen Spielen ist dasselbe wie 2004 in Athen. Damals gewannen die USA, und Brasilien wurde Zweiter. Beide Mannschaften haben dabei noch Rechnungen offen: Die Brasilianerinnen, die für viele Experten vor vier Jahren das bessere Team waren, wollen ebenso ihre Revanche wie die Amerikanerinnen für die 0:4-Niederlage bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007.

"Ich will diese Goldmedaille", bringt es Spielmacherin Marta auf den Punkt. "Es ist mein größter Wunsch, mit der ersten Goldmedaille im Frauenfussball nach Brasilien zurückzukehren."

Die amtierende FIFA-Weltfussballerin des Jahres stand zusammen mit neun weiteren Akteurinnen aus dem heutigen Kader schon in jener Mannschaft, die am 26. August 2004 das Finale von Athen in der Verlängerung verlor. Ihre Tränen an diesem Tag waren der beste Beleg dafür, welcher Frust in dieser Generation brasilianischer Fussballerinnen herrscht, die fast immer ganz vorn mit dabei sind und doch noch nie den Titel gewonnen haben.

Marta war auch 2007 beim Aus der USA gegen Brasilien in China VR die Schlüsselspielerin. Sie machte zwei Tore und ein großartiges Spiel beim erst zweiten Sieg der Südamerikanerinnen in der 22. Begegnung gegen die Vereinigten Staaten. Diesem jüngsten Erfolg in einem Pflichtspiel stehen allerdings drei 1:0-Siege der USA in drei Freundschaftsspielen in den letzten zehn Wochen gegenüber.

Auch Trainerin Pia Sundhage hat noch acht Spielerinnen aus der Gold-Mannschaft von Athen vor vier Jahren im Kader, darunter Shannon Boxx, Kate Markgraf, Heather O'Reilly und Spielführerin Christie Rampone.

"Bei unserem letzten Spiel gegen Brasilien ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte", meinte Markgraf gegenüber FIFA.com zum 0:4 in Hangzhou im vergangenen Jahr. Sie muss es wissen, wurde sie doch verletzt vom Platz getragen, und die USA mussten eine ganze Halbzeit lang in Unterzahl spielen. "Wir wissen, dass die Brasilianerinnen gerade im Angriff über unendlich viele Klassespielerinnen verfügen, aber jetzt werden die Karten neu gemischt", so Markgraf.

Ins gleiche Horn stößt die mit vier Toren zweitbeste Stürmerin dieser Endrunde in Peking. "Wir erinnern uns nicht gern an dieses Spiel letztes Jahr, und wir wollen in dieser Partie um die Goldmedaille das eine oder andere geraderücken", so Angela Hucles.

Boxx schaut nicht zurück
Shannon Boxx, die im letzten Pflichtspiel zwischen den beiden Kontrahenten im vergangenen Jahr vom Platz gestellt worden war, hat vor dem Klassiker im Endspiel weder Angst, noch hegt sie Rachegelüste. Nach dem 4:2 gegen Japan im Halbfinale meinte sie: "Wir haben zuletzt drei Mal in Freundschaftsspielen gegen Brasilien gewonnen, vielleicht sind da alle negativen Gefühle wegen der Niederlage letztes Jahr verpufft. Die Sache ist jetzt abgehakt. Wir sind eine andere Mannschaft, sie sind eine andere Mannschaft."

Allerdings müssen die USA diesmal ohne die so treffsichere Abby Wambach auskommen. Die Siegtorschützin von 2004 zog sich just in einem der Freundschaftsspiele gegen Brasilien in der Vorbereitung auf Peking einen Beinbruch zu. Zusätzliche Brisanz also in einer ohnehin schon spannenden Rivalität.

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