Olympische Fussballturniere London 2012 - Frauen

Olympische Fussballturniere London 2012 - Frauen

25 Juli - 9 August 2012

Olympische Fussballturnier 2012 - Frauen

Miyama: "Den zweiten Schritt gehen"

Aya Miyama of Japan passes the ball
© Getty Images

Jeder Champion prägt seine Ära auf seine ganz eigene Weise. Die japanischen Gewinnerinnen der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 stehen für ihr präzises Kurzpassspiel, enorme Effizienz und atemberaubende Laufintensität. Doch nicht nur das. Vor dem Endspiel des Olympischen Fussballturniers der Frauen 2012 haben die Asiatinnen ihren Stil auch noch auf andere Art verfeinert. Dies weiß keine besser als Spielführerin Aya Miyama.

"Wir können das Spiel jetzt noch besser kontrollieren als letztes Jahr. Und wir können unseren Rhythmus durchgehend halten. Auch das ist eine Verbesserung zu letztem Jahr", erklärte die 68-malige Nationalspielerin im Gespräch mit FIFA.com und blickte dabei voller Zuversicht in Richtung Neuauflage des WM-Finales von vor 13 Monaten gegen Olympia-Titelverteidiger USA. "Sie werden gegen uns 100 Prozent motiviert sein, um sich zu revanchieren. Für uns ist es wichtig, uns selbst zu kontrollieren und keine besonderen Emotionen aufkommen zu lassen, auch wenn der Gegner USA heißt."

Vor dem mit Spannung erwarteten Showdown im Londoner Wembley-Stadion am Donnerstagabend wird es seitens der Ostasiatinnen in der Tat darauf ankommen, die für ihre Mentalität so typische Selbstdisziplin und Kontrolle zu behalten. Kein Team versteht es so gut, sich nur auf sich selbst zu konzentrieren, wie die Auswahl von Coach Norio Sasaki. Immer wenn sie das taten, waren sie bärenstark.

Verbale ZurückhaltungEmotionen werden im Vorfeld des Endspiels heruntergeschraubt, Understatement ist angesagt. Bereits vor zwei Wochen erklärte Rechtsverteidigerin Yukari Kinga gegenüber FIFA.com: "Auch wenn wir der amtierende Weltmeister sind, befinden wir uns hier dennoch in der Rolle des Herausforderers." Nun betonte Mittelfeldakteurin Miyama in ähnlichem Ton: "Die Französinnen waren im Halbfinale in vielerlei Hinsicht besser als wir. Wir müssen nun ihren Spirit für unser Finale mitnehmen."

Dass die Japanerinnen in London 2012 einen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben und die Früchte für ihre harte Arbeit nun mit einem abermaligen Triumph gegen die U.S.-Girls ernten wollen, um ihre Ausnahmestellung weiter zu festigen, macht Miyama nicht unbedingt an spektakulären Darbietungen fest. Vielmehr sei es die psychologische Stärke, auch knappe Duelle für sich zu entscheiden, die die Weiterentwicklung der Nadeshiko zeigt und gegen die ehrgeizigen Nordamerikanerinnen helfen soll.

"Wir haben hart dafür gearbeitet, dass das Glück auf unserer Seite ist", lautet die Erklärung der 27-Jährigen, die neben der aktuellen FIFA Weltfussballerin Homare Sawa als zweites Aushängeschild des japanischen Frauenfussballs gilt. Dabei war es nicht zuletzt auch die harte Arbeit von ihr selbst, die ihr Team erneut ins Finale führte. Nicht nur, dass Miyama beide Tore gegen Frankreich vorbereite, sie fing mit hohem Laufaufwand und der für sie typischen Zweikampfstärke im Schaltzentrum zahlreiche Bälle ab.

Fussballerische DominanzGenau darauf wird es auch gegen die Stars and Stripes ankommen, um zu verhindern, dass das gefürchtete Sturmduo mit Abby Wambach und Alex Morgan aus dem Mittelfeld heraus allzu oft in Szene gesetzt wird. Deshalb sagt Miyama in ihrer Rolle als Herzstück des schnellen Umschaltens von Defensive auf Offensive gegenüber FIFA.com ganz bewusst: "Wir müssen ihnen unser Spiel aufdrängen."

Spätestens bei diesem Satz und spätestens jetzt sollte allen klar sein: Selbstdisziplin und Understatement ist eine Sache, auf dem Platz geht für die smarten Japanerinnen jedoch kein Weg an ihrer ganz eigenen Dominanz vorbei. Zumindest bis jetzt nicht.

Bei all dem psychologischen Geplänkel im Vorfeld des Endspiels des Olympischen Fussballturniers der Frauen 2012 ist Miyama aber dennoch bewusst, welch große Bedeutung ein zweiter Triumph auf der weltweiten Bühne binnen etwas mehr als einem Jahr hätte. "Seit der WM 2011 hat sich die Popularität des Frauenfussballs in Japan enorm gesteigert. Wir wollen jetzt auch den zweiten Schritt gehen und mit einem weiteren Erfolg hier in London 2012 unseren Sport zu Hause noch mehr etablieren."

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