Olympisches Fussballturnier der Frauen Peking 2008

Olympisches Fussballturnier der Frauen Peking 2008

6 August - 21 August 2008

Olympische Fussballturnier 2008 - Frauen

Cristiane: "Dieses Mal wird es anders laufen"

Brazil's Christiane (#11) celebrates after scoring against Nigeria
© AFP

Die Entwicklung des brasilianischen Frauenfussballs und die Geschichte Cristianes sind eng miteinander verknüpft. Es scheint erst gestern gewesen zu sein, dass die junge Stürmerin, die gegenwärtig bei Linköping in Schweden unter Vertrag steht, beim Olympischen Fussballturnier der Frauen 2004 in Athen fünf Treffer in sechs Partien erzielte. Vier Jahre sind mittlerweile vergangen, seit man damals die Silbermedaille holte, und die Torjägerin hat auch in Peking ihr Können unter Beweis gestellt und auf dem Weg ihres Teams ins Finale vier Treffer erzielt.

Nur Stunden vor dem Anpfiff des erneuten Duells mit den Vereinigten Staaten nahm sich die 23-Jährige Zeit für ein Gespräch mit FIFA.com. In dem Exklusiv-Interview ging es um ihre Erlebnisse bei Olympia, die Chancen auf eine Revanche gegen die Nordamerikanerinnen und ihre Wünsche und Träume im Fussball.

Cristiane, Sie sind gerade einmal 23 Jahre alt, und erleben bereits ihre zweiten Olympischen Spiele. Was denken Sie darüber?
Für mich ist es unglaublich. Ich hätte mir nie vorgestellt, dass ich das in so kurzer Zeit erreichen könnte. Es sind meine zweiten Olympischen Spiele, ich stehe kurz vor dem zweiten Finale in Folge und habe bereits die Silbermedaille sicher. Es ist ein Wunder! Ich bin sehr glücklich, auch wenn ich hoffe, dass ich dieses Mal die Goldmedaille holen werde.

Sie haben ein ganz besonderes Verhältnis zu den Vereinigten Staaten: Gegen dieses Team haben Sie ihr erstes Spiel als Stammspielerin bei den Olympischen Spielen bestritten. Dann folgte das allseits bekannte Finale und jetzt geht es erneut um Gold. Das alles dürfte sehr gemischte Gefühle in Ihnen wecken ...
Ja, so ist es. Es ist immer etwas Besonderes, gegen eine so große und so erfolgreiche Mannschaft wie die Vereinigten Staaten zu spielen. Erst recht, wenn man das letzte Finale in Athen verloren hat. Jetzt treffen wir erneut in einem ganz wichtigen Spiel auf sie. Ich bin ganz sicher, dass es ein ganz anderes Endspiel werden wird.

Werden Sie endlich Revanche nehmen können?
Ja, alles läuft darauf hinaus. Es scheint, als ob jemand speziell für uns ein Drehbuch verfasst hätte. Erst schlagen wir Deutschland, gegen das wir noch das WM-Finale im letzten Jahr verloren haben, und jetzt treffen wir im Endspiel ebenso wie 2004 auf die USA. Ich glaube, dass es diesmal anders laufen wird.

Sie haben bereits zehn Treffer bei Olympischen Spielen erzielt. Welches waren die wichtigsten?
Zweifellos die beiden, die ich am Montag im Halbfinale gegen Deutschland erzielt habe. Und zwar aus verschiedenen Gründen: Wir waren auf Wiedergutmachung aus wegen des verlorenen WM-Finales, standen nur einen Schritt vor dem Finale und die Treffer besiegelten die Niederlage der Deutschen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl und ich hoffe, so etwas gegen die Vereinigten Staaten wieder erleben zu können.

Was können Sie über Pia Sundhages Team sagen?
Sie haben eine große Mannschaft, die jedoch mit Abby Wambach auf eine ihrer wichtigsten Spielerinnen verzichten muss. Dennoch haben sie sich als Team gefestigt und spielen auf sehr hohem Niveau. Es ist ganz wichtig, dass wir ruhig und gelassen spielen.

Ist ihren Brüdern bewusst, was Sie im Fussball erreicht haben?
Natürlich! Auch wenn es ihnen manchmal schwer fällt, das zu glauben. Als wir klein waren, haben wir alle auf der Straße Fussball gespielt, aber jetzt bin ich diejenige, die in der ersten Liga spielt, und sie gehen jeden Tag arbeiten. Es ist einfach unglaublich!

Wie wichtig wäre eine Goldmedaille für Ihre Mannschaft?
Das wäre einfach alles. Wir haben das ganze Jahr so hart gearbeitet, um das zu schaffen, so dass es ganz sicher äußerst wichtig für uns und auch für das ganze Land wäre. Wir möchten allen Freude bereiten und dabei auch zur Weiterentwicklung des Frauenfussballs im Allgemeinen beitragen.

Wie wichtig wäre ein Sieg für die Förderung des Frauenfussballs in Ihrem Land?Tatsächlich hat sich die Einstellung der Brasilianer zum Frauenfussball sehr gewandelt. Viele Leute interessieren sich jetzt auch für ihn und wir spüren diese Unterstützung bei den großen Turnieren. Aber natürlich wäre eine Goldmedaille da sehr hilfreich.

Sie haben all das mit gerade einmal 23 Jahren erreicht. Haben Sie noch andere Träume?Mein größter Traum war es, im Ausland zu spielen und meine Familie zu unterstützen. Das ist mir zum Glück gelungen. Jetzt wäre es schön, wenn wir in Brasilien eine starke und wichtige Frauenliga hätten.

Und die Goldmedaille?Natürlich! Wir hoffen, die am Donnerstag zu holen ...

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