QUALIFIKATION #WEURO2022

Zeit der Entscheidungen 

Patri of Spain Team during qualifying phase of Euro 2022 
© Getty Images
  • Für die EM qualifiziert: Deutschland, Dänemark, Niederlande, Norwegen, Schweden & England (Gastgeber)
  • Noch zahlreiche Teams im Rennen um die letzten zehn Tickets
  • Mehrere Entscheidungsspiele stehen auf dem Programm

Sechs Mannschaften haben bisher ihren Startplatz für die UEFA Women’s EURO 2022 sicher – zehn weitere sind nach wie vor zu vergeben. Spannende Partien sind damit vorprogrammiert. Für die Republik Irland gilt es darum ausgerechnet gegen den achtmaligen Europameister Deutschland drei Punkte einzufahren, wenn man den Traum von der EM-Teilnahme nicht begraben möchte. Auch für Polen zählt gegen Spanien nur ein Dreifacherfolg, Schottland strebt nach der 0:1-Niederlage gegen Finnland Wiedergutmachung an und im Duell zwischen Frankreich und Österreich geht es darum, wer sich den ersten Platz in der Gruppe sichert.

Herausragende Spiele:

Schottland – Finnland

01. Dezember, Easter Road Stadium, Edinburgh

Nach drei Siegen gab es für Schottland die erste Niederlage. Ausgerechnet gegen Finnland, dass von Anna Signeul trainiert wird, die zuvor 12,5 Jahre für Schottland an der Seitenlinie stand. Die Finninnen schoben sich damit auf Platz eins und haben vor, diesen zu verteidigen, wenn es am 1. Dezember zu einem erneuten Aufeinandertreffen kommt. Mit einem Sieg gegen Portugal am 27.11. hat Schottland die Möglichkeit auf einen Punkt an die Konkurrenten aus Nordeuropa heranzurücken. "Als wir bei der Auslosung in dieselbe Gruppe wie Schottland gezogen wurden, war das - für mich persönlich - nicht gut. Ich glaube nicht, dass es Auswirkungen für Schottland oder Finnland hat. Ich persönlich finde es schwierig, gegen sie zu spielen, aber ich bin professionelle Trainerin und muss die Emotionen aus der Situation herausnehmen. Mein Herz und meine Leidenschaft sind absolut mit Finnland. Ich liebe meinen Job und arbeite gern mit meinen Spielerinnen zusammen. Es ist einfach eine tolle Truppe", so Finnlands Trainerin Anna Signeul im Interview mit FIFA.com.

Slowakei –Island

26. November, National Training Centre, Senec

In dieser Gruppe ist Schweden nicht mehr einzuholen. Jetzt geht es darum, Platz zwei zu sichern, da nur die Gruppensieger und die drei besten Zweitplatzierten direkt zur EM fahren. Die übrigen zweitplatzierten Teams müssen in die Playoff-Runde. Den Isländerinnen, die bei der EM 2017 nach der Vorrunde ausschieden, reichen gegen die Slowakei ein Punkt, um Rang zwei zu zementieren. "In der FIFA-Weltrangliste belegt Island den 19. Platz, wir den 47.", so Peter Kopúň, Trainer der Slowakei, auf der Internetseite des Verbandes. "Ich frage mich, wie es am Donnerstag ausgehen wird. Einerseits ist im Fussball ab und zu eine große Überraschung möglich, andererseits ist die qualitative Differenz theoretisch signifikant. Intern freue ich mich jedoch sehr, dass uns das Schicksal für diese Zeit eine solche Herausforderung beschert hat."

Auf Gegenseite muss Trainer Jón Þór Hauksson für die Spiele gegen die Slowakei und Ungarn zwei Änderungen im Kader vornehmen. Dagný Brynjarsdóttir und Rakel Hönnudóttir kommen neu hinzu während Karólína Lea Vilhjálmsdóttir und Hólmfríður Magnúsdóttir nicht dabei sein werden.

Spanien – Polen

01 Dezember, Pabellón de la Ciudad del Fútbol 1 - Madrid

In dieser hart umkämpften Gruppe werden die Karten ständig neu gemischt, da mit Spanien, Polen und der Tschechischen Republik gleich drei Mannschaften den Blick nach oben richten. Die beste Ausgangslage haben dabei die Spanierinnen, die mit einem Punkt weniger auf Platz zwei hinter Polen rangieren, aber noch drei Partien in der Hinterhand haben. Ein Sieg gegen Polen im direkten Duell würde dem Team von Trainer Jorge Vilda ausreichen, um die Qualifikation in trockene Tücher zu bringen. Sollten vorher drei Punkte gegen Moldawien eingefahren werden, würde sogar ein Unentschieden reichen. Die Polinnen müssen hingegen punkten, um mindestens den zweiten Platz zu belegen, da ihnen die Tschechische Republik im Nacken sitzt. Sollte die Elf von Karel Rada gegen Moldawien mehr Punkte einfahren als Polen gegen Spanien, würde sie die Qualifikation als Gruppenzweiter beenden.

Weitere Begegnungen

Für die Schweiz geht es am 1. Dezember in Belgien um den Gruppensieg. Während die Eidgenössinnen mit 19 Punkten die Gruppe H anführen, stehen die Red Flames mit einem Zähler weniger dahinter. Frankreich kämpft am 27. November in Guingamp im direkten Duell mit den punktgleichen Österreicherinnen um den Gruppensieg. Während EM-Halbfinalist von 2017 am 1. Dezember zum Abschluss Serbien empfängt, muss der WM-Gastgeber von 2019 gegen Kasachstan ran. Nordirland zieht in die Play-offs ein, wenn Belarus und die Färöer besiegt werden. Sollte, in diesen Spielen allerdings Punkte liegen gelassen werden, darf sich Wales - bei einem gleichzeitigen Sieg gegen Belarus - freuen. Die bereits für die EM qualifizierten DFB-Frauen treffen in den beiden abschließenden Qualifikationspartien in Ingolstadt auf Griechenland sowie in Dublin auf die Republik Irland.

Zitat

"Irland muss gegen uns punkten, das heißt, das Spiel hat für die Irinnen noch eine große Bedeutung im Hinblick auf die Europameisterschaft. Im Hinspiel waren sie aufgrund unserer Qualität vor allem in der ersten Halbzeit nicht in der Lage, in ihr Spiel zu kommen. Aber ich kenne die Trainerin und die Mannschaft. Im Rückspiel wollen sie es viel besser machen, sie spielen zuhause und werden uns sicherlich viel mehr fordern. Unser Ziel ist aber klar, dass wir weiterhin alle Spiele gewinnen wollen."
Martina Voss-Tecklenburg (Trainerin Deutschland)

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