Frauenfussball

Wenn eine Ära endet und eine neue beginnt

Team Frankfurt gathers together 
© Getty Images
  • Mit dem letzten Spiel des 1. FFC Frankfurt in der Bundesliga endet eine Ära...
  • ... mit der Fusion mit Eintracht Frankfurt beginnt eine neue
  • Schalke 04 gründet eigene Frauenfussballabteilung

Der 28. Juni 2020 war ein besonderer Tag für den 1. FFC Frankfurt. Es war der Tag, an dem der Verein sein letztes Spiel in der deutschen Frauen-Bundesliga absolvierte. Damit endete die Ära des erfolgreichsten Frauenfussballvereins Deutschlands nach sieben Meisterschaften, neun Pokal- und vier Europapokalsiegen. Birgit Prinz, Nadine Angerer, Saskia Bartusiak, Melanie Behringer, Nia Künzer oder Steffi Jones sind nur einige der großen Namen, die für Frankfurt auf dem Platz standen.

Gleichzeitig beginnt mit der Fusion mit Eintracht Frankfurt eine neue Zeitrechnung. Zur kommenden Saison wird der 1. FFC die Frauenfussballabteilung der Eintracht bilden und unter dem Namen Eintracht Frankfurt in der Bundesliga antreten. Ein entsprechender Fusionsvertrag wurde zwischen den beiden Parteien Mitte Juni 2019 unterschrieben. Durch das Bündeln der Aktivitäten im Frauen- und Mädchenfussball soll an alte Erfolgszeiten angeschlossen werden. 2008 konnte der FFC zuletzt die Meisterschaft bejubeln, den letzten großen Titel 2015, als man sich im Finale der UEFA Women’s Champions League mit 2:1 gegen Paris Saint-Germain durchsetzte.

"Ich bin ausgesprochen glücklich und dankbar, dass der 'Hochzeitsvertrag' mit Eintracht Frankfurt nach einer langen und sehr fokussierten Vorbereitungszeit unterzeichnet ist. Damit geht für uns ein Traum in Erfüllung, nach mehr als zwei Jahrzehnten FFC-Erfolgsgeschichte genau zum richtigen Zeitpunkt unser Know-how, aber auch die Mitarbeiter, Mitglieder und unsere Fans in das Fahrwasser der großen Eintracht-Familie und damit in ein starkes, neues Zuhause mitnehmen zu dürfen“, so der langjährige FFC-Manager Siegfried Dietrich auf der Internetseite des Vereins.

"Die Unterschrift unter die Fusionsvereinbarung ist aber auch ein historischer und richtungsweisender Moment, der nicht nur unserem Lebenswerk eine Zukunft mit neuen Zielen ermöglicht, sondern auch für die Perspektive des deutschen Vereinsfrauenfussballs und die Wettbewerbsattraktivität der Frauen-Bundesliga ein interessantes Signal geben wird. Klar, dass bei dem Übergang und den Emotionen rund um die letzten Auftritte im FFC-Trikot auch ein wenig Wehmut mitspielt. Aber die Vorfreude auf neue Ziele und ein neues Zeitalter des Frankfurter Frauenfussballs überwiegen deutlich."

Die Kaderplanungen laufen bereits auf Hochtouren. So wechselt zum Beispiel die deutsche Nationaltorhüterin Merle Frohms vom SC Freiburg an den Main, von Turbine Potsdam kommt die slowenische Nationalspielerin Lara Prasnikar. Auch die Zweitligamannschaft des FFC, die die Saison aufgrund der Corona-Pandemie nicht zu Ende spielen konnte, hat das Training wieder aufgenommen – im Eintracht-Trikot. "Diese Premierensaison steht unter einem besonderen Stern, eine neue Ära beginnt. Die Vorfreude ist seit Wochen riesig, nun den Adler auf der Brust zu tragen, das ist für uns alle ein Aufbruch in ein neues Zeitalter", bringt es Trainerin Kim Kulig auf den Punkt.

Doch nicht nur in Frankfurt herrscht Aufbruchsstimmung, sondern auch in Gelsenkirchen. Genauer gesagt beim FC Schalke 04, der in den nächsten Monaten eine gesamtheitliche Struktur im Frauen- und Mädchenfussball aufbauen will. Auf Schalke fängt man "klein an" und sieht sich nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Frauen- Mädchenfussballabteilungen anderer Vereine. So wird eine Damenmannschaft in der Kreisliga B antreten, ein U-17-Team in der Kreisliga.

Federführend bei diesem Projekt ist Bodo Menze, der frühere Leiter und Schöpfer der Knappenschmiede. "Meine Einstellung zum Frauenfussball hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Spätestens die Leistungen bei der letzten Frauen-WM haben mich vollends überzeugt und begeistert. Und ich denke, dieses Thema ist – auch, was den Breitensport angeht – gesellschaftlich hoch relevant. Vor einiger Zeit habe ich den Gedanken, eine Frauenfussballabteilung zu gründen, eingebracht – und aus diesem Grund begleite ich nun natürlich auch sehr gerne das Projekt», erklärt Menze auf der Webseite der Schalker.

Im Frauenfussball stehen spannende Zeiten an - nicht nur in Deutschland, wo sechs Vereine im Frauen- und Männerfussball erstklassig sind. Auch Real Madrid wird in der nächsten Spielzeit erstmals ein Frauenteam in der höchsten spanischen Liga auf das Feld schicken...

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