Zusammenschluss von Eredivisie Vrouwen und KNVB

Van de Ven: "Wir wollen neue Stars hervorbringen"

Kirsten Van De Ven of The Netherlands celebrates
© Getty Images
  • Die acht Vereine der Eredivisie Vrouwen und der KNVB haben sich zusammengeschlossen
  • Ziel: Der Liga mehr Gesicht verleihen und den wirtschaftlichen und sozialen Wert steigern
  • "Wir wollen neue Stars hervorbringen"

Einzug ins Achtelfinale der FIFA Frauen-WM 2015 in Kanada, Europameister 2017 im eigenen Land, Vizeweltmeister 2019 in Frankreich. Die jüngsten Erfolge der Oranje Leeuwinnen zeigen deutlich die positive Entwicklung des Frauenfussballs in den Niederlanden. Sicher auch einer der Gründe, warum der Frauenfussball die am schnellsten wachsende Sportart im Land ist.

"Wir hatten die EURO 2017, die den Frauenfussball bereits einer breiteren Öffentlichkeit sichtbarer gemacht hat. Aber die Weltmeisterschaft rundete das Ganze zum Beispiel mit einer Show vor den Spielen ab", erklärt Kirsten van de Ven, Managerin des Frauenfussballs beim Königlichen Niederländische Fussballbund (KNVB), im Gespräch mit FIFA.com.

"Mit der Weltmeisterschaft 2019 haben wir 79,2% der niederländischen Bevölkerung erreicht, das heißt: Fast 80% haben etwas von der Weltmeisterschaft gesehen oder darüber gelsesen. Die Zuschauer haben positive Veränderungen gesehen und festgestellt, dass sie den Frauenfussball wirklich mochten und die Energie liebten. Sie haben die Namen der Spielerinnen und die Geschichten dahinter kennengelernt. Und wenn wir über das Erbe Frankreichs 2019 sprechen: 16 Spiele der Weltmeisterschaft hatten mehr als eine Million Zuschauer im Fernsehen. Also nicht nur die Spiele der niederländische Mannschaft. Die Pre-Shows haben durchschnittlich 700.000 Zuschauer verfolgt. Die Menschen sehen also auch das Potenzial und die Kraft des Frauenfussballs", führt die ehemalige niederländische Nationalspielerin, die 2016 ihre aktive Karriere beendete, weiter aus.

Dieses Potenzial soll nun auch in der Eredivisie Vrouwen sichtbar gemacht werden. Um dem Wettbewerb mehr Gesicht zu verleihen und den wirtschaftlichen und sozialen Wert zu steigern, haben sich die acht Vereine der Liga und der KNVB zusammengetan – zum ersten Mal in der Geschichte des Frauenfussballs in den Niederlanden.

"Nach der EURO 2017 wurden die Klubs zu einem Unternehmen zusammengeschlossen. Alle sahen die Popularität des Frauenfussballs, und dass wir dies auch für die Liga nutzen sollten. Das Unternehmen hat jedoch nicht wirklich funktioniert und allen erneut klar gemacht, dass wir dies wirklich gemeinsam machen müssen, der Verband und die Klubs." so Van de Ven, die 2009 mit den OranjeLeeuwinnen bei der Europameisterschaft eine Bronzemedaille gewann und das Team 2015 ins WM-Achtelfinale schoss. Gemeinsam soll unter anderem nach namensgebenden und Medienpartnern gesucht werden, um die Liga mehr in das Bewusstsein der Menschen zu rücken.

"Wir wollen mehr Sichtbarkeit schaffen, und dass die Leute sich ein Spiel ansehen. Es gibt immer noch Leute, die sagen, dass die Liga nicht gut ist - die haben die Liga noch nicht einmal gesehen. Die Eredivisie soll zu einem Ort, von dem junge Mädchen träumen dort zu spielen. Dazu müssen wir den kommerziellen Wert steigern und das Potenzial nutzen, das wir bei den Oranje Leeuwinnen sehen. Als sie sichtbarer wurden, begannen die Leute sie wirklich zu lieben, was zu einer großen Fangemeinde führte. Wir müssen die nächsten Schritte unternehmen, um den Fussball zu verbessern. Wir wollen mehr Einkommen erwirtschaften, das wir in den Sport investieren können."

So soll sichergestellt werden, dass junge Talente nicht das Land verlassen, sondern zu Führungspersönlichkeiten der Liga heranwachsen. Dabei hilft sicher auch der Umstand, dass das erfahrende Trio Mandy van den Berg, Stefanie van der Gragt und Sari van Veenendaal in die Eredivisie zurückgekehrt ist. Ziel ist es jedoch ebenfalls "neue Stars zu hervorzubringen", wie Van de Ven zu Protokoll gibt. "Es gibt viele Talente in der Liga, die die Leute noch nicht kennen. Wir möchten, dass die Leute sie kennenlernen, indem wir die Liga sichtbar machen. Wir setzen nicht darauf, dass alle Spieler zurückkommen, wir wollen Holland nur zeigen, wie viele Talente wir tatsächlich auf unseren Plätzen haben."

Bei der Weltmeisterschaft standen bei den etzten acht Teams fünf Trainerinnen (Deutschland, Italien, Niederlande, Frankreich und USA) an der Seitenlinie. Von den 24 Teams waren es insgesamt neun. Wir wollen mehr Frauen im Spiel halten. Dies ist ein weiteres großes Ziel von uns, mehr Trainerinnen und Schiedsrichterinnen zu haben. Andernfalls verlieren wir Talente, die uns helfen können, das Spiel weiterzuentwickeln.

Kirsten van de Ven, Manager Vrouwenvoetbal

Gewusst?

  • Das erste Spiel der Eredivisie Vrouwen wurde am 29. August 2007 ausgetragen. Damals trafen der FC Twente und der SC Heerenveen aufeinander. Das Endergebnis: 2:3. Zum ersten Champion wurde AZ Alkmaar gekrönt.
  • 21 der 23 Spielerinnen des WM-Kaders der OranjeLeeuwinnen starteten ihre (Profi-)Fussballkarriere bei einem Verein der Eredivisie.
  • Bereits am 20. März waren mehr als 15.000 Tickets für für die Partie PSV - Ajax verkauft worden. Das Spiel fand aber aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt. Diese Zuschauerzahl hätte den alten Besucherrekord (Willem II - AZ im Jahr 2009 / 10.000 Zuschauer) übertroffen.

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