Frauenfussball

Sawa: Die Highlights ihrer glanzvollen Karriere

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Die legendäre japanische Mittelfeldspielerin Homare Sawa hat am Donnerstag das Ende ihrer schillernden Karriere angekündigt. Ihr ebenso langer wie erfolgreicher Weg hatte vor knapp 25 Jahren begonnen. In dieser Zeit hat sie zahlreiche Titel und Ehrungen errungen.

Allein in der japanischen Nationalmannschaft brachte sie es auf 205 Länderspiele (nationaler Rekord) und 83 Tore. Sawas Name ist untrennbar mit dem endgültigen Durchbruch Japans und des Frauenfussballs insgesamt verbunden: 2011 gewann sie mit der Nadeshiko sensationell die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland.

FIFA.com hat fünf Highlights aus der unvergleichlichen Karriere der Stürmerin zusammengestellt.

*Bescheidener Auftakt *Als Homare Sawa 1995 ihr Debüt bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft feierte, war Frauenfussball noch meilenweit von seinem heutigen Status entfernt. Nicht einmal 4.000 Zuschauer waren in der schwedischen Kleinstadt Karlstad dabei, als die 16-jährige Sawa gegen Europameister Deutschland debütierte. Die Japanerinnen verloren die Partie nur knapp durch einen Treffer von Silvia Neid. Es sollte der erste Schritt einer großartigen Karriere sein. Insgesamt nahm Sawa an sechs FIFA Frauen-Weltmeisterschaften teil und ist damit neben der Brasilianerin Formiga die einzige sechsfache WM-Teilnehmerin. Sie brachte es auf 24 Spiele auf der großen Bühne, in denen sie acht Tore erzielte.

*Goldener Sommer in Deutschland *Heute scheint es kaum noch vorstellbar, doch bis 2011 hatte Japan auf höchster Ebene eine wenig beeindruckende Bilanz vorzuweisen. Bei den fünf WM-Endrunden zuvor hatte es in insgesamt 16 absolvierten WM-Spielen nur drei Siege und eine Viertelfinalteilnahme im Jahre 1995 gegeben. Doch im Laufe des Turniers besiegte die Nadeshiko auf dem Weg zum Titelgewinn Deutschland, Schweden und die USA. Treibende Kraft und Regisseurin des Teams war dabei stets die torgefährliche Spielführerin. Mit fünf Treffern gewann Sawa den Goldenen Schuh von adidas als beste Torjägerin des Turniers. Zudem wurde sie als beste Spielerin auch mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet. Ihr Ausgleichstreffer in der 117. Spielminute des Finales rettete die Japanerinnen in die Verlängerung und wurde zum Sinnbild des insgesamt hervorragenden Turniers.

*Ein strahlender Stern auch auf der einheimischen Bühne *Sawa begann ihre Klubkarriere bereits im zarten Alter von zwölf Jahren. Insgesamt blieb sie 13 Jahre beim bekanntesten Team des Landes, NTV Beleza. 2011 schloss sie sich INAC Kobe Leonessa an und leitete die erfolgreichste Ära in der Geschichte des Klubs ein. In ihrer Karriere brachte sie es auf sagenhafte elf japanische Meistertitel. Unvergessen ist bis heute die Zeit im Anschluss an den WM-Titelgewinn 2011 in Deutschland. INAC Kobe spielte damals mehrfach vor Rekordkulissen von rund 20.000 Zuschauern. Sawa war dabei eine der Identifikationsfiguren für die landesweite Begeisterung für den Frauenfussball. Ihr Gesicht lächelte von zahllosen Postern, war im Fernsehen omnipräsent und wurde für zahlreiche Werbekampagnen genutzt. Die japanische Nachrichten-Website Sponichi Annex berichtete sogar, dass auf dem Höhepunkt von Sawas Popoularität scharenweise Fans vor ihrem Haus campierten.

*Schulter an Schulter mit den besten Athleten der Welt *Sawa gehört zu den wenigen Akteuren, die bei vier Olympischen Fussballturnieren dabei waren. Man darf durchaus davon ausgehen, dass ohne ihren Rücktritt noch eine fünfte Teilnahme hinzugekommen wäre, denn im Februar beginnt die Qualifikation für das nächste Turnier in Rio de Janeiro. Die Japanerinnen bewiesen mit dem Durchmarsch bis ins Finale bei den Olympischen Spielen von London 2012, dass ihr Triumph 2011 in Deutschland kein Zufallsprodukt war. Zwar trug bei diesem Turnier Aya Miyama die Kapitänsbinde, doch Sawa spielte erneut eine enorm wichtige Rolle. Verdienter Lohn für die erneute Klasseleistung war der Gewinn der Silbermedaille. Zwei Jahre später folgte ein weiterer bahnbrechender Erfolg, als Japan mit dem Titelgewinn bei der AFC Asien-Meisterschaft der Frauen erstmals die kontinentale Krone eroberte. Auch hier leistete Sawa im Finale einen maßgeblichen Beitrag.

*Anmut und Stil *Jedes Jahr im Januar versammelt sich in Zürich alles, was in der Fussballwelt Rang und Namen hat, zur Gala FIFA Ballon d'Or. Vor vier Jahren beherrschte zwar Lionel Messi die Schlagzeilen, doch auch Homare Sawa stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. In einen traditionellen Kimono gekleidet, glänzte sie zunächst auf dem roten Teppich und wurde später als erste Asiatin als FIFA-Weltfussballerin des Jahres ausgezeichnet. An diesem Winterabend in der Schweiz zeigte Sawa genau die Attribute, die sie auch auf dem Spielfeld ausmachten - nämlich Anmut, Eleganz und Erfolg.

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