Frauenfussball

Mentor und Mentees machen das Beste aus dem Treffen in Madrid

  • Der spanische Nationaltrainer empfängt Benítez und Vaz in Madrid
  • Treffen im Rahmen des Trainerinnen-Mentorenprogramms
  • "Ziel ist es, dass sie nach Abschluss der Fortbildung bessere Trainerinnen sind"

Ein Trainer, eine Trainerin und eine Assistenztrainerin verbrachten sieben Tage in einer erstklassigen Anlage. Der spanische Nationaltrainer Jorge Vilda öffnete kürzlich die Türen der Ciudad del Fútbol – Trainingszentrum der spanischen Nationalmannschaften – für die Paraguayerin Epifania Benítez und die Brasilianerin Beatriz Vaz.

Es handelte sich dabei um eines von mehreren geplanten Treffen der drei im Rahmen des FIFA Trainerinnen-Mentorenprogramms, das im Oktober 2018 ins Leben gerufen wurde.

Mentor Jorge Vilda

Trainer der spanischen Frauen-Nationalmannschaft

  • 2010 Debüt als Trainer der spanischen U-17-Auswahl
  • 2013 Trainer der spanischen U-19-Auswahl
  • Seit 2015 Trainer der A-Nationalmannschaft
  • Gewinner des Algarve-Cup 2017
  • Gewinner des Cyprus Cup 2018
  • Kandidat für die Auszeichnung zum The Best – FIFA-Welttrainer 2018 – Frauen

Mentees Epifania Benítez und Beatriz Vaz

Seit 2017 paraguayische Nationaltrainerin im Nachwuchsbereich
Aktuelle paraguayische Nationaltrainerin (A-Nationalteam und U-20)
Gewinnerin der Copa América 2014 als Spielerin
Derzeit Assistenztrainerin von Pia Sundhage beim brasilianischen Nationalteam

Nach zwei didaktischen Erfahrungen in Paraguay stand für Vilda nun ein Heimspiel an, und er nutzte das Trainingslager der U-16-Frauenauswahl, um mit seinen Schülerinnen einen integrierten Fortbildungsplan umzusetzen.

Auf der Agenda standen praktische Einheiten, bei denen das Training des Jugendteams aus nächster Nähe beobachtet wurde. Des Weiteren gab es Besuche bei Klubs der ersten spanischen Liga und sogar einen theoretischen Teil. Der Spanier leitete den technisch-taktischen Unterricht, andere Mitglieder seines Teams vermittelten im Rahmen gesonderter Zusammenkünfte Kenntnisse in den Bereichen Fitnesstraining, Analyse und Technologie.

"Unser Ziel ist es, dass sie nach ihrem Aufenthalt hier das Gefühl haben, bessere Trainerinnen zu sein", erklärt Vilda im Gespräch mit **FIFA.com**. "Wir vermitteln Ihnen methodische Ansätze und legen die Betonung dabei auf das Spielsystem der spanischen Auswahlteams. Ich möchte, dass sie ein reales Bild vom gesamten spanischen Frauenfussball bekommen."

Epifania Benitez, Beatriz Vaz and Jorge Vilda meet as part of FIFA's Coach Mentorship Programme in Madrid, Spain

"Wir lernen viel von unserem Mentor", berichtet Epifania Benítez, die erste Frau, der es gelungen ist, sich mit einer paraguayischen Frauenauswahl für die Endrunde eines großen Turniers zu qualifizieren, nämlich für die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2018. "Das Trainerinnen-Mentorenprogramm der FIFA hat uns geholfen, unseren Horizont zu erweitern. Wir sehen fantastische Dinge, die wir in Zukunft in unsere Trainingseinheiten einbinden können."

"Für uns tut sich hier eine einzigartige Gelegenheit auf. Jorge war sehr hilfsbereit und hat uns gezeigt, wie hier gearbeitet wird und wie man hier den Fussball sieht", berichtet Beatriz Vaz e Silva, die ehemalige brasilianische Spielerin, die derzeit als Assistenztrainerin von Pia Sundhage bei der brasilianischen Nationalmannschaft tätig ist. "Mein Hauptziel ist es, so viel wie möglich von Experten wie Jorge zu lernen, um Pia unter die Arme greifen zu können."

Beide Frauen stammen aus Südamerika, einem Teil der Welt mit einem ganz eigenen, einzigartigen Ansatz im Fussball. Diese Tatsache trägt zu einem besseren Verständnis bei und hilft ihnen bei der Weiterentwicklung.

"Jede Fussballschule hat ihre Eigenschaften und eigene Ansätze, um zum Sieg zu kommen. Wir können aus dem Fussball der CONMEBOL viele Dinge mitnehmen, durch die wir uns verbessern können", meint Vilda mit Bezug auf das Potenzial des Frauenfussballs auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans. "Der südamerikanische Jugendfussball ist von großem Konkurrenzkampf geprägt. Er bringt viele talentierte Spielerinnen hervor."

"Jede Konföderation und jedes Land hat eine eigene Arbeitsweise, obwohl du natürlich auch Dinge von anderen Mannschaften übernimmst", betont Benítez. "Ich verbessere mich mit Blick auf das Laufen mit dem Ball und die Ballannahme. Das sind Dinge, an denen wir mit dem paraguayischen Nationalteam noch arbeiten müssen." Ihre brasilianische Kollegin teilt diese Ansicht. "Alle Kenntnisse zu neuen Methoden und neuen Möglichkeiten, die wir in Brasilien einbringen können, haben für uns eine große Bedeutung."

Epifania Benitez and Beatriz Vaz meet as part of FIFA's Coach Mentorship Programme in Madrid, Spain

Träume von einer strahlenden Zukunft

Wir wollten wissen, welche Bilanz die beiden aus ihrer Teilnahme am Trainerinnen-Mentorenprogramm der FIFA ziehen.

"Südamerika macht Fortschritte", betont Benítez. "Jetzt geht es zunächst einmal darum, weiter zu arbeiten. Die Mädchen, die heute am Training teilnehmen, haben keine Angst mehr, sich ihre Träume zu erfüllen, und für viele werden sie schon Realität."

"Wir sind besser als vor dieser Fortbildungsmaßnahme", meint Vaz. "Im Frauenfussball gibt es ein ganzes Buch, das nur darauf wartet, geschrieben zu werden. Tutoren wie Jorge [Vilda] und Pia [Sundhage] sind unbezahlbar. Es wird fantastisch sein, nach Brasilien zurückzukehren und über alles zu berichten, was ich hier gelernt habe."

Das letzte Wort hat Vilda: "Ich bin sehr zufrieden. Vieles von dem hier Erlernten können sie für ihre Nationalteams nutzen. Die FIFA engagiert sich für die Trainerentwicklung, und wir werden auch in Zukunft daran arbeiten, Trainerinnen auszubilden."

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