Frauenfussball

Maier freut sich nach der WM auf Herausforderungen mit Arsenal

Leonie Maier of Germany smiles
© Getty Images
  • Leonie Maier wechselte kurz vor dem Start der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ zu Arsenal
  • Die ehemalige Spielerin von Bayern München traf bei ihrem Debüt auf ehemalige Teamkolleginnen
  • "Im Ausland zu spielen war immer mein Traum"

Es kommt nicht häufig vor, dass jemand bei seinem Debüt für einen neuen Klub die Spielerinnen in der gegnerischen Spielfeldhälfte besser kennt als die des eigenen Teams.

Genau so erging es der deutschen Verteidigerin Leonie Maier, als sie ihren Einstand bei Arsenal gab, und zwar gegen ihren ehemaligen Klub FC Bayern München. Sie war erst eine Woche vor dem Start der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™. von der Frauen-Bundesliga in die FA Women's Super League gewechselt.

Maier hatte zuvor sechs Jahre lang für Bayern gespielt, nachdem sie 2013 vom SC 07 Bad Neuenahr dorthin gewechselt war. Im selben Jahr hatte sie als 20-Jährige ihren Durchbruch in der deutschen A-Nationalmannschaft gefeiert, mit der sie die UEFA Europameisterschaft der Frauen gewann.

Maier gewann sowohl bei der U-17-Weltmeisterschaft (Bronze) als auch bei der U-20-Weltmeisterschaft (Silber) eine Medaille und bestritt in Frankreich ihre zweite WM für A-Nationalmannschaften. Zuvor war sie schon 2015 in Kanada dabei gewesen.

Neue Horizonte

Dies ist allerdings ihre erste Auslandserfahrung auf Vereinsebene. Wir wollten wissen, was es für ein Gefühl war, ihre Karriere in England mit einer Partie gegen ihre ehemaligen Kolleginnen zu starten, und warum sie sich für die englische Liga entschieden hat.

"Es war sehr merkwürdig für mich, gegen meine ehemaligen Teamkameradinnen anzutreten. Ich habe mich natürlich gefreut, sie wiederzusehen, war aber auch glücklich darüber, mein erstes Spiel für Arsenal zu bestreiten", erklärte sie nach der 0:1-Niederlage ihres neuen Klubs. "Die Liga [in England] wird immer besser, und für mich war es eine gute Chance, mich zu verbessern und im Ausland zu spielen. Das war immer mein Traum gewesen."

Die Chance, zu einem Klub zu stoßen, bei dem mittlerweile sechs ehemalige Teamkameradinnen unter Vertrag stehen, konnte sie nicht ablehnen. Ein Wechsel von München nach Nord-London ist nämlich in den letzten Spielzeiten populär geworden. Und natürlich holte sie sich Rat, bevor sie sich zu diesem Schritt entschloss.

"Ich habe mit Viv [Miedema], Lisa [Evans] und Vicky [Schnaderbeck] gesprochen. Sie alle hatten nur Positives vom Klub zu berichten und sagten, sie wären hier glücklich", so die Gewinnerin der Olympischen Goldmedaille. "Die Qualität ist hier sehr gut. Wir hatten viel Spaß beim Training und sind fokussiert. Ich freue mich schon auf die Rückkehr der anderen Spielerinnen nach der WM."

Aufgrund des Ausscheidens im Viertelfinale gegen Schweden hat Deutschland nun seit den beiden WM-Siegen in den Jahren 2003 und 2007 auf der Weltbühne keine Medaille mehr gewonnen.

Steigendes Niveau

Trainerin Martina Voss-Tecklenburg war bei WM-Beginn noch nicht einmal ein Jahr im Amt. Daher gibt es noch viele Faktoren, an denen gearbeitet werden muss. Angesichts der guten Leistungen von Nachwuchstalenten wie der 17-jährigen Lena Oberdorf und der 20-jährigen Giulia Gwinn, die als beste Nachwuchsspielerin des Turniers ausgezeichnet wurde, darf sie jedoch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

Maier war zwar enttäuscht über das frühe Ausscheiden ihres Teams, erklärte jedoch auch, dass die Konkurrenz bei dieser Frauen-WM im Vergleich zu vorherigen Turnieren stärker geworden war. Laut Maier stellen selbst kleinere Länder mittlerweile eine größere Herausforderung dar, weshalb ein höheres Leistungsniveau gefragt ist.

"Das war nicht das Ergebnis, das wir erwartet hatten. Wir waren sehr enttäuscht. Doch das ist vorbei und wir müssen jetzt nach vorn schauen. Die WM war sehr hilfreich. Da das Niveau so hoch ist, musst du dich in jedem Spiel steigern. Selbst die kleineren Länder werden immer besser, und jedes Spiel ist hart. So können wir uns steigern."

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