Frauenfussball

Lydia Nsekera aus Burundi erhielt IOC-Auszeichnung

Lydia Nsekera, die Präsidentin des Fussballverbandes von Burundi, wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für ihre Leistungen zu Gunsten von Frauen im Sport mit einer hohen Auszeichnung geehrt.

Das IOC überreichte die "Frauen- und Sport"-Trophäen im Rahmen einer Feierstunde im Olympischen Museum in Lausanne (Schweiz) an Nsekera und vier weitere Sportfunktionärinnen. Die Trägerinnen der Auszeichnung wurden geehrt für "herausragenden Einsatz, Enthusiasmus, Tatkraft und Mut, mit denen sie maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die Zahl der Frauen und Mädchen im internationalen Sport gesteigert werden konnte."

Nsekera war 2004 als zweite Frau (nach der Liberianerin Sombo Izetta Wesley) an die Spitze eines afrikanischen Fussballverbandes gewählt worden, nachdem es im Fussballverband von Burundi zuvor zu Turbulenzen gekommen war. Vor sechs Jahren hatte die FIFA die Zahlungen im Rahmen des finanziellen Hilfsprogramms (FAP) an Burundi ausgesetzt, da die Leitung des Fussballverbandes nicht dokumentieren konnte, wie Teilsummen der erhaltenen Hilfsgelder verwendet worden waren.

Drei Jahre lang gab es keinen ordentlichen Ligabetrieb, so dass die besten Spieler Burundi verließen und in anderen Ligen aktiv wurden. Mit dem Amtsantritt der neuen Verbandspräsidentin Nsekera änderte sich die Situation grundlegend.

"Einige Mitglieder der Exekutive traten an mich heran und forderten mich auf, mich als Präsidentin des Fussballverbandes zur Wahl zu stellen. Zunächst zögerte ich, da die Situation im Verband so schlecht war. Doch sie bestanden auf ihre Forderung. Schließlich stimmte ich unter der Bedingung zu, dass man sich nach meiner Wahl auf große Veränderungen einstellen müsse", so Nsekera.

"Nach der Amtsübernahme stellte ich die Disziplin im Fussballverband wieder her, überarbeitete die Regularien und organisierte die Liga neu. Jetzt herrscht finanzielle Disziplin, wir haben ein dreistufiges Ligasystem, und ich habe eine Überprüfung in Gang gesetzt, um zu erfahren, wie viele Spieler wir im Land und im Ausland haben", erläuterte sie weiter.

Die U-17-Nationalmannschaft Burundis gewann seitdem den regionalen Wettbewerb um den Cecafa Cup, und erstmals wurde auch eine Frauen-Meisterschaft in Burundi ausgespielt. Nsekera hat außerdem eine erfolgreiche, landesweite Kampagne in Gang gesetzt, um Frauen als Schiedsrichterinnen, Funktionärinnen und Trainerinnen zu gewinnen. Außerdem trug sie dazu bei, das Problembewusstsein gegenüber sexueller Gewalt gegen Frauen sowie HIV/AIDS zu steigern.

Die weiteren Gewinnerinnen der IOC-Auszeichnung sind Maria Caridad Colon Ruenes aus Kuba, Arvin Dashjamts aus der Mongolei, Danira Nakic Bilic aus Kroatien sowie Auvita Rapilla aus Papua-Neuguinea.

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