Frauenfussball

Leupolz: "Das ein Prozess stattfinden muss, war ganz klar"

Melanie Leupolz of Germany looks on 
© Getty Images
  • Melanie Leupolz gilt auf dem Platz als Lenkerin
  • Die Kapitänin des FC Bayern München verpasste den EM-Quali-Auftakt
  • "18 Tore sind schon eine Hausnummer"

Mit gerade einmal 25 Jahren hat Melanie Leupolz bereits an vier großen Turnieren teilgenommen und durfte fünf Titel bejubeln – darunter die Goldmedaille beim Olympischen Fussballturnier der Frauen 2016 in Rio.

Wie schon bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015 in Kanada gehört die Führungsspielerin des FC Bayern, die sich in jungen Jahren für Motocross und Fussball begeisterte, auch in Frankreich 2019 zum Stammpersonal der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.

Mit FIFA.com sprach Leupolz über positive Aspekte der vergangenen Frauen-WM, die anstehenden Spiele in der Qualifikation für die UEFA Women's EURO 2021 und ihre veränderte Rolle innerhalb des DFB-Teams.

Lassen Sie uns einen kurzen Blick zurückwerfen. Auch wenn die WM vielleicht nicht den erwünschten Ausgang hatte, welche positiven Momente/Erfahrungen haben Sie mitgenommen?
Auf jeden Fall wieder eine Turniererfahrung mit der Mannschaft, aber eben auch mit dem neuen Trainerteam. Wir arbeiten ja erst seit Januar zusammen. Das da ein Prozess stattfinden muss, war ganz klar. Da kam das Turnier auch ein bisschen früh, aber man konnte nichtdestostrotz gute Erkenntnisseen gewinnen. Zum Beispiel im Hinblick auf den Stand der anderen Nationen und wo man selbst steht. So etwas nehmen wir mit für die Zukunft.

Sie haben das neue Trainerteam erwähnt. Was zeichnet Martina Voss-Tecklenburg in Ihren Augen aus?
Sie achtet sehr viel auf Kleinigkeiten. Sie fordert auf dem Platz eine hohe Qualität, dass wir aus jeder Situation das Beste herausholen, dazulernen und uns individuell verbessern. Auch neben dem Platz beobachtet sie viel und arbeitet mit ihrem Trainerteam Hand in Hand. Sie ergänzen sich gut.

Die Zukunft sieht ja ganz gut aus. 18 Tore in den ersten beiden Spielen der EM-Qualifikation. Hätten Sie mit einem derart deutlichen Ergebnis gegen Montenegro und die Ukraine gerechnet? Sie selbst haben die beiden Spiele ja verletzungsbedingt verpasst.
Ich dachte mir schon, dass es deutlich wird – gegen die Ukraine vielleicht nicht ganz so. 18 Tore sind auf jeden Fall eine Hausnummer. Ich denke aber, dass die Rückspiele schwieriger werden. Die Gegner werden sich darauf einstellen und noch tiefer stehen.

Es wird Ihrer Ansicht nach gegen die Ukraine und Griechenland also nicht einmal eine derartige Machtdemonstration geben?
Wir müssen unsere Qualitäten einsetzen und auf den Platz bringen. Wir haben auch einfach eine deutlich höhere Qualität als die beiden und müssen diese in Tore ummünzen. Wenn man schon einmal so hoch gewonnen hat, dann ist es schwierig, das noch einmal zu wiederholen. Das ist selten der Fall. Der Gegner kann sich einfach besser auf uns einstellen und wird dies auch tun.

Ist es für Sie ein Vorteil, in der Nationalmannschaft mit mehreren Teamkolleginnen vom FC Bayern München zusammenzuspielen?
Es ist natürlich ein Vorteil, da man sich kennt. Auf und neben dem Platz. Man freut sich allerdings auch immer, wenn man zur Nationalmannschaft kommt und die anderen Teamkolleginnen trifft. Man spielt ja auch dort schon viele Jahr zusammen und sieht sich halt nicht jeden Tag. Es ist ein besonderes Highlight, wenn man mit den besten Spielerinnen Deutschlands zusammenspielen darf. Es kommen auch immer neue Spielerinnen hinzu, wie zum Beispiel aus Hoffenheim, die man neu kennenlernt. Es herrscht ein reger Austausch.

Vor knapp sechs Jahren gaben Sie ihr Debüt in der Nationalmannschaft. Wie hat sich ihre Rolle innerhalb der Mannschaft verändert?
Damals war ich noch ganz jung, unerfahren. Mit jedem Jahr und jedem Länderspiel gewinnt man an Erfahrung dazu. Damals war ich noch Außenstürmerin und bin im Laufe der Zeit auf die Sechser-Position gerutscht. Durch meine Erfahrungen verändert sich auch das Spiel und meine Rolle im Team. Es kommen immer wieder junge Spielrinnen hinzu. Es ist ein Kreislauf.

Wenn Sie sich selbst mit drei Worten beschreiben sollten, welche wären das?
Zuverlässig, ehrgeizig und Teamplayer.

Sie haben mit gerade einmal 25 Jahren bereits vier große Turniere gespielt, haben olympisches Gold geholt. Was sind Ihre persönlichen Ziele?
Die Champions League fehlt mir noch, der DFB-Pokal und natürlich auch der Weltmeistertitel. Das sind alles noch Ziele. Ansonsten möchte ich mich einfach Tag täglich weiterentwickeln und besser werden.

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