Frauenfussball

Kiedrzynek: Erfahrung macht den Unterschied

Katarzyna Kiedrzynek of Paris Saint-Germain warms up
© Getty Images
  • Am Samstag startet Katarzyna Kiedrzynek mit Paris Saint-Germain in die neue Saison
  • Mit Polen belegte sie dieses Jahr beim Algarve Cup den 2. Platz
  • Ihr Traum? Die beste Torhüterin der Welt zu werden

Einmal die beste Torhüterin der Welt sein... Davon träumen nicht nur viele Mädchen, die noch ganz am Anfang ihrer Fussballlaufbahn stehen, sondern auch viele Profispielerinnen. Zu ihnen zählt Katarzyna Kiedrzynek, die seit 2013 das Tor des französischen Erstligisten Paris Saint-Germain hütet, kürzlich zu Polens Fussballerin des Jahres gekürt wurde und mit PSG den Women's Cup 2019 gewann.

"Ich bin 28 Jahre alt und habe nicht so viel Zeit. Nun, das stimmt nicht so ganz. Ich habe viel Zeit", erzählt sie lachend im Gespräch mit FIFA.com. "Ich verbessere mich gerne und weiß, dass ich mit jedem Training mehr lernen kann. Ich hoffe also, dass dies eines Tages passieren wird."

Darüber hinaus träumt Polens Nummer eins im Tor davon, einmal mit der Nationalmannschaft ihres Heimatlandes an einem großen internationalen Turnier teilzunehmen. Zwar belegte Kiedrzynek mit Polen dieses Jahr beim Algarve Cup überraschend den zweiten Platz und ließ damit Mannschaften wie Schweden, Kanada oder Schweden hinter sich, doch den Sprung zu einer WM oder EM schaffte das Team bisher noch nicht.

Der 28-Jährigen ist bewusst, wie wichtig ihre Zeit in Paris ist, um diesen Wunsch vielleicht doch irgendwann einmal wahr werden zu lassen. "Ich spiele jetzt seit fast sieben Jahren hier und alles, was ich hier lerne, kann dazu beitragen, die Nationalmannschaft weiterzuentwickeln. Vor allem aber ist die Erfahrung das Wichtigste im Fussball. Wir können viel versuchen, wir können versuchen, uns zu verbessern. Aber wenn wir keine Erfahrungen sammeln und keine Fehler in unserem Leben und im Fussball machen, können wir uns auch nicht verbessern", ist sich Kiedrzynek, sicher.

"In der polnischen Nationalmannschaft gibt es nicht so viele erfahrene Spielerinnen. Es ist nicht dasselbe, wenn du im Ausland, wie zum Beispiel in Deutschland, oder in Polen spielst. Ich bin sehr gerne hier in Paris und habe viel gelernt. Viel von den anderen Spielerinnen, den anderen Torhüterinnen und den Trainern.“

Es hapert jedoch nicht nur an erfahrenen Spielerinnen, sondern auch daran, das immer noch eine große Kluft besteht zwischen dem, was in der Nationalmannschaft und in den Vereinen gemacht wird.

"Jetzt, wo ich in Paris bin, kann ich den Unterschied zwischen dem Frauenfussball hier und in Polen sehen. Ich sehe, dass sich der Frauenfussball in Polen in den Vereinen nicht wesentlich verbessert. In der Nationalmannschaft machen wir viel. Der Trainer hat eine wirklich gute Taktik. Die Mädchen kehren in ihre Clubs zurück und versuchen, das Niveau zu verbessern“, erklärt die hoch gewachsene Torfrau. Sicher ein erster Schritt in die richtige Richtung - weitere müssen jedoch zwingend folgen. So ist es in den Augen von Kiedrzynek unumgänglich, dass auch die großen Vereine in Polen ihren Beitrag zur Förderung leisten.

"Außerdem müssen wir gute Trainer unter Vertrag nehmen, die Ideen zur Verbesserung der Spielerinnen in Polen haben. Ich hoffe, dass dies eines Tag passieren wird. Wir haben viele Talente, aber im Moment nicht so viele Möglichkeiten. Ich drücke ganz fest die Daumen."

Polens Gegner in der Qualifikation für die UEFA Women's EURO 2021: Aserbaidschan, Tschechische Republik, Moldawien und Spanien.

Katarzyna Kiedrzynek über ihre Vorbilder

Nadine Angerer und Hope Solo natürlich. Es war mir eine Freude, Nadine in Polen zu treffen. Ich habe ihre Instagram-Story gesehen, ihr geschrieben und gefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, mit ihr über Frauenfussball und Torhüten zu sprechen. Es war eine sehr gute Erfahrung und eine wahre Freude, denn sie war eines meiner Idole, als ich jung war. Ich hatte nicht das Vergnügen, Hope Solo zu treffen. Ich mag ihren Spielstil sehr.

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