Frauenfussball

Nationalteams auf dem Weg in die Sonne

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Eine ganze Reihe von Nationalmannschaften macht sich diese Woche anlässlich des prestigeträchtigen Algarve Cups und des stetig wachsenden Cyprus Cups auf den Weg in sonnige Gefilde. Dieses Jahr ergibt sich bei beiden Turnieren ein etwas anderes Bild, da einige Teams aus unterschiedlichen Gründen nicht dabei sein werden.

Eine Terminüberschneidung mit der Asien-Qualifikation für das Olympische Fussballturnier der Frauen sowie mit einem Vier-Nationen-Turnier in Europa, bei dem die Niederlande, Norwegen, Schweden und die Schweiz antreten, sorgen dafür, dass einige Stammgäste die hochklassigen Wettbewerbe mit mediterranem Klima dieses Mal nicht genießen werden. Außerdem heißt der zehnmalige Algarve-Cup-Gewinner USA einige große Namen zu einem Vier-Nationen-Turnier in den Staaten willkommen, nämlich England, Frankreich und Deutschland.

Dennoch bieten die an der portugiesischen Algarve und auf Zypern stattfindenden Turniere hochklassige Partien in einem interessanten Wettbewerbsformat. Das gilt insbesondere für die Teilnehmer an den Olympischen Spielen 2016 in Rio, die sich mit Riesenschritten nähern. Die Abwesenheit diverser regelmäßiger Teilnehmer hat derweil auch einen positiven Nebeneffekt, da neue Gesichter nun die Chance bekommen, dabei zu sein und ihre Fähigkeiten auf den Prüfstand zu stellen.

Wie immer bietet der Algarve Cup nicht nur den Spielerinnen die Möglichkeit, ihr Können zu testen. Eine Auswahl weiblicher Spielleiterinnen aus der ganzen Welt wird ebenfalls dabei sein, sie alle sind potenzielle Kandidatinnen für die Aufgaben als Schiedsrichterinnen und Schiedsrichterassistentinnen bei der diesjährigen FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft in Jordanien und der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft in Papua-Neuguinea.

Bunt gemischtes Oktett an der Algarve
Was auch immer im Laufe des achttägigen Algarve Cups passieren wird, eines steht fest: Am Ende wird ein neuer Name auf dem Pokal stehen. Bei den 22 vorherigen Auflagen des prestigeträchtigen Turniers gab es nur fünf Sieger. Von denen ist dieses Jahr allerdings keiner in Portugal dabei, weil sie alle anderen Verpflichtungen nachkommen. Beim diesjährigen Turnier, das am heutigen Mittwoch beginnt, sind anstelle der üblichen zwölf nur acht Teams vertreten.

Jagd auf den Titel machen 2016 Belgien, Brasilien, Dänemark, Island, Kanada, Neuseeland, Gastgeber Portugal und Russland. Für drei Teams, nämlich Brasilien, Kanada und Neuseeland, geht es dabei langfristig auch um die Planung für Rio. Von einem erfolgreichen Auftritt an der Algarve erhoffen sie sich mannschaftlichen Zusammenhalt und ein gestärktes Selbstbewusstsein.

"Unser Hauptaugenmerk liegt jetzt auf der Vorbereitung für die Olympischen Spiele", so der kanadische Trainer John Herdman. "Sowohl Neuseeland als auch Brasilien werden bei Olympia dabei sein. Daher werden wir die Chance nutzen, diese Teams zu analysieren. Außerdem rückt die Zusammenstellung des endgültigen Kaders, der Kanada in Rio repräsentieren wird, näher, und wir werden mit unserer Bewertung der Spielerinnen fortfahren, die uns zur Verfügung stehen."

Die fünf europäischen Teams stecken derweil mitten in der Qualifikation für die im nächsten Jahr stattfindende UEFA Women’s EURO. Das diese Woche stattfindende Turnier dürfte für die Belgierinnen besonders bedeutungsvoll sein, denn sie sind zum ersten Mal dabei. Die Belgian Red Flames sind auf dem aufsteigenden Ast und würden gern an einige der Erfolge anknüpfen, die ihre männlichen Pendants jüngst verbuchen konnten. Dabei haben sie gute Aussichten auf eine erstmalige Qualifikation für die Europameisterschaft und führen ihre Qualifikationsgruppe derzeit an.

*Europäische Teams auf Zypern im Fokus *
Ebenso wie beim Algarve Cup treten auch bei der diesjährigen Auflage des Cyprus Cups nur acht Teams an, vier Mannschaften weniger als sonst. Anders als in Portugal gehen hier jedoch nur europäische Teilnehmer an den Start. In Gruppe A treten Österreich, Italien, Ungarn und die Republik Irland an, Gruppe B umfasst die Tschechische Republik, Finnland, Polen und Wales.

Ähnlich wie Belgien dürfte auch die Republik Irland darauf hoffen, das Turnier als Sprungbrett zu einer ersten Teilnahme am kontinentalen Wettbewerb nutzen zu können. "Der Cyprus Cup wird in der Vorbereitung eine sehr wichtige Rolle spielen", so Sue Ronan, Trainerin der Republik Irland in Bezug auf die Fortsetzung des Qualifikationswettbewerbs im nächsten Monat. "Wir haben noch viel zu tun, wenn wir in unserer [EURO]-Gruppe einen der ersten beiden Plätze belegen wollen."

Italien belegte letztes Jahr auf Zypern den vierten Platz und rangiert von allen teilnehmenden Teams in der Weltrangliste am höchsten. Daher ruhen hohe Erwartungen auf den Azzurre von Antonio Cabrini. Besonders im Fokus wird die 22-jährige Torjägerin Valentina Giacinti stehen, die in dieser Saison in der italienischen Liga für ihren Klub ASD Mozzanica durchschnittlich mehr als ein Tor pro Spiel erzielt hat.

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