Start in die neue Bundesliga-Saison

Hendrich: "Freue mich, dass es wieder losgeht"

Kathrin-Julia Hendrich of Bayern Munich plays the ball 
© Getty Images
  • Am 16. August startet die neue Saison der Frauen-Bundesliga
  • Zum Auftakt trifft der FC Bayern München auf den SC Freiburg
  • Wir sprachen mit National- und FCB-Spielerin Kathrin Hendrich über die neue Saison

Eigentlich heißt es ja immer so schön: Nach der WM ist vor der WM - doch in diesem Fall wohl eher: Nach der WM ist vor dem Bundesliga-Start! Am Freitag starten nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen in die neue Saison.

Und eine freut sich ganz besonders: Kathrin Hendrich, die für den FC Bayern München die Fussballschuhe schnürt und in diesem Sommer erstmals bei einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft auf dem Platz stand.

"Ich freue mich, dass es wieder losgeht und wir wieder Spiele haben, in denen es um Punkte geht. Ich bin auch sehr gespannt, weil wir durch unseren neuen Trainer (Jens Scheuer, Anm. d. Red.) und neue Spielerinnen einen frischen Wind in der Mannschaft haben. Es wird definitiv spannend", so Hendrich im Gespräch mit FIFA.com.

Carolin Simon, Giulia Gwinn und die Neuseeländerin Ali Riley sind einige der erwähnten Neuzugänge im Dress des FCB und haben sich bereits eingelebt. "In den ersten Wochen, in denen wir neu zusammen waren, haben wir sehr gut gearbeitet und im Training vor allem spielerisch sehr viel gemacht. Ich bin total begeistert, weil der Ball schon richtig gut läuft. Wenn ich es mit anderen Jahren vergleiche, dann sind wir schon sehr weit. Vor allem weil wir alle noch nicht so lange zusammen trainieren. Ich hoffe, dass wir den Fussball, den wir jetzt angedeutet haben, auch in der Liga und den anderen Wettbewerben zeigen und damit erfolgreich sein werden."

Erst zur Saison 2018/2019 war die Verteidigerin mit deutsch-belgischen Wurzeln vom 1. FFC Frankfurt an die Isar gewechselt. Und es sind nicht nur die großartigen Bedingungen, die den FCB für Hendrich auszeichnen.

"Man spürt immer dieses Sieger-Gen", beschreibt die sympathische Blondine mit einem Schmunzeln. "Man merkt hier, dass der Anspruch da ist, zu gewinnen. Das überträgt sich auf alle Mannschaften, also auch auf uns. Es wird erwartet, dass man gewinnt und möglichst guten Fussball zeigt. Wir müssen immer an unsere Grenzen gehen. Es reicht nicht, nur mit 95% zu spielen. Es wird von jedem Einzelnen erwartet immer 100% zu geben. Es ist schon eine gewisse Drucksituation, aber eben auch ein Ansporn.“

Ansporn, zu beweisen, dass die Bundesliga nach wie vor zu den besten der Welt zählt, auch wenn immer wieder kritische Stimmen laut werden, die der Meinung sind, dass der Frauenfussball in Deutschland den Anschluss verliert.

"Man muss ehrlich sagen, dass sie nicht ganz Unrecht haben. Ich würde nicht sagen, dass es hier den Bach runtergeht. Andere Nationen holen einfach auf. Man spürt eine gewisse Euphorie und merkt, dass der Frauenfussball wirklich gepusht werden soll. In Deutschland redet man auch davon, aber ich finde, dass man noch mehr dafür tun kann", gibt Hendrich zu bedenken. "Wir haben sehr gute Spielerinnen hier und richtig gute Teams. Man darf nicht alles immer nur schwarz malen. Aber man sollte sich nicht darauf ausruhen und weiter planen und schauen, ob man noch mehr rausholen kann."

In wie weit und ob sich die Frauen-WM positiv auf die Liga auswirkt, dessen ist sich die 27-Jährige, die 2014 zum ersten Mal für den Kader der deutschen A-Nationalmannschaft nominiert wurde, nicht sicher. "Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es jetzt den Riesenansturm geben wird. Ich glaube aber schon, dass wir den einen oder anderen Fan oder Interessenten dazu gewinnen konnten."

Ihr selbst wird Frankreich 2019 trotz des Ausscheidens im Viertelfinale positiv in Erinnerung bleiben. Und das nicht nur wegen der vollen Stadien und sehr gutem Organisation.

"Wir sind ja immer sehr selbstkritisch - vielleicht auch zu sehr manchmal. Man muss bedenken, dass wir auch einige Spiele ohne Gegentor überstanden und phasenweise sehr guten Fussball gezeigt haben. Darauf kann man auf jeden Fall aufbauen und auf den Aspekt, dass gerade junge Spielerinnen Erfahrungen sammeln konnten und ihre Einsatzzeiten bekommen haben. Das war, besonders im Hinblick auf die Zukunft, wichtig. Wir müssen geduldig und einfach auch mal zufrieden sein und uns an positiven Dingen festhalten.“

Für die deutsche Nationalmannschaft geht die Saison übrigens in gut zwei Wochen los, wenn die DFB-Auswahl am Samstag, 31. August (ab 12.30 Uhr), in die Qualifikation zur UEFA Frauen-EM England 2021 startet. In Kassel empfängt das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zum ersten Mal in der Verbandsgeschichte Montenegro.

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