Frauenfussball

Grundlagen für das Wachstum des Frauenfussballs legen

Girls football festival in Northern Ireland
© FIFA.com

Der Frauenfussball ist in den letzten Jahren exponentiell und in rasantem Tempo gewachsen. Der hochqualitativen und leistungsstarken FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011™ folgte eine ähnlich erfolgreiche Veranstaltung bei den Olympischen Spielen in London im vergangenen Jahr. Beide Turniere verzeichneten einen enormen Anstieg des Zuschauer- und Medieninteresses.

Auch der Basisfussball im Frauenbereich entwickelt sich in beachtlichem Tempo, und was noch wichtiger ist: in allen vier Ecken der Erde werden soziale und geschlechtsspezifische Unterschiede überwunden. Inzwischen gibt es über 29 Millionen weibliche Spielerinnen. Mädchen machen nunmehr zwölf Prozent der Jugendspieler aus. Die Verpflichtung der FIFA zur Entwicklung des Fussballs unterstützt diesen Generationswandel und ermöglicht es Frauen in jeder Lebenslage, in irgendeiner Form am Fussball teilzuhaben.

Die FIFA hat Mitgliedsverbände auf der ganzen Welt aktiv dabei unterstützt, den Frauenfussball auf verschiedene Weisen zu entwickeln, in dem sie unterschiedliche Ressourcen bereitstellt, wie zum Beispiel finanzielle Unterstützung, Bildung, Sportmaterial und technische Hilfe. "In den letzten zwei Jahren haben wir mehr Ressourcen dafür aufgewendet, die Mitgliedsverbände bei der Entwicklung des Frauenfussballs zu unterstützen und zu begleiten, um die Grundlagen dafür zu legen, dass immer mehr Frauen und Mädchen Fussball spielen oder sich am Spiel beteiligen können", sagte Thierry Regenass, FIFA-Direktor für Mitgliedsverbände und Entwicklung.

*Aufbau von oben *Beim diesjährigen FIFA-Kongress gab es mit der Wahl der Präsidentin des burundischen Fussballverbands, Lydia Nsekera, zum ersten weiblichen Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees einen denkwürdigen Moment. Nsekera wird von zwei weiteren hinzugewählten Mitgliedern unterstützt, Sonia Bien-Aime (Turks- und Caicos-Inseln) sowie Moya Dodd (Australien), wodurch die Anzahl der Sitze im Exekutivkomitee, die von Frauen besetzt werden, auf drei anstieg.

"Die Arbeit der FIFA für den Frauenfussball auf der ganzen Welt ist sehr aufregend", sagte Dodd. "In manchen Ländern hat die Frauendisziplin kaum begonnen und in anderen Ländern nähert sie sich dem Profisport. Ich sehe so viel Potenzial auf der ganzen Welt, denn Frauen und Mädchen wollen überall einfach daran teilhaben."

"Den Frauen und Mädchen die Möglichkeit zu geben, sich im schönsten Sport der Welt zu engagieren, ist eine wunderbare Gelegenheit für jeden FIFA-Mitgliedsverband. Nicht nur, weil es einfach fair ist, Jungs und Mädchen gleiche Chancen zu bieten, sondern weil es den Fussball besser und stärker macht, wenn alle an unserem Sport teilnehmen können."

Ständig wachsende Schubkraft
Die Unterstützung der FIFA für den Frauenfussball wächst weiter exponentiell an, eine Tatsache, die durch neueste Statistiken belegt wird. Allein im vergangenen Jahr stieg die Gesamtzahl der Entwicklungsprogramme für den Frauenfussball auf eine beeindruckende Höhe an.

Es gab 48 Projekte zur Unterstützung der Entwicklung von Frauenligen in 48 Mitgliedsverbänden. Des Weiteren wurden weltweit 104 Festivals organisiert - 49 Mitgliedsverbände nahmen an den Programmen für Mädchen-Festivals teil, und seit der Einführung im letzten Jahr wurden über 16.000 Teilnehmerinnen gezählt.

Vier Mitgliedsverbände haben die Kampagne "Live Your Goals" eingeführt, während anlässlich der FIFA U-17- und FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaften in Japan, Aserbaidschan und Costa Rica Legacy-Programme aufgelegt wurden. Aktuell wird über ein ähnliches Legacy-Programm für Kanada diskutiert, das sich auf die Ausrichtung der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015 und der im Jahr zuvor stattfindenden FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft vorbereitet.

Doch am beeindruckendsten ist wohl die Zahl von 308 Frauenfussball-Projekten, die 2012/13  in 120 Mitgliedsverbänden bisher implementiert wurden. Diese beinhalten die Unterstützung von Frauenligen, Mädchen-Festivals, Legacy-Programmen, Trainer- und Schiedsrichterkurse, Frauenfussball-Auswertungen, regionale und werbliche Seminare sowie weitere Veranstaltungen. "Live your Goals" ist eine einsatzbereite FIFA-Kampagne, die jeder Mitgliedsverband nutzen kann, um den Frauenfussball zu fördern, während die Legacy-Programme rund um die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft die Entwicklung im Gastgeberland  entfachen sollen.

Solche Projekte haben in den verschiedensten Kulturen und Bevölkerungsgruppen stattgefunden. "Die FIFA hat eine wichtige Rolle dabei gespielt, über Kurse für Trainer, Schiedsrichter und Verwalter Wege für die Entwicklung des Frauenfussballs in unserem Verband aufzuzeigen und tut dies immer noch", sagte Jacqueline Gertze, Vorsitzende der ständigen Kommission für Frauen und Exekutivmitglied des namibischen Fussballverbands. "Wir beim NFA sind stolz darauf, diese Programme durchzuführen und beizubehalten sowie zum Wachstum und zur Nachhaltigkeit jedes Programms qualitativ beizutragen."

Zu den wichtigsten Zielen der FIFA gehört es nicht nur, das Bewusstsein für den Frauenfussball zu erhöhen, sondern bessere Möglichkeiten für Mädchen zu schaffen, um daran teilzunehmen. "Im Verlauf der letzten zehn Jahre hat sich die Landschaft des Mädchen- und Frauenfussball radikal verändert", sagte die Spielführerin der nordirischen Nationalmannschaft, Ashley Hutton. "Als ich jung war, gab es wenige Möglichkeiten, in organisierten Teams zu spielen, und in der Schule war Fussball so gut wie nicht existent. Heute erhält der Frauenfussball mehr mediale Aufmerksamkeit und Mittel, und in der Folge beginnen mehr Mädchen und Frauen mit dem Fussballspielen."

Ein Hauptprinzip in den Bemühungen der FIFA für den Frauenfussball ist die Verbesserung sowohl der Strukturen und der Infrastruktur sowie die Etablierung von Frauenligen in allen Mitgliedsverbänden. "Der Frauenfussball in Neuseeland zeigte in den letzten Jahren ein spannendes Wachstum, und die Unterstützung der FIFA in dieser Zeit war von unschätzbarem Wert", sagte Emma Humphries, Women’s Development Manager im neuseeländischen Fussballverband. "Dank der Unterstützung der FIFA wird es 2013 eine finanziell stabilere nationale Liga mit einer längeren Saison geben, um die Entwicklung von weiblichen Trainerinnen, Spielerinnen und Schiedsrichterinnen voranzutreiben."

Nun liegt der Fokus der FIFA darauf, die nächste Generation von Spielerinnen, administrativen Kräften und Schiedsrichterinnen auszubilden. "Wie wir kürzlich beim FIFA-Kongress mit der Wahl und Hinzuwahl von drei weiblichen Mitgliedern in das FIFA-Exekutivkomitee gesehen haben, beschränkt sich die Verpflichtung der FIFA für die Entwicklung des Frauenfussballs nicht auf Worte", sagte Regenass. "Wir engagieren uns aktiv für eine stärkere Vertretung von Frauen in den Institutionen und für die zunehmende Einbeziehung von Frauen auf allen Ebenen der Fussballverwaltung und -führung. Vermutlich wird aber unsere Grundlagenarbeit im Bereich der Fussballentwicklung am Ende den größten Unterschied ausmachen."

"Dies sind sehr aufregende Zeiten, denn wir können sehen, wie sich die Fussballwelt verändert und ein größerer und besserer Ort für Frauen wird."

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