Frauenfussball

Jubel bei den USA, Kanada und Österreich

Hope Solo #1 and Carli Lloyd #10 of the United States celebrateafter winning the 2016 SheBelieves Cup
© Getty Images

Viel mehr internationaler Frauenfussball als in den vergangenen Tagen ist kaum vorstellbar. Ganz abgesehen von zahlreichen Spielen im Rahmen der Qualifikation für das Olympische Fussballturnier der Frauen 2016 in Rio de Janeiro in Asien und Europa wurden mehrere internationale Turniere ausgetragen. Mit einer Ausnahme waren dabei alle Teams aus den Top 20 der aktuellen FIFA Frauen-Weltrangliste aktiv.

An erster Stelle ist der SheBelieves Cup in den USA zu nennen, an dem vier der Top-Fünf-Teams der Welt teilnahmen. Daneben gingen am Mittwoch auch der prestigeträchtige Algarve Cup und der Cyprus Cup zu Ende. FIFA.com fasst das Geschehen der vergangenen Woche zusammen, in der die USA, Kanada und Österreich über Turniersiege jubeln konnten.

*USA gewinnen Turnier der Spitzenteams *Ein derartiges Aufgebot an Spitzenteams hatte es im Frauenfussball abgesehen von Weltmeisterschaften noch nie gegeben. Die Mannschaften von Deutschland, England und Frankreich reisten zu einem Vier-Nationen-Turnier an drei Spielorten im Südosten der USA. Alle sechs Partien boten Spitzenfussball und viel Spannung. An den ersten beiden Spieltagen fuhren die USA und Deutschland jeweils knappe Siege ein. Wie eng die Partien waren, wird schon allein dadurch deutlich, dass die entscheidenden Tore jeweils erst in den letzten 20 Minuten fielen. Ganz besonders dramatisch war der 1:0-Sieg der USA gegen Frankreich, in dem Alex Morgan der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit gelang.

Die beiden stärksten Teams USA und Deutschland trafen am dritten Spieltag aufeinander und machten dabei den Titel unter sich aus. Anja Mittag traf für Deutschland und Alex Morgan erneut für die amtierenden Weltmeisterinnen. Den entscheidenden Treffer zum Sieg der Gastgeberinnen erzielte dann allerdings die bisher kaum bekannte Samantha Mewis kurz vor der Halbzeitpause.

Kanada glänzt an der Algarve
Beim traditionellen Algarve Cup in Portugal gingen aufgrund der parallel stattfindenden Wettbewerbe dieses Mal nur acht (statt wie bisher zwölf) Mannschaften an den Start. Schon vorher stand fest, dass es einen neuen Titelträger geben würde, da kein Gewinner der bisherigen 22. Turnierauflagen teilnahm. Die Däninnen konnten in ihrer Gruppe nicht überzeugen und wurden nach zwei Niederlagen und einem Sieg Gruppenletzter. Mit einem hart erkämpften 3:1-Sieg gegen Gastgeber Portugal holten sie am Ende den siebten Platz. Island und Belgien hingegen setzten ihre Aufwärtsentwicklung fort und belegten am Ende nach beeindruckenden Leistungen den dritten beziehungsweise fünften Platz. Die belgische Mittelfeldspielerin Janice Cayman wurde mit vier Treffern Torschützenkönigin des Turniers. Zwei davon erzielte sei beim beeindruckenden 5:0-Kantersieg gegen Russland im Spiel um den fünften Platz. Island landete nach einem Sieg im Elfmeterschießen gegen Neuseeland auf Rang drei.

Zwischen Kanada und Brasilien hat sich in jüngster Zeit eine gesunde Rivalität entwickelt. Da kam das Duell im Finale des prestigeträchtigen Turniers gerade recht. Am Ende hatten die Kanadierinnen das bessere Ende für sich: In der zweiten Halbzeit brachten Shelina Zadorsky und Janine Beckie ihr Team mit 2:0 in Führung, bevor Brasilien noch der Treffer zum 2:1-Endstand gelang. "Wir haben Brasilien auch bei den Panamerikanischen Spielen im Vorfeld der Olympischen Spiele von London 2012 geschlagen. Insofern ist das hoffentlich ein gutes Omen", meinte Kanadas Trainer John Herdman mit Blick auf Rio 2016. Für die kanadische Verteidigerin Kadeisha Buchanan läuft es weiterhin besonders rund: Die Hyundai Beste Junge Spielerin der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™ wurde auch beim Algarve Cup als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet.

Österreich weiter im Aufwind
Auch beim Cyprus Cup waren acht Teams am Start, allerdings alle aus Europa. Beim diesjährigen Turnier konnten einige Teams aus der zweiten Reihe glänzen, die zum Teil die erstmalige Qualifikation für die UEFA Frauen-Europameisterschaft im kommenden Jahr anpeilen. Dies trifft in erster Linie auf die Österreicherinnen zu, die mit dem 2:1-Sieg im Endspiel gegen Polen ihren bisher größten Erfolg im Frauenfussball feierten. Katharina Schiechtl erzielte den dramatischen Siegtreffer in letzter Minute. Die Österreicherinnen sind seit nunmehr 17 Spielen in Folge ungeschlagen. Italien landete mit einem 3:2-Sieg gegen die Tschechische Republik auf Platz drei. Finnland hingegen enttäuschte und musste sich in Zypern mit dem letzten Platz zufrieden geben.

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