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Garcia: "Ich bin mit der Kultur von Olympique Lyon groß geworden"

Caroline Garcia (Tennis)
© imago images
  • Caroline Garcia ist ein Tennisstar
  • Die Französin ist Fussballfan - insbesondere von Olympique Lyon
  • Am Mikrofon von FIFA.com spricht sie über ihre Leidenschaft und wagt Prognosen für The Best

Wendie Renard, Eugénie Le Sommer, Camille Abily, Louisa Nécib, Amandine Henry…

Diese Spielerinnen haben Olympique Lyon seit 2007 geprägt und mit dafür gesorgt, dass der Klub seine unglaubliche Serie von 14 französischen Meistertiteln in Folge und sieben Titeln auf der europäischen Bühne hinlegen konnte. Doch die "Hauptstadt der Gallier" ist auch die Wiege einer weiteren französischen Spitzensportlerin, nämlich Caroline Garcia.

Die Tennisspielerin wurde zwar in Saint-Germain-en-Laye (bei Paris) geboren, betrachtet jedoch Lyon als ihre Heimatstadt, da sie dort aufgewachsen ist. "Ich war ein Jahr alt, als ich von Saint-Germain nach Lyon gezogen bin. Folglich bin ich wirklich mit der Kultur von Olympique Lyon groß geworden. Mein Herzensklub ist OL. An zweiter Stelle kommt dann PSG!", erklärt sie.

Caroline Garcia ist ohne Zweifel eine erfolgreiche Tennisspielerin und war von 2016 bis 2020 die Nummer eins dieser Disziplin in Frankreich. Sie bringt es im WTA-Zyklus auf acht Titelgewinne im Dameneinzel und sieben im Damendoppel, aber sie ist auch ein großer Fussballfan, und zwar vor allem ein Fan des Frauenteams von Olympique Lyon.

Im Vorfeld der Verleihung der The Best-Auszeichnungen, bei denen ihr Lieblingsteam eine wichtige Rolle spielen könnte, unterhält FIFA.com sich mit der ehemaligen Nummer vier der Weltrangliste.

Caroline, welchen Stellenwert nimmt der Fussball in den wenigen Atempausen ein, die Sie in Ihrem Berufsleben haben?

Ich mag Sport generell, aber den Fussball zähle ich zu meinen Leidenschaften! Ich komme aus Lyon, und die Kultur des runden Balls ist in dieser Stadt sehr präsent. Meine Jugend fällt mit der Glanzzeit von Olympique Lyon zusammen, mit der Epoche, in der der Klub die Meisterschaft dominiert und uns in der Champions League zum Träumen gebracht hat.

Wie ist Ihr Niveau mit dem Ball am Fuß?

Ich stelle mich sehr ungeschickt an! Da würde ich wohl einige Intensivkurse brauchen. Leider komme ich nicht oft zum Fussballspielen. Ich hätte gern mehr Zeit dafür, damit ich Fortschritte machen kann. Das ist eine Sportart, die ganz anders ist als meine, zum einen natürlich weil es ein Teamsport ist. In dieser Disziplin brauchst du deine Mitspielerinnen, um glänzen zu können, und wenn du einmal nicht so gut in Form bist, kannst du auf deine Partnerinnen zählen ... Es muss unglaublich sein, deine Gefühle nach einem Sieg mit den anderen teilen zu können. Ich durfte das ja selbst beim Fed Cup 2019 erleben! Das sind unvergessliche Momente!

Was ist Ihre schönste Erinnerung im Zusammenhang mit Fussball?

Ich erinnere mich, dass ich die Endspiele des Coupe de France und der Champions League 2017 von Olympique sehr intensiv erlebt habe. Besonders das Finale der Champions League. Das war während des Roland-Garros-Turniers, ich hatte mein Spiel gewonnen und konnte deshalb an dem Abend länger aufbleiben. Ich war sehr angespannt. Ich erinnere mich noch, dass mein Vater gesagt hat, ich solle mich nicht so aufregen! Natürlich erinnere ich mich auch an das Finale der WM 2018. Ich saß mit meiner Familie vor einer Riesenleinwand, die in einer Garage aufgehängt worden war. Es war wirklich bewegend, diesen Moment gemeinsam zu erleben. Wir waren so glücklich und stolz auf diese französische Mannschaft. Gerade in solchen Momenten erkennst du, wie verbindend der Sport ist und dass wir durch ihn große Emotionen erleben.

Wann und wie ist Ihre Leidenschaft für OL entstanden?

Ich war ein Jahr alt, als ich von Saint-Germain nach Lyon gezogen bin. Folglich bin ich wirklich mit der Kultur von Olympique Lyon groß geworden. Mein Herzensklub ist OL. An zweiter Stelle kommt dann PSG!

Welcher Spieler war in Ihrer Jugend Ihr Lieblingsspieler?

Juninho! Er war einfach unglaublich. Jeder seiner Freistöße wurde mit Ungeduld erwartet und war eine Torchance!

Später haben Sie sich auch für den Frauenfussball interessiert ...

Ja, sehr! Ich durfte einige Spielerinnen kennenlernen und habe ihre Ergebnisse danach mit anderen Augen verfolgt. Ich bin jetzt mit viel mehr Emotion dabei. Das sind tolle Spielerinnen! Ich mag ihr offensives, risikofreudiges Spiel. Das sind immer unterhaltsame Spiele mit Toren!

Lyon hat einen Titel nach dem anderen gewonnen. Auch dieses Jahr hat der Klub alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Kennen Sie als Leistungssportlerin das Geheimnis, das hinter so beständigen Auftritten steckt?

Seit vielen Jahren ist der Klub einfach unglaublich und spielt mit einer Beständigkeit, die sehr selten ist, aber manchmal vielleicht unterschätzt wird. Lyon ist jedes Mal das Team, das es zu schlagen gilt, und die Spielerinnen zeigen immer die richtige Reaktion. Vor Kurzem haben sie das Spiel gegen PSG vermasselt, aber es ist das erste seit langer Zeit! Und PSG gehört zu den vier besten Teams in Europa ... Ich finde, sie gehen jedes Spiel sehr professionell an. Sie geben in jedem Spiel alles und versuchen, sich auf dem Platz immer weiter zu verbessern. Sie sind sehr ehrgeizig und möchten in ihrer Sportart weiterhin Geschichte schreiben.

Gibt es Spielerinnen, die Sie besonders begeistern?

Ada Hegerberg und Eugénie Le Sommer. Ich finde Ada einfach unglaublich. Obwohl sie noch sehr jung ist [Anm. D. Red.: 25 Jahre), hat sie schon eine unfassbare Karriere hingelegt. Sie ist eine Quelle der Inspiration und ein Sprachrohr für andere Frauen und kleine Mädchen, die auch einmal Meisterinnen werden wollen! Ich hoffe, dass sie bald wieder auf dem Platz stehen wird. Sie ist ein echter Star. Was Eugenie le Sommer betrifft, sie ist eine Stürmerin, die viel Gefahr ausstrahlt. Sie kann sich vor dem gegnerischen Kasten wirklich durchsetzen, obwohl sie recht klein für eine Angreiferin ist.

In Kürze werden die The Best-Auszeichnungen der FIFA vergeben. Wagen Sie eine Prognose?

Dieses Jahr war wirklich ein sehr spezielles Jahr, und ich hatte Schwierigkeiten, alles zu verfolgen. Bei den Männern würde ich auf Robert Lewandowski oder Cristiano Ronaldo tippen. Bei den Frauen auf Wendie Renard und Lucy Bronze.

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