Frauenfussball

Erfolgsgeschichten helfen dem Frauenfussball

'Let's Develop Women's Football' CONCACAF summit (Photo Courtesy of: CONCACAF/MexSport)
© LOC/MexSport

In einem von der CONCACAF finanziell unterstützten zweitägigen Seminar Ende Oktober wurde eine große Bandbreite an Themen behandelt. Weitgehend Einigkeit herrschte dabei darüber, dass das Potenzial des Frauenfussballs zwar noch längst nicht ausgeschöpft ist, die Sportart aber gerade in der Region regelrecht boomt. Das Seminar "Let's Develop Women's Football" fand vor dem Hintergrund der Halbfinals der CONCACAF Frauen-Meisterschaft 2014 in Philadelphia statt. Schwerpunktthemen waren die jüngsten Erfolgsgeschichten in der Region und weltweit. Mit ihnen sollen neue Ideen entwickelt werden, um Reichweite und Durchschlagskraft der Frauenbeteiligung am Fussball in der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone zu stärken.

Der erste Tag der Konferenz bestand dabei aus fünf Foren, die von der versierten Sportmoderatorin und Unternehmerin Ann Schatz moderiert wurden. In jeder der Diskussionsrunden wurde dabei ein anderer Aspekt des Frauenfussballs behandelt. Die Podiumsgäste ließen sich von Erfolgen aus der ganzen Konföderation inspirieren, um Vorschläge und Ideen einzubringen, mit denen sich der Frauenfussball in der Region verbessern lassen könnte.

Schwerpunkt des zweiten Veranstaltungstags war die Organisation eines Workshops für Mitgliedsverbände. Sowohl FIFA als auch CONCACAF stellten dabei Programme und Ideen für die nächsten vier Jahre vor. Vertreterinnen verschiedener Verbände referierten während des Workshops zu zentralen Themen und eigenen Erfahrungen wie Basisarbeit, Wege zum Erfolg und Zukunftsvorstellungen.

An der zweitägigen CONCACAF-Veranstaltung waren auch führende Mitarbeiter der FIFA beteiligt, die sich der Förderung des Frauenfussballs verschrieben haben. Mayrilian Cruz-Blanco, FIFA-Entwicklungsbeauftragte für den Frauenfussball, zeigte sich begeistert von der Konferenz und ihrer Bedeutung für die Zukunft des Frauenfussballs: "Ich halte diese Initiative der CONCACAF grundsätzlich für fantastisch", so Cruz-Blanco. "Es war ein großartiger Einfall, die im Frauenfussball tätigen Menschen aus der Region zum Gedankenaustausch zusammen zu bringen. Wissen und bewährte Praktiken bringen uns voran. Es war sehr inspirierend, einen Moment zu haben, in dem großartige Frauen von ihren Erfahrungen berichten, ihrem Werdegang im Fussball, ihren Erfolgen.

Die Arbeitskreise der Mitgliedsverbände boten ebenfalls Gelegenheit zu sehen, welche Vorstellungen sie von der künftigen Entwicklung haben. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit der CONACACAF für die Mitgliedsverbände der Region zu arbeiten."

Nötiger Austausch
Cruz-Blanco zur Seite stand Tatjana Haenni, die Leiterin der FIFA-Abteilung für Frauen-Wettbewerbe. Haenni, deren Hauptaugenmerk aktuell auf der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ im kommenden Jahr in Kanada liegt, bezeichnete das Seminar ebenfalls als wichtig. "Es ist sehr wichtig, sich zu treffen und unterschiedliche Erfahrungen auszutauschen", so Haenni. "Manchmal denkt man ja, im eigenen Land sei alles total schwierig, aber dann merkt man mal, dass es auch andere Länder gibt, die möglicherweise mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Vor allem aber merkt man: Es gibt immer eine Lösung."

Eine der Diskussionsrunden befasste sich mit den Vorteilen der nachhaltigen Entwicklung des Frauenfussballs dank der Veranstaltung der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ in der Region. "Die Ausrichtung der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft ist mein Hauptbetätigungsfeld", ergänzte Haenni entsprechend. "Und es war interessant. Für mich war es toll, mir mal die Meinung einiger Organisatoren der letzten Turniere anhören zu können. Ich finde es großartig, wenn man mal die Entwicklung betrachtet – wie weit der Frauenfussball seit 1999 doch gekommen ist!"

In anderen Diskussionsrunden ging es darum, wie der Fussball das Leben von beteiligten Frauen verändert hat. Eine weitere Diskussionsrunde behandelte verschiedene Möglichkeiten, wie sich Frauen im Fussball engagieren können, ohne gleich Profi zu werden. Auf dem Podium saßen eine Trainerin, ein Schiedsrichter, eine Sportmoderatorin und Fussballfunktionäre. Gemeinsam diskutierten sie die unzähligen Möglichkeiten, mit denen sich Frauen einbringen können, auch wenn sie selbst nicht aktiv Fussball spielen. Auf diese Weise wurde während der Konferenz deutlich, welche Chancen und auch Karrieren Frauen im Fussball offen stehen, die auf den ersten Blick jedoch nicht unbedingt immer in Erwägung gezogen werden.

Die fünfte und letzte Diskussionsrunde schließlich befasste sich mit der Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung von Frauen-Profiligen für die Konföderation. Profiligen bieten einer großen Anzahl von Fussballerinnen regelmäßig Training und Wettkampf, was sich wiederum in positiven Ergebnissen auf internationaler Ebene niederschlägt. An dieser Stelle brachte Haenni die Idee einer FIFA Klub-Weltmeisterschaft für Frauen ins Spiel, wie es sie bei den Männern schon gibt. Dies wäre ein weiterer Schritt hin zur Etablierung von Profiligen für Frauenfussball auf der ganzen Welt.

Fazit: Während des zweitägigen Seminars wurde ein beeindruckendes Themenspektrum abgedeckt. Den Abschluss bildete ein interaktiver Workshop, an dem 39 der 41 Mitgliedsverbände der CONCACAF teilnahmen. Am Ende sahen alle Teilnehmer der Zukunft des Frauenfussballs noch positiver entgegen. Nicht nur, dass Kanada 2015 nicht mehr fern ist, auch sonst schlummert im Frauenfussball ein derart großes Potenzial, dass weitere Fortschritte weltweit nur eine Frage der Zeit sind.

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