Frauenfussball

Frauen im Fokus: Februar 2017

Melbourne City players play in the confetti after winning the 2017 W-League Grand Final
© Getty Images

Im Februar sorgte vor allem FIFA-Weltfussballerin Carli Lloyd mit ihrem Wechsel zu Manchester City für Schlagzeilen. Darüber hinaus schrieb Melbourne City Geschichte, während in Kolumbien eine neue Ära eingeläutet und Colin Bell als Nationaltrainer der Republik Irland vorgestellt. FIFA.com fasst die wichtigsten Ereignisse zusammen.

Internationaler Fussball Colin Bell neuer Trainer der Republik Irland
Im Februar gab der nationale Fussballverband FAI (Football Association of Ireland) bekannt, dass Colin Bell den Posten als Cheftrainer der Frauennationalmannschaft der Republik Irland übernehmen wird. Der gebürtige Engländer, der zuvor den SC Sand in der Bundesliga trainierte, tritt die Nachfolge von Sue Ronan an, die nach sechs Jahren zurückgetreten war. Derzeit belegt die Republik Irland in der FIFA/Coca-Cola-Frauenweltrangliste Rang 34 und konnte sich bisher noch nie für ein großes Turnier qualifizieren. Bell gewann 2015 als erster ausländischer Trainer mit dem 1. FFC Frankfurt die UEFA Women’s Champions League und freut sich auf die neue Aufgabe. "Ich bin sehr stolz darauf, dass ich die Gelegenheit bekomme, das Frauenteam der Republik Irland zu führen und betrachte es als große Ehre", so der 55-Jährige. "Ich werde mein Bestes geben, um dem Frauenfussball in Irland zu helfen, weiter zu wachsen und attraktiver für junge Mädchen zu werden, die den Traum haben auf ganz hohem Niveau tu spielen.“ Im März steht die erste Herausforderung an, wenn sein Team beim Zypern-Cup im der Gruppe B auf die Tschechische Republik, Ungarn und Wales trifft.

Kanadisches Trio sagt Adieu
Gleich drei Spielerinnen haben sich im Februar aus der kanadischen Nationalmannschaft verabschiedet: Rhian Wilkinson, Melissa Tancredi und Marie-Eve Nault. Das Trio feierte im ersten Spiel seit der Partie um Bronze beim Olympischen Fussballturnier der Frauen Rio 2016 seinen letzten Auftritt im Nationaltrikot. Am Ende des emotionalen Freundschaftsspiels gegen Mexiko stand ein 3:2 für die Big Red auf der Anzeigetafel. "Das letzte Mal zu Hause zu spielen, ist etwas ganz Besonderes", sagte Wilkinson, die in der 57. Minute den Platz betrat. "Es war eine schwierige Woche, aber wir haben unsere Gefühle in Schach gehalten. Wir wissen, dass dies ein großer Tag für Marie-Eve, Melissa und mich ist. Aber auch für unsere Familien, die uns lange Zeit an erste Stelle gesetzt haben und deren Beiträge zu unseren Karrieren hiermit anerkannt werden sollen", führte die 34-Jährige, die 2003 ihr Debüt gab, weiter aus.

Vereinsfussball
Melbourne City schreibt Geschichte

Melbourne City avancierte zum ersten Klub in der Geschichte der australischen Westfield W-League, dem die erfolgreiche Titelverteidigung gelang. Der Verein aus dem Bundesstaat Victoria besiegelte den Coup auf gegnerischem Platz mit einem Sieg bei Perth Glory. Das letzte Duell der australischen Saison lockte fast 5.000 Zuschauer ins Stadion - Rekord für ein Finalspiel. Spieler-Trainerin Jessica Fishlock, die bereits im Halbfinale einen entscheidenden Beitrag geleistet hatte, erwies sich auch im Endspiel als Schlüsselfigur und erzielte die Führung. Der zweite Treffer zum 2:0-Endstand gelang Beverly Yanez, die damit ihre Teamkameradinnen in den siebten Himmel schoss.

*Beginn einer neuen Ära in Kolumbien
*Lange haben die Fussballerinnen Kolumbiens auf diesen Moment gewartet, am 18. Februar war es dann soweit: der lang ersehnte Startschuss für eine Profiliga der Frauen fiel. Aufgeteilt in drei Gruppen zu je sechs Mannschaften, bestreiten die 18 gemeldeten Teams bis zum 7. Mai jeweils eine Hexagonal-Phase mit Hin- und Rückrunde. Die zwei Besten jeder Gruppe sowie die zwei besten Drittplatzierten qualifizieren sich für das Viertelfinale, das ebenfalls mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wird. In diesem Modus geht es bis zum Finale weiter, in dem im Juni der erste Meister der Liga Femenina Águila ermittelt wird. Der Champion wird Kolumbien in der nächsten Auflage der Copa Libertadores de América vertreten. Ferner wurde eine Übereinkunft mit der Liga Iberdrola unterzeichnet, um ein Duell mit Hin- und Rückspiel gegen den spanischen Meister zu bestreiten.

Eine Weltfussballerin für Manchester City
Auch im Februar sorgte die U.S.-Amerikanerin Carli Lloyd für Schlagzeilen. Die FIFA-Weltfussballerin der letzten beiden Jahre gab bekannt, dass sie für ein halbes Jahr zum englischen Klub Manchester City wechseln wird. Zum 1. Juni wird die 34-Jährige nach ihrem Engagement in England zu ihrem Stammklub Houston Dash in der National Women’s Soccer League (NWSL) zurückkehren. Damit folgt sie ihren Landsfrauen Heather O'Reilly und Crystal Dunn, die vor dem Beginn der neuen Saison zu Arsenal Ladies respektive Chelsea Ladies gewechselt waren. Manchester City beginnt am 23. April mit einem Heimspiel gegen Chelsea die Titelverteidigung in der Women's Super League und bekommt es bereits am 23. März in der UEFA Women's Champions League mit den Däninnen von Fortuna Hjörring zu tun.
* Förderung des Frauenfussballs*
Im Februar endete die zweite Auflage des FIFA-Programms zur Förderung von weiblichen Führungskräften (Female Leadership Development Programme – FLDP). Das Programm wurde 2015 in Leben gerufen und soll dabei helfen, Frauen in Führungspositionen und als Vorbilder im Fussball zu erkennen, zu unterstützen sowie die Frauenquote auf den obersten Entscheidungsebenen zu erhöhen. Insgesamt konnten 33 Teilnehmerinnen aus den sechs Konföderationen AFC, CAF, CONCACAF, CONMEBOL UEFA und OFC das Programm erfolgreich abschließen, dass insgesamt drei Gruppen-Workshops (von denen zwei in der FIFA-Zentrale in Zürich stattfanden) umfasste und auf den Lernsäulen "sich selbst führen", "andere führen" und "in Systemen führen" basierte.

Das Zitat
"Ich hoffe, dass die Spielerinnen spüren, dass sie mit mir eine Trainerin haben, die sich für ihre Entwicklung und Leistung engagiert und dass sie ihre Erfahrungen genießen. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist der 'Draht' zu den Spielerinnen und dem gesamten Stab. Es ist ein gutes Vermächtnis, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen und dazugehören wollen. Und wenn wir auf dem Weg noch ein paar Titel und Medaillen holen können, wäre das natürlich auch nicht schlecht!"
U.S.-Nationatrainerin Jill Ellis über das Vermächtnis, das sie hinterlassen möchte.

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