Frauenfussball

Frauen im Fokus: Oktober 2010

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Nicht nur wegen der in wenigen Wochen in Frankfurt stattfindenden Auslosung für die FIFA Frauen-WM 2011 gerät der Frauenfussball derzeit immer mehr in den globalen Fokus. FIFA.com präsentiert Ihnen im Rückblick des Monats Oktober das Wissenswerte aus allen Ecken der Welt und nimmt dabei auch Jordanien, Korea Republik, Paraguay und die Niederlande unter die Lupe.

Vereinsfussball
Suwon setzt sich die Krone aufDass es sich durchaus lohnt, die Ärmel hochzukrempeln und das Feld von hinten aufzurollen, hat Suwon FMC jüngst in der südkoreanischen WK-League unter Beweis gestellt. Der Klub aus der Millionenstadt, die rund 50 Kilometer südlich von Seoul liegt, wurden zwar in der regulären Saison nur Zweiter hinter Incheon Hyundai Steel und verlor auch das Hinspiel des Playoff-Finales mit 0:1, behielt aber in der Rückpartie mit 2:0 die Oberhand und hat damit die nationale Meisterschaft gewonnen. In der letzten Saison fand man Suwon, wo die ehemaligen brasilianischen Nationalspielerinnen Karina und Barbara gemeinsam mit Coach Lee Sung-Kyun für den Umschwung sorgten, übrigens noch im Tabellenkeller.

Potsdam und Duisburg marschierenIn der deutschen Frauen-Bundesliga bahnt sich in dieser Spielzeit endlich wieder ein echter Dreikampf der Hochkaräter um die Meisterschaft an. Nachdem Rekordchampion 1. FFC Frankfurt in den letzten beiden Jahren der Konkurrenz leicht hinterher hinkte, steht das Ensemble um die Topstars Birgit Prinz, Ariane Hingst und Nadine Angerer nun wieder in Greifdistanz zum Thron. Spitzenreiter ist zwar einmal mehr Titelverteidiger Turbine Potsdam, doch die Frankfurterinnen stehen mit nur einem Punkt weniger auf Rang zwei. "Wir wollen am Ende noch einen Platz weiter oben stehen", gibt Coach Sven Kahlert eine klare Marschroute vor. Der ehemalige Champions League-Sieger FCR 2001 Duisburg hat fünf Zähler Rückstand auf Potsdam und steht auf dem dritten Platz.

Nationalmannschaften
*Weg nach Deutschland wird enger
*Nachdem mit Gastgeber Deutschland sowie England, Schweden, Norwegen, Frankreich, Australien, Japan und Korea DVR bereits acht Teilnehmer an der FIFA Frauen-WM 2011 feststanden, kam im Oktober ein weiterer hinzu: Neuseeland konnte sich in Ozeanien durchsetzen, um beim Treffen der Elite dabei zu sein. In Europa hat Italien derweil über die Hintertür seine Hoffnung auf ein Deutschland-Ticket am Leben erhalten. Als Sieger der zweiten Playoff-"Trostrunde" darf man nun am 20. und 27. November im Hin- und Rückspiel gegen den Dritten der CONCACAF-Qualifikation um den letzten Platz im WM-Teilnehmerfeld kämpfen.

Aktuell steht in Afrika und in eben jener Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone Nervenkitzel auf dem Programm. Dort wird in diesen Tagen in Südafrika bzw. Mexiko jeweils die Kontinental-Meisterschaft und damit auch die WM-Qualifikation ausgetragen. In Ecuador fällt nächste Woche für Südamerika der Startschuss. Detaillierte Infos zu diesen Turnieren erhalten Sie in unseren Vorberichten, die Sie auf der rechten Menüleiste anklicken können.

Südkorea stiehlt Giganten die ShowDrei WM-Teilnehmer waren mit großen Ambitionen in die Republik Korea gereist, um beim Peace Queen Cup, der zwischen dem 17. und 23. Oktober ausgetragen wurde, Selbstvertrauen für das spannende Frauenfussball-Jahr 2011 zu sammeln. Doch während Australien auf Platz zwei landete und England sowie Neuseeland nach jeweils zwei torlosen Remis wieder nach Hause reisten, waren es die Gastgeber, die mit ihrem Turniersieg für Furore sorgten.

Im sechs Teams umfassenden Feld spielten die Südkoreanerinnen zunächst jeweils 0:0 gegen England und Neuseeland. Da in den drei Spielen dieser Gruppe am Ende nicht ein einziges Tor erzielt wurde, wurde das Ensemble aus Ostasien per Losentscheid als Endspielteilnehmer ermittelt. Dort behielt man schließlich gegen die Australierinnen, die sich gegen Mexiko (3:1) und Chinese Taipei (1:0) durchsetzen konnten, mit 2:1 die Oberhand, um erstmals die Trophäe zu gewinnen. Die vorherigen zwei Turnierauflagen wurden allesamt von den USA gewonnen, die diesmal aber nicht am Start waren. Ihren Stempel dieser Veranstaltung setzte die australische Stürmerin Kate Gill auf, die mit drei Treffern zur Torschützenkönigin avancierte.

Großer Triumph für JordanienDie jordanische Frauen-Nationalmannschaft konnte mit ihrem Turniersieg beim Arab-Cup, der vom 18. bis zum 28. Oktober in Bahrain stattfand, für große Beachtung sorgen. Das Endspiel gewann man gegen Ägypten dank eines Treffers von Stefani Al-Naber mit 1:0, um sich nach zwei gewonnenen Westasien-Meisterschaften den dritten Titel zu sichern. Damit hat Jordanien nicht nur seinem Ruf als bestem arabischem Frauenfussball-Team alle Ehre gemacht und wertvolle Punkte für die FIFA/Coca-Cola-Frauen-Weltrangliste gesammelt, sondern auch eine Einladung zu einem Trainingslager mit dem amtierenden Weltmeister Deutschland gewonnen.

*WM-Gastgeber kommt in Fahrt
*Mit einem 2:1-Sieg im Freundschaftsspiel gegen Asien-Champion Australien stellte Deutschland unter Beweis, in den Vorbereitungen für die WM-Endrunde im kommenden Jahr voll auf Kurs zu sein. Vor 7.229 Zuschauern in Wolfsburg brachte Samantha Kerr den WM-Viertelfinalisten von 2007 zunächst in Führung, doch Inka Grings und Martina Müller drehten den Spieß zugunsten des Teams von Silvia Neid noch um. "Die Australierinnen haben uns richtig gefordert", so die deutsche Trainerin.

*Reijners übernimmt "Oranje"
*Einen neuen Bondscoach hat die niederländische Frauen-Nationalmannschaft. Wie der KNVB auf seiner Website bestätigt, tritt Roger Reijners ab dem 1. November die Nachfolge der zurückgetretenen Vera Pauw an. Der 46 Jahre alte Ex-Trainer von Zweitligist Fortuna Sittard unterzeichnete einen Vertrag bis einschließlich der Olympischen Spiele 2016. "Ich nehme diese neue Herausforderung mit viel Enthusiasmus an", erklärte Reijners.

EntwicklungZwei Com-Unity-Seminare in Paraguay und Gambia sorgten im Oktober für großes Interesse. "Unser unmittelbares Ziel ist es, zwölf neue Spielfelder zu schaffen, davon sollen zwei ausschließlich dem Frauenfussball vorbehalten sein", kündigte Juan Angel Napout, Präsident des paraguayischen Fussballverbandes (AFP), an. In Gambia kam man gar auf 120 Teilnehmer, um die Entwicklung der femininen Seite der schönsten Sportart der Welt in diesem Land weiter voranzutreiben.

Darüber hinaus fanden in diesem Monat elf weitere Frauenfussball-Kurse in allen Ecken der Welt statt. Aktuell leiten Andrea Rodebaugh und Diego Guacci eine Aktivität im Mexiko anlässlich der dort ausgetragenen WM-Qualifikation der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone.

Zahl des Monats
10 - Anzahl der Spielerinnen, die auf der Kandidatenliste für den "FIFA Ballon d'Or 2010", der am 10. Januar 2011 in Zürich vergeben wird, stehen. Sie wollen die Namen erfahren? Dann klicken Sie einfach auf den Link zur entsprechenden Sektion, den Sie in der rechten Menüleiste finden.

Zitat"Wir wollen unbedingt bei der WM in Deutschland dabei sein. Im Team sprechen alle nur noch darüber. Wir haben das Gefühl, dass wir dieses Ziel erreichen können - es ist möglich!"
Simphiwe Dludlu (Spielführerin, Südafrika)

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