Frauenfussball

Franz Beckenbauer übergibt Schlüssel an Steffi Jones

Der Kreis der Mitarbeiter ist noch klein. Doch er arbeitet bereits intensiv auf ein großes Ziel hin: 2011, die erste FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland. Mit der feierlichen Eröffnung seines Büros hat das Lokale Organisationskomitee (LOK) als Ausrichter an diesem Freitag, 25. Januar 2008, nun auch offiziell die Arbeit aufgenommen.

Franz Beckenbauer, der Präsident des LOK, das die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ zu einem weltweit gefeierten Erfolg gemacht hatte, war zur symbolischen Schlüsselübergabe gekommen. An Steffi Jones, die Präsidentin des LOK 2011.

"Der Schlüssel soll Dir nicht nur alle Türen zu Deinem OK öffnen, sondern vielmehr auch national und international möglichst viele Tore zur Unterstützung aller Art aufschließen", sagte der Kaiser und ergänzte: "Wie 2006 so muss auch die WM 2011 ein Gemeinschaftswerk sein, das nur im Zusammenspiel möglichst vieler Kräfte zu einem großen Erfolg wird."

Steffi Jones nahm die Steilvorlage des Kaisers gekonnt an und sagte: "Ich bin dankbar, dass uns Franz Beckenbauer diese Starthilfe gibt." Mit Blick auf Dr. Theo Zwanziger, den großen Förderer und Fan des Frauenfussballs an der Spitze des Deutschen Fussball-Bundes (DFB), betonte sie: "Wie unser Präsident möchte ich mit unserem OK viel bewegen für den Mädchen- und Frauenfussball, und zwar über die WM hinaus."

Auch Jim Brown, FIFA-Direktor der Division Wettbewerbe nahm an der knapp einstündigen Info-Veranstaltung teil, die durch Kurzfilmbeiträge über die erfolgreiche WM-Bewerbung oder das Traumjahr 2007 des deutschen Frauenfussballs aufgelockert war. Zudem präsentierte Steffi Jones der Öffentlichkeit erstmals ihr fünf Personen umfassendes Führungsteam, in dem sich auch die ehemalige deutsche Nationalspielerin Doris Fitschen als Leiterin der Marketing-Abteilung befindet.

Doch nicht nur personell kann das LOK 2011 auf Strukturen seines Vorgängers aufbauen. So werden dort, wo die Macher des "Sommermärchens 2006" ihren Sitz hatten, nun auch die Weichen für 2011 gestellt: im Brückenbau der DFB-Zentrale in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise. "Unser OK beginnt nicht bei Null", konnte die 35 Jahre alte LOK-Chefin mit Fug und Recht feststellen.

Dreieinhalb Jahre beträgt die Vorbereitungszeit diesmal - zwei Jahre also weniger als vor der FIFA WM 2006, als das Beckenbauer-Team Anfang Januar 2001 an den Start gegangen war. Dies bedeutet, dass schon in diesem Jahr wichtige Entscheidungen getroffen werden. Am 14. März will die FIFA den genauen Zeitraum für das Turnier und vor allem auch die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften festlegen. Danach kann das LOK mit der Auswahl der definitiven Spielorte beginnen, wofür sich zwölf Städte beworben haben.

Zu den Meilensteinen des Jahres 2008 zählen außerdem die Präsentation des Logos und des Slogans. Zudem soll dem DFB-Präsidium bei seiner Sitzung am 29. Februar ein erstes LOK-Budget vorgelegt werden. Es wird mit Sicherheit erheblich kleiner sein als die 430 Millionen Euro, die dem LOK 2006 zur Verfügung gestanden waren. "Auf jeden Fall aber werden wir auch diesmal keine Mittel der öffentlichen Hand für unseren Haushalt beanspruchen", betonte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

Um die anfallenden Organisationskosten abermals aus Eigenmitteln zu bestreiten, hat die wichtige Aquisition der sechs nationalen Sponsoren und Werbepartner bereits begonnen. Eine Aufgabe, bei der Franz Beckenbauer seiner Nachfolgerin auf dem Chefsessel des LOK-Präsidiums ebenfalls manche wichtige Türe öffnen kann. "Ich freue mich über jeden Tipp und jede Hilfestellung von seiner Seite", erklärte Steffi Jones beim "kaiserlichen" Doppelpass während der LOK-Büroeröffnung.

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