Frauenfussball

Fölmli: "Vielleicht bin ich ein wenig wie Mbappé"

Svenja Fölmli ( 17 Switzerland) 
© imago images
  • Mit 17 Jahren gab Svenja Fölmli ihr Debüt in der Schweizer Nationalmannschaft
  • Fölmli zählt zu den Stümerstars der Zukunft
  • In den Playoffs gegen die Tschechische Republik setzt sie auf individuelle Stärken und das Kollektiv

Schnelle Tempodribblings, starke Technik und hohe Laufbereitschaft.

An wen erinnert diese Spielweise? Vielleicht an Kylian Mbappé? Damit liegt man gar nicht so verkehrt. Wenn man die jüngsten Artikel über Svenja Fölmli liest, dann wird häufig der Vergleich zwischen der Schweizer Nationalspielerin und dem amtierenden Weltmeister in Diensten von Paris Saint-Germain gezogen. "Ich glaube, das habe ich mal in einem Interview gesagt. Seitdem wird es recht oft genannt", erzählt Fölmli lachend im Interview mit FIFA.com. "Ich sehe ihn für mich als Vorbild und Inspiration. Vielleicht bin ich ansatzweise ein wenig ähnlich wie er, oder wie sein Spielstil. Er ist natürlich auf einer ganz anderen Ebene und viel besser. Aber es ist immer gut, wenn es jemanden gibt, zu dem man aufblicken und schauen kann, wie er es so macht."

Während ihr großes Vorbild bereits ganz oben auf der Karriereleiter angekommen ist, befindet sich das Jungtalent noch am Anfang, wusste aber bereits zu überzeugen. Mit gerade einmal 17 Jahren debütierte Fölmli in der Nati, schoss bereits im zweiten Länderspiel ihren ersten Treffer und zählt zu den Stürmerstars der Zukunft. Laut UEFA gehört die 18-Jährige zu den zehn Spielerinnen, die kurz vor ihrem Durchbruch stehen.

"Auf der einen Seite ist es eine Ehre zu den #10PLAYERSTOWATCHIN2021 der UEFA zu gehören. Auf der anderen Seite ist da vielleicht auch ein bisschen Druck, weil man jetzt zu diesen Spielerinnen gehört. Ich selber sehe es mehr als Motivation, dass auch andere Leute mein Potential sehen. Das ist etwas, das mich mega motiviert. Nichtsdestotrotz muss man immer wieder seine Leistung bringen. Es ist der Ertrag für den ganzen Aufwand, den man tagtäglich leistet."

Trotz des positiven Feedbacks zu ihren Leistungen und eines erneuten Aufgebots für die beiden wichtigen Playoff-Spiele gegen die Tschechische Republik hadert Fölmli mit sich, ist nur mittelmäßig zufrieden. "Es könnte sicher besser laufen in der Liga. Es ist bis jetzt nicht gerade meine beste Saison", erklärt sie. "Aber solche Tiefs braucht es auch, um sich selbst wieder herauszufordern. An ihnen kann man wachsen."

Ein Wechsel vom FC Luzern zu einem anderen Verein innerhalb der Schweiz kommt für die Stürmerin mit dem angeborenen Torinstinkt derzeit nicht in Frage. Denn neben dem Fussball ist es ihr besonders wichtig, ihre Ausbildung abzuschließen. "Ich habe immer gesagt, dass ich in Luzern bleibe, um die Arbeits- und Trainingswege möglichst kurz zu halten. In der Zukunft werde ich sicher den nächsten Schritt machen und langfristig gesehen ist es mein Traum, in einer der Topligen zu spielen."*

Auf dem Weg dorthin profitiert Fölmli auch von den Erfahrungen, die sie mit der Nationalmannschaft sammelt. So spielt sie an der Seite ihrer großen Vorbilder wie Ramona Bachmann, die in Frankreich aktiv ist, und muss sich an ein anderes Niveau anpassen. "Ich habe auch schon in der U-Mannschaft spielen dürfen, aber die Nati ist natürlich noch einmal etwas ganz anderes. Man hat im Training ein höheres Tempo und kann enorme Fortschritte machen", so Fölmli. "Es ist immer spannend zu sehen, wieviel höher das Tempo ist als in der eigenen Liga. Es dauert immer ein, zwei Tage bis ich mich daran gewöhnt habe."

Man darf nie den Spaß am Fussball verlieren. Natürlich gibt bessere und schlechtere Zeiten. Ein wichtiger Tipp von mir ist: Schul- oder Berufsausbildung fertig zu machen. Damit man auch etwas hat, auf das man zurückgreifen kann, wenn das Worst-Case-Szenario eintreffen sollte.

Jetzt geht es darum mit der Nati den nächsten Schritt zu machen und sich einen Startplatz für die im kommenden Sommer stattfindende UEFA Women’s EURO zu sichern. Dafür muss in den beiden Playoffs ein Gesamtsieg her. Kein leichtes Unterfangen.

"Sicher ein starker Gegner, gegen den es nicht einfach zu spielen sein wird. Ganz im Gegenteil. Sie sind ein super Team, das haben sie auch während der ganzen Qualifikation gezeigt. Sie wären auch sonst nicht in den Playoffs. Ich denke trotzdem, dass wir eine gute Chance haben beide Spiele insgesamt zu gewinnen. Darauf können wir aufbauen: auf unsere individuellen Stärken, aber auch auf das Kollektiv." Sollte diese Kombination am Ende zum Erfolg führen, dann wäre das "mega" für Fölmli.

"Vor allem nach der verpassten WM in Frankreich. Für mich als Spielerin wäre es eine riesige Ehre selbst bei der EM spielen zu können. Es gibt nichts Besseres, als mit der Nationalmannschaft an so einer Endrunde teilnehmen zu dürfen."

  • *Anm. d. Red.: Nach dem Interview wurde bekannt, dass Fölmli zur Saison 2021/22 vom FC Luzern zum Bundesligisten SC Freiburg wechseln wird.

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