Frauenfussball

Felicite Rwemarika zu Gast bei der FIFA

Felicite Rwemarika and FIFA Secretary General Fatma Samoura
© FIFA.com

Felicite Rwemarika gehört zu den Führungsfiguren des Fussballs in Ruanda. Nur einen Tag nachdem sie eine prestigeträchtige Auszeichnung des Internationalen Olympischen Komitees entgegengenommen hatte, besuchte sie am 8. November das Home of FIFA in Zürich. Felicite Rwemarika hat entscheidend dazu beigetragen, in dem ostafrikanischen Land ein Umfeld zu schaffen, in dem auch junge Frauen Fussball spielen können. Stolz zeigte sie bei dem Gespräch die Auszeichnung, die sie am Vortag im Rahmen der IOC 2016 Women and Sport Awards entgegengenommen hatte.

"Es ist für die FIFA eine Ehre, diese starke Führungsfigur hier im Home of FIFA zu Gast zu haben und ihre Auszeichnung zu sehen. Sie beweist, dass man mit einem besonders starken Engagement für den Fussball tatsächlich Veränderungen für die Menschen bewirken kann", sagte Samoura nach dem Treffen. "Sie war sehr enthusiastisch und hat deutlich gezeigt, wie sehr sie sich über den Einfluss freut, den sie in ihrem Land hat. Sie trägt dazu bei, den Anteil von Frauen in Führungspositionen im Fussball zu erhöhen und denkt darüber nach, wie sie diesen Weg fortsetzen kann. Das Gespräch mit ihr war eine sehr gute Erfahrung. Wir haben auch darüber gesprochen, wie die FIFA ihr bei ihrer Aufbauarbeit helfen kann."

Für Rwemarika steht fest, dass ihre Teilnahme am diesjährigen FIFA-Programm zur Förderung von weiblichen Führungskräften (Female Leadership Development Programme – FLDP), die IOC-Auszeichnung sowie das Treffen mit Samoura ihr weitere Fortschritte ermöglichen. "Ich hätte niemals geglaubt, einmal mit solch hohen Persönlichkeiten zusammenzutreffen", sagte sie. "Dass sich Menschen in solchen Positionen die Zeit nehmen, über Frauenfussball zu sprechen, bringt den Frauenfussball voran und bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass unsere Arbeit wertvoll ist."

Das Programm zur Förderung von weiblichen Führungskräften wurde von der FIFA ins Leben gerufen, um die Anzahl weiblicher Führungskräfte und Vorbilder im Fussball zu erhöhen. 33 Teilnehmerinnen und Mentoren aus aller Welt waren beteiligt. Rwemarika ist ein perfektes Beispiel für die Wirksamkeit des Programms. "Die große Leidenschaft für den Fussball hatten wir ja schon, doch erst dieses Programm hat uns gezeigt, dass wir professionell vorgehen müssen, um Führungsfiguren zu werden. Wir haben Strategien erlernt, um andere Menschen zu erreichen und sie zu überzeugen, den Frauenfussball zu unterstützen, und um durch Kommunikation dafür zu sorgen, dass mehr Menschen die Frauen anfeuern und den Frauenfussball unterstützen.

"Wenn die Leute sehen, dass du ein solches Programm absolviert hast, dann begegnen sie dir mit mehr Respekt und hören sich deine Pläne an. Das gab es vorher nicht."

Anerkennung für harte Arbeit
Bis vor kurzem war Fussball in Ruanda als Sportart für Mädchen und Frauen nicht akzeptiert. Rwemarika war indes klar, dass der Fussball nach den blutigen Konflikten Mitte der 1990er Jahre einen positiven Einfluss auf die Menschen im Land haben würde. "Ich stellte fest, dass Frauen in Ruanda das Fussballspielen verboten war. Fussball galt als Männersport. Aber ich fand, dass auch wir ein Anrecht darauf haben. Es war kurz nach dem Völkermord, von dem Frauen mit am stärksten betroffen waren. Daher wollte ich etwas, das die Frauen einen würde, einen neuen Schwerpunkt. Ich wollte eine Veränderung der Mentalität, um neue Möglichkeiten zu eröffnen."

Es geht zwar nur langsam voran, doch trotzdem kann Rwemarika unübersehbare Fortschritte beobachten. Dies zeigt sich nicht zuletzt bei dem Programm Live Your Goals, das 2015 in Ruanda gestartet wurde und sich in diesem Jahr enorm weiter entwickelt hat. Sie bezeichnet die IOC-Auszeichnung als Anerkennung ihrer Arbeit, die sie ermutigt, weiterzumachen. "Diese Auszeichnung bedeutet eine großartige Chance und stellt einen Höhepunkt meines Lebens dar. Damit werden Frauen gewürdigt, die ihre Zeit dafür opfern, Frauen im Sport voranzubringen, und junge Mädchen, die Fussball spielen, obgleich ihnen gesagt wurde, es wäre ein Männersport.

Wir haben es mit sehr vielen Einschränkungen zu tun. Manchmal denkt man, dass man all das vielleicht nicht machen sollte, doch die Anerkennung hilft mir und zeigt mir, dass dies nicht das Ende, sondern erst der Anfang ist. Daher können wir nun noch entschlossener arbeiten."

Wenn sich Rwemarika einen kurzen Blick in die Zukunft gestattet, sieht sie ihrer Rolle darin, ein Vermächtnis für ihr Land zu hinterlassen. "Es ist mir wichtig, viele andere Frauen in Führungspositionen zu sehen. Ohne diese Voraussetzung kann es nicht schnell vorangehen. Zehn Stimmen sind lauter als eine. Wenn wir mehr werden, können wir es schaffen, die Mentalität weiter zu verändern."

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