Frauenfussball

Fattori: "Man könnte uns als Pioniere bezeichnen"

Sauro Fattori - Coach Fiorentina Women's FC (Picture: Courtesy of Fiorentina Women's FC)
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  • Teil der gesamten Fiorentina-Familie
  • 2015 gegründet – 2017 bereits auf Meisterschaftskurs
  • "Eine Frauenmannschaft zu haben, ist etwas, auf das man stolz sein kann"

Mit zwei Jahren erweitern Kinder stetig ihren Wortschatz, rennen wie der Blitz und erklimmen problemlos Treppen und Hindernisse. Erst 2015 wurde Fiorentina WFC "geboren" und steht nun kurz davor erstmals den nationalen Thron zu erklimmen. Bereits mit seiner Gründung schrieb die von Sauro Fattori trainierte Mannschaft mit der Tatsache, als erstes italienisches Frauen-Team einem professionellen Männer-Team (ACF Fiorentina) anzugehören, Geschichte.

"Man könnte uns als Pioniere bezeichnen", so Fattori. "Ich möchte betonen, dass Fiorentina der weiblichen Mannschaft nicht nur geholfen hat: Wir sind wirklich Teil von Fiorentina. Wir sind nicht nur miteinander verbunden, wir sind Teil der Familie und haben dieselben lilafarbenen Jerseys."

Ein Schritt in die richtige Richtung für den 55-Jährigen, der sein Debüt in der Serie A ebenfalls im Dress des ACF Florentina gab. "Es ist wirklich wichtig für den nationalen Frauenfussball, Ich hoffe, dass andere diesem Beispiel folgen werden. Ansonsten wären wir ziemlich einsam. Der Frauenfussball ist in Italien nicht so wichtig, wie andere Sportarten, aber wir erreichen ein Publikum. Eine Frauenmannschaft zu haben, ist etwas, auf das man stolz sein kann. Die anderen Vereine müssen diesen kulturellen Schritt wagen, der ihnen viel zurückgeben kann."

Alia Guagni, die in der Defensive von Fiorentina und der italienischen Nationalmannschaft für Ordnung sorgt, wünscht sich ebenfalls, dass andere Teams diesen Weg einschlagen. Denn obwohl sich die weibliche Seite des Sports in Italien auf dem richtigen Weg befindet, ist noch Luft nach oben. "In Europa liegt Italien einige Schritte zurück. Vor einigen Jahren haben wir den Weg vorgegeben, jetzt jagen wir ihm hinterher", erklärt die 29-Jährige.

"Wir brauchen einen erheblichen Schub von der gesamten Serie A der Männer. Fiorentina hat die Führung übernommen, aber das ist nicht genug. Im Rahmen einer neuen Politik, die das Bildungssystem mit einbezieht (Fiorentina hat in Florenz bereits mit einer Werbekampagne in den Schulen begonnen), kann eine echte Veränderung stattfinden. Jungs und Mädchen sollten in den Sport eintauchen, was in ihrem Wachstum entscheidend ist. Wenn der Frauenfussball im frühen Alter beginnt, dann werden wir in zehn Jahren eine andere Wahrnehmung im Land haben."

*Wenn Träume wahr werden... *Einen Schub, den die Frauenmannschaft des ACF Florentina bereits erfahren hat – wie der Erfolg eindrucksvoll beweist. Gleich im ersten Jahr beendete der Verein die Serie A auf dem dritten Platz. In der aktuellen Spielzeit belegt das Ensemble den Platz an Sonne.

"Wir haben seit dem ersten Tag ein starkes Team aufgebaut. Im vergangenen Jahr hatten wir viele Ziele und wir haben sie nicht alle erreicht, aber wir konnten Erfahrungen sammeln", analysiert Guagni, die davon träumt erstmals in ihrer Karriere die Meisterschaft zu gewinnen und mit Italien eine gute Leistung bei der im Sommer stattfindenden Europameisterschaft zeigen möchte. "Der Schlüssel zum Erfolg ist die Professionalität von Fiorentina und auf der anderen Seite der Wille zum Erfolg jeder einzelnen Spielerin. Wir arbeiten jeden Tag hart auf dem Platz und werden jetzt dafür belohnt."

Dem kann sich ihr Trainer nur anschließen. Für ihn ist die stetige Verbesserung ein wichtiger Faktor. "Im Jahr 2015, Fiorentinas erster Saison, betrat der Verein mit viel Respekt die Bühne, um ihr Gleichgewicht zu verstehen. In diesem Jahr wollen wir ein Ausrufezeichen setzen und unsere Ziele erreichen. Wir sind nur noch wenige Schritte vom Titel entfernt. Diesen wollen wir am Samstag im Franchi [Das Stadio Comunale Artemio Franchi ist das größte Fussballstadion in Florenz. Dort trägt die Herrenmannschaft  ihre Heimspiele aus, Anm. d. R. ] holen. Unser Ziel ist das Double aus Meisterschaft und Pokal. Es wäre eine Belohnung für die erbrachten Opfer und die harte Arbeit des Klubs, des Teams und all derer, die mit und für uns gearbeitet haben.“

Im Spiel gegen Tavagnacco wird nur noch einen Punkt benötigt, um den ersten Meistertitel unter Dach und Fach zu bringen. Die Partie kann per Stream live auf der Facebook-Seite der Fiorentina (Fiorentina Women's FC) verfolgt werden.

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