Frauenfussball

Fahey träumt von einem 'monumentalen' Debüt 

Niamh Fahey, Republic of Ireland
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  • Niamh Fahey steht mit ihrem Team vor zwei wichtigen EURO-Qualifikationsspielen
  • Die Veteranin der Republik Irland hofft auf große Auswirkungen einer erfolgreichen Qualifikation
  • Die Mittelfeldspielerin kämpft mit Liverpool gegen den Abstieg aus der Topliga

"Man kann sich die Tragweite kaum vorstellen. Das wäre ein monumentaler Erfolg. Ein echter Durchbruch für den irischen Frauenfussball."

In der Tat wäre es eine große Sache, wenn die Frauen-Nationalmannschaft der Republik Irland sich erstmals für ein großes internationales Turnier qualifizieren könnte. Die Äußerungen von Niamh Fahey, einer Schlüsselfigur des Teams, haben jedenfalls viel Gewicht.

Die 32-jährige defensive Mittelfeldspielerin vom FC Liverpool hat im englischen Fussball so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Für sie wäre es die Krönung einer ruhmreichen Karriere, wenn sie im grünen Nationaldress ihres Landes bei einem internationalen Turnier auflaufen könnte.

"Oh, das wäre für mich absolut fantastisch. So viele Versuche und so viele Fehlschläge", so lamentierte Fahey im Gespräch mit **FIFA.com**. Derzeit versucht sie mit dem Team zum vierten Mal, die Endrunde einer UEFA EURO der Frauen zu erreichen. "Wir spielen in einer starken Gruppe und haben eine aussichtsreiche Position. Jetzt ballen sich mehrere wichtige Spiele und es wäre ein Traum, wenn wir uns qualifizieren könnten."

Nach drei absolvierten Partien blicken Fahey und Co. auf einen durchaus soliden Auftakt zurück. In Gruppe I liegt Irland hinter Deutschland auf Platz zwei. Fahey, die früher für die Londoner Teams Arsenal und Chelsea spielte, ist klar, dass "wir realistisch auf Platz zwei abzielen", der entweder zur direkten Qualifikation oder zumindest zum Erreichen der Playoffs reicht. Eine Bilanz von sieben Punkten aus drei Spielen ist nicht schlecht, doch eigentlich wäre sogar noch mehr drin gewesen, was die Spielerin durchaus stört.

Megan Connolly of Republic of Ireland celebrates after the game with Niamh Fahey
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"Mit dem Auswärts-Unentschieden in Griechenland sind wir nicht zufrieden", sagte sie, nachdem das Team in der Schlussphase der Partie in Athen noch die Führung aus der Hand gab. "Jedenfalls leidet bei uns jetzt niemand mehr unter der falschen Einschätzung, dass Spiele gegen die Teams, die hinter uns gesetzt waren, leicht wären. Uns allen im Team wurden damit endgültig die Augen geöffnet, das war vielleicht ganz heilsam."

Wenn also die Griechinnen am Donnerstag in Dublin antreten, werden die irischen Spielerinnen absolut konzentriert in ihr Heimspiel gehen. "Wir dürfen uns keinerlei Ausrutscher mehr leisten. Das Tallaght Stadium ist so etwas wie unsere Heimfestung. Bei den letzten Spielen war die Unterstützung für uns fantastisch – eine ganz besondere Atmosphäre."

Die Aussicht auf die Unterstützung durch die Fans auch bei der EM-Endrunde motiviert das Team enorm,  insbesondere weil die UEFA EURO 2021 nur einen Katzensprung entfernt auf der anderen Seite der Irischen See in England stattfindet. "Wir könnten uns wohl kaum etwas besseres für unser erstes Turnier wünschen. Das wäre fantastisch", so Fahey.

"Es ist ja allgemein bekannt, wie toll die irischen Fans ihr Team unterstützen und für wie viel Stimmung sie sorgen! Wann immer ein irisches Team gut spielt, steht das ganze Land massiv dahinter. Wir werden alles tun, um die Erwartungen nicht zu enttäuschen!"

Liverpool's Niamh Fahey and Brighton's Kayleigh Green prepare to challenge for a drop ball
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In der kommenden Woche steht für Irland dann die Reise nach Montenegro auf dem Programm. Und auch danach wird Fahey kaum Zeit finden, einmal durchzuatmen, denn sie macht derzeit eine ganz neue Erfahrung: den Kampf gegen den Abstieg. "Das ist tatsächlich Neuland für mich. In gewisser Weise genieße ich es sogar, derart unter Druck zu stehen", sagte sie. Mit ihrem Klub Liverpool liegt sie derzeit auf dem letzten Platz der englischen Women's Super League WSL. Nun stehen die Partien gegen den Tabellenführer Manchester City und dann gegen den Lokalrivalen Everton auf dem Programm.

"Natürlich wäre es stressfreier und bequemer, nicht mehr die Rote Laterne zu haben und einen Schimmer am Horizont zu sehen. Das ist eine ganz andere Herausforderung, aber ich denke, dass wir sie bestehen werden. Ich mag Herausforderungen und wichtige Spiele – und in der jetzigen Situation ist einfach jedes Spiel sehr wichtig. Ich genieße diese Herausforderung."

Fahey steht also im grünen ebenso wie im roten Trikot vor wichtigen Partien, und sollte dabei alles nach Wunsch laufen, wäre der Lohn für sie fantastisch.

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