Frauenfussball

Ein erster Schritt in eine bessere Zukunft

Die Vize-Weltmeisterinnen wurden mit großem Applaus vom heimischen Publikum empfangen, das sich von der Spielweise der Mannschaft begeistert zeigte. Nach dem Erfolg bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007, bei der sie erst im Finale unterlagen, bekräftigten die brasilianischen Nationalspielerinnen, dass sie weiterhin Unterstützung benötigen. "Brasilien, wir brauchen Deine Unterstützung" stand auf einem kleinen Plakat zu lesen, mit dem sie sich von den Fotografen ablichten ließen.

Und die Bitte von Marta und ihren Mitspielerinnen wurde erhört. So gab der brasilianische Fussballverband (CBF) seine Entscheidung bekannt, einen Frauenwettbewerb einzuführen. Die erstmals ausgetragene Copa do Brasil fand dann vom 30. November bis 8. Dezember 2007 statt. 32 Mannschaften aus den 27 Bundesstaaten nahmen an diesem historischen Turnier teil.

Im Finale am 8. Dezember trafen schließlich Mato Grosso do Sul/Saad und Botucatu im Estádio Mané Garrincha in der Hauptstadt Brasilia aufeinander. Zeitweilig standen bis zu neun Vize-Weltmeisterinnen auf dem Platz und kämpften um die Krone im brasilianischen Frauenfussball. So war die Partie denn auch bis zuletzt sehr ausgeglichen.

Botucatu ging zunächst durch einen sehenswerten Treffer von Rafaela in Führung, bevor Daniela Alves vom Elfmeterpunkt den Ausgleich besorgte. Und letztlich sollte die Partie auch im Elfmeterschießen entschieden werden, in dem Saad mit 5:4 die Oberhand behielt.

"Für uns ist es schon ein großer Erfolg, dass dieser Wettbewerb überhaupt vom Verband CBF ausgetragen wurde. Ich hoffe, dass der Wettbewerb auch 2008 stattfinden wird und dann über einen längeren Zeitraum geht", erklärte Daniela Alves, die sich neben dem Titelgewinn über die Auszeichnung als beste Spielerin des Turniers freuen durfte und zudem mit 14 Treffern erfolgreichste Torjägerin des Turniers war.

Im Spiel um den dritten Platz standen sich São Francisco und Benfica gegenüber, die in der regulären Spielzeit ein 2:2-Unentschieden herausspielten. So musste auch diese Partie im Elfmeterschießen entschieden werden, in dem São Francisco mit 5:4 die Oberhand behielt und sich damit über den dritten Platz freuen durfte.

"Nie zuvor hat es in Brasilien ein derartiges Frauenturnier gegeben", lobte Romeu de Castro, Präsident von MS/Saad. "Ich denke, das könnte eine Art Initialzündung für den brasilianischen Frauenfussball sein, der diesen Impuls benötigte. Zuvor fehlte es an der nötigen Unterstützung und Hilfe. Dieses Turnier bot eine hervorragende Möglichkeit und ich hoffe, es trägt dazu bei, dass 2008 eine brasilianische Frauenliga eingeführt wird", erklärte Cristiane gegenüber FIFA.com während ihres Besuchs bei der FIFA World Player Gala in Zürich, in deren Rahmen sie bei der Wahl zur FIFA Weltfussballerin des Jahres 2007 den dritten Platz belegte.

Die brasilianische Topspielerin, die die Panamerikanischen Spiele gewann, Zweite bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 und Vize-Weltmeisterin 2007 wurde, begeisterte sich derart für dieses Turnier, dass sie aus Deutschland zum brasilianischen Klub San José wechselte, dessen Team jedoch nicht sehr weit kam.

Die amtierende FIFA Weltfussballerin, Marta, zeigte sich ebenfalls erfreut über den erfolgreichen Verlauf des Turniers: "Das zeigt, dass es viele Mädchen in Brasilien gibt, die Fussball spielen wollen. Und gemeinsam werden wir dafür kämpfen, dass uns mehr Raum und Möglichkeiten geboten werden."

"Im August 2008 findet die zweite Auflage der Copa do Brasil im Frauenfussball statt. Die teilnahmewilligen Vereine müssen allerdings nachweisen, dass sie über die erforderliche Klasse verfügen und bereits an den Meisterschaften der Bundesstaaten teilgenommen haben. Insgesamt sind annähernd 5.000 Spielerinnen im brasilianischen Frauenfussball aktiv. Der CBF verhandelt aktuell über Sponsorenverträge", erläuterte Antonio Alvares Miranda gegenüber FIFA.com. Er ist federführend bei der Ausrichtung der Copa do Brasil im Frauenfussball beteiligt.

Die Spielerinnen hoffen darauf, dass diese Versprechen erfüllt werden und das Medieninteresse nach dem Erfolg im Jahr 2007 nicht so schnell wieder abebbt. Cristiane sprach zudem eine neue Sorge an: "Wir freuen uns alle auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, aber ich hoffe, dass diese nicht alle Aufmerksamkeit auf sich zieht und der Frauenfussball dadurch die nötige Unterstützung verliert."

Zweifellos bieten die begeisternden Auftritte der talentierten Brasilianerinnen sowie ihre internationalen Erfolge hinreichend Anlass zu der Annahme, dass dem brasilianischen Frauenfussball eine große Zukunft bevorsteht.

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