football development

Eigene Liga für indische Frauen

© Others
  • Indiens Fussballerinnen profitieren von FIFA-Forward-Programm
  • *FIFA fördert Einführung einer Frauenliga in Indien *
  • Starke Landesliga hat Wachstum in zahlreichen Ländern untermauert

Der Fussball in Indien hat im letzten Jahr mit der Ausrichtung der FIFA U-17-Weltmeisterschaft einen enormen Aufschwung erlebt. Das Turnier hat landesweit großes Interesse geweckt und wahre Zuschauermassen in die Stadien gelockt. Nach diesem Meilenstein wendet sich die Aufmerksamkeit nun der Förderung des Frauenfussballs in diesem ausgedehnten, vielgestaltigen Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern zu.

Die FIFA lässt über ihr Forward-Programm Gelder zurück in den Sport fließen, indem sie gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden maßgeschneiderte Entwicklungsansätze erarbeitet. Insgesamt 700.000 USD gingen in die Förderung einer Frauenliga in Indien. 

Indiens Einfluss auf internationaler Ebene war bislang begrenzt. Zwar gibt es seit den 1970er Jahren eine Nationalmannschaft, doch 2011 hat das Land beispielsweise noch nicht einmal ein Team für die Qualifikation zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ ins Rennen geschickt. Im Laufe der Jahre gab es nur sporadisch Erfolge zu verzeichnen, die sich in erster Linie auf die Meisterschaft des südasiatischen Fussballverbands beschränkten, bei der man sich gegen regionale Rivalen durchsetzen konnte.

Die Erfahrungen in anderen Ländern auf dem gesamten Erdball haben gezeigt, dass eine erfolgreiche und dynamische Landesliga entscheidend für das Wachstum des Frauenfussballs ist. Vor diesem Hintergrund haben der Weltfussballverband und der indische Fussballverband (AIFF) ihren Fokus auf die Entwicklung eines nachhaltigen, starken Vereinswettbewerbs gelegt. Damit wird nicht nur die Nationalmannschaft gestärkt, sondern auch eine entscheidende Verbindung zur Basis hergestellt.

Das Ergebnis dieser Bemühungen ist die Indian Women’s League (IWL).

"Einige der ältesten Fussballklubs der Welt stammen aus Indien", sagt Sanjeevan Balasingam, Regionaldirektor für Asien und Ozeanien der FIFA-Mitgliedsverbände. "Allerdings gibt es im indischen Frauenfussball noch keine etablierte Vereinskultur. Die IWL wird zum Aufbau einer solchen Kultur beitragen, und es wurden bereits Fortschritte erzielt."

"Indien rangiert in der FIFA-Weltrangliste der Frauen derzeit auf dem 57. Platz, und durch die IWL wird sich unser Talentepool vergrößern. Das wird dem indischen Fussball und der Nationalmannschaft zugutekommen. Darüber hinaus dient die IWL der Stärkung der Frauen in Indien."

Der erste Schritt erfolgte letztes Jahr mit der ersten Auflage der IWL.

Oinam Bembem Devi, Rekordnationalspielerin des Landes, setzt sich bereits seit langem für die Förderung des Frauenfussballs ein. Für Devi ist die Schaffung der Liga absolut erforderlich, um die nächste Stufe zu erklimmen.

"Der Frauenfussball in Indien brauchte einen Impuls, um sich entwickeln zu können. Die Indian Women’s League gibt auf jeden Fall allen Mädchen im Land enormen Auftrieb, die je vom Fussballspielen geträumt haben," so Devi.

"Durch die Liga wird die Basis der Spielerinnenpyramide erweitert. Wenn mehr Frauen Fussball spielen, profitiert unweigerlich auch die Nationalmannschaft davon, da der Trainer mehr Auswahlmöglichkeiten hat."

"Wenn wir mehr Spielerinnen in der Pipeline haben, wird die Konkurrenz um die Plätze im Nationalteam größer. Stärkerer Wettbewerb fördert wiederum die Entwicklung der Spielerinnen."

Die erste Saison endete für Devi ergreifend. Im letzten Spiel ihrer zwei Jahrzehnte andauernden erfolgreichen Karriere sicherte sie sich mit Eastern Sporting Union den Titel.

Die Liga beginnt mit regionalen Vorrunden, die schließlich in eine zentralisierte Endrunde münden. Diese startet am Sonntag. Die ersten Anzeichen sind positiv. Die Endrunde der letzten Saison konnte mit einer Rekordkulisse von 10.000 Zuschauern und allgemein regem Zuschauerinteresse aufwarten (alle Spiele wurden per Livestream übertragen). Insgesamt wurden auf diese Weise 8,8 Millionen Zuschauer erreicht.

Der Wettbewerb soll auch eine Motivation für die Verbände der Bundesstaaten sein, das Nationalteam durch den Ausbau des Scouting-Systems für Fussballerinnen indirekt zu unterstützen. Rein zahlenmäßig scheint die Rechnung auf jeden Fall aufzugehen. Die Anzahl der teilnehmenden Bundesstaaten und Klubs ist dieses Jahr nämlich bereits erheblich gestiegen. 

"Dies ist der Startschuss für den Frauenfussball im Land", fügt AIFF-Präsident Praful Patel hinzu. "Die IWL wird immer weiter wachsen. Die Liga gibt unseren Spielerinnen die Chance, eine Fussballkarriere einzuschlagen."

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel