Frauenfussball

Die Lyonerinnen erobern die Leinwand

Ada Hegerberg from Olympique Lyonnais
© imago images
  • Heute kommt der Dokumentarfilm Les Joueuses #paslàpourdanser in die französischen Kinos
  • Der Film zeigt drei Monate mit der Frauenmannschaft von Olympique Lyon
  • Ziel ist die Förderung der Gleichberechtigung im Sport

Heute kommt der Film Les Joueuses #paslàpourdanser (etwa: Die Spielerinnen #nichtzumtanzenhier) in Frankreich in die Kinos. Dieser Dokumentarfilm beschäftigt sich mit einem Thema, das derzeit nur eine Richtung kennt: dem Frauenfussball. Und wer wäre wohl ein besserer Botschafter für den Frauenfussball als der französische Spitzenklub, der bereits 14 Mal die Meisterschaft und sieben Mal die UEFA Champions League der Frauen gewonnen hat?

Drei Monate lang folgte die Regisseurin Stéphanie Gillard mit der Kamera dem Frauenteam von Olympique Lyon auf Schritt und Tritt, dokumentiert die Erfolge auf dem Rasen und liefert Einblicke in einen Sport, der weit weniger mediale Aufmerksamkeit erhält als der Männerfussball. 87 Minuten läuft der Film, in denen die Zuschauer die Spielerinnen im Training und in den Umkleiden erleben, aber auch in Momenten der Entspannung. So lernt man die Menschen hinter den Gesichtern kennen und erkennt, wie viel Arbeit hinter all den Erfolgen steckt.

Die Entstehung

Die Produzentin Julie Gayet kam mit der Regisseurin Stéphanie Gillard in Kontakt, deren erster Film eine Dokumentation über eine Gedenkfahrt von Angehörigen der Sioux durch Dakota war. Für dieses völlig andere Thema musste die Regisseurin sich zunächst das Vertrauen der Spielerinnen verdienen. Der französischen Tageszeitung Ouest France erzählte sie, dass sie sich "drei Wochen Zeit nahm, um die Spielerinnen zunächst ohne Kamera kennen zu lernen. Nach dieser Zeit bin ich dann mit der Kamera gekommen, zunächst allein und dann erst mit dem ganzen Aufnahmeteam. Diese Zeit brauchte ich, um zu verstehen, wie es im Team zugeht und wie alles funktioniert." Der entstandene Film wurde beim Filmfestival von Cannes in diesem Jahr mit viel Lob überschüttet, nicht im offiziellen Programm, sondern im prestigeträchtigen Marché du film, einem globalen Marktplatz für Filme und audiovisuelle Projekte.

Die Botschaft

Stéphanie Gillard will mit diesem Film eine Botschaft transportieren, aber auf diskrete Weise. Dazu ließ sie die Spielerinnen einfach sich selbst darstellen, und so gibt es keine Interviews vor der Kamera und kein Voiceover. Die Kamera folgt den Spielerinnen einfach und ist stets mittendrin. Man erfährt, dass die Ungleichheit der Geschlechter zwar abnimmt, aber dennoch durchaus noch für Probleme sorgt. Dem Frauenfussball mangelt es weiterhin an Anerkennung, an Mitteln und an medialer Aufmerksamkeit. In all diesen Bereichen bleibt noch viel zu tun. "Ich denke, dass die Leute sich nicht so intensiv für den Frauenfussball interessieren, weil sie die Spielerinnen nicht besser kennen. Um echte Leidenschaft zu entwickeln, müssen die Leute sich mit ihnen identifizieren", so Stéphanie Gillard.

Stimmen zum Film

"Wann immer Journalisten hinter die Kulissen blicken wollen, fragen wir uns, warum eigentlich? Aber sie ist eine Kino-Regisseurin und ihr Film ist wie unsere Titel – er wird bleiben."

  • Sarah Bouhaddi, Torhüterin von Olympique Lyon (Ouest France)

"Der Film zeigt, was Spitzensportlerinnen Tag für Tag leisten. Man sieht das harte Training, bei Sonnenschein wie bei Regen, all die Trainingseinheiten. Viele Leute denken, dass bei OL alles wie von selbst läuft. Dass wir einfach aufs Feld gehen und gewinnen. Aber so ist es nicht. Hinter den Erfolgen steht sehr viel harte Arbeit."

  • Eugénie Le Sommer, Stürmerin von Olympique Lyon (Ouest France)

"Die Spielerinnen haben sich ihren Platz in der Fussballgeschichte verdient. Nicht nur im Frauenfussball, sondern im Fussball an sich. Sie sind echte Legenden geworden. Sie sollten zu wahren Symbolfiguren werden und ich wünsche mir sehr, dass sie alle bekannt werden."

  • Julie Gayet, Produzentin des Films (France 3)

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