Frauenfussball

Diacre und Chan – weit mehr als Tandempartner

© Others
  • Corinne Diacre und Yuen Ting Chan bilden ein Tandem im FIFA Trainerinnen-Mentorenprogramm
  • "Zwei leidenschaftliche Trainerinnen, die sich einfach gefunden haben"
  • Trainerinnen-Mentorenprogramm der FIFA ist "eine gute Idee"

Die Bleues bereiten sich im nationalen Trainingszentrum in Clairefontaine gerade intensiv auf die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ vor. Dennoch nahm sich Nationaltrainerin Corinne Diacre Zeit, um mit Yuen Ting Chan ihre Tandempartnerin im Trainerinnen-Mentorenprogramm der FIFA zu empfangen.

Die beiden Trainerinnen verbindet eine seltene Besonderheit: Beide Frauen trainierten bereits Männermannschaften. Die aktuelle Cheftrainerin des französischen Frauen-Nationalteams stand von 2014 bis 2017 in der zweiten französischen Liga bei Clermont Foot an der Seitenlinie. Ihrer Tandempartnerin Yuen Ting Chan gelang 2016 sogar Historisches, als sie als erste Frau eine Männermannschaft im Elitefussball (Eastern AA in Hongkong) zur Meisterschaft führte.

"Der Draht zu Ting besteht seit Ende Oktober, als die FIFA uns zusammengebracht hat. Es war ein sehr angenehmes Treffen", sagt Diacre mit einem Lächeln, nachdem sie ihre chinesische Trainerkollegin herzlich begrüßt hatte. Einige Monate zuvor konnte die französische Nationaltrainerin ihrer Kollegin bereits einen Besuch in Hongkong abstatten.

"Hier in Clairefontaine habe ich die tolle Gelegenheit, mich mit Corinne auszutauschen und gleichzeitig bei ihrer Arbeit zu hospitieren. Ich denke, dass ich in dieser Woche bei einem Spitzenteam wie Frankreich sehr viel lernen werde", so die neue Assistenztrainerin des chinesischen U-16-Frauen-Nationalteams. "Wir tauschen uns intensiv aus und ich stelle Corinne viele Fragen dazu, wie sie ihr Team führt. Mir fehlt es noch etwas an Erfahrung, vor allem in Sachen Management. Die Arbeit mit einem Nationalteam unterscheidet sich doch sehr von der Arbeit in einem Verein."

"Interessant ist, dass wir uns gar nicht treffen müssen, um uns auszutauschen", erwidert Diacre. "Wir kommunizieren viel über WhatsApp. Wir schreiben uns kurze Nachrichten, stellen uns ein paar Fragen und stehen auf diese Weise regelmäßig in Kontakt. Wir nehmen uns häufiger mehr Zeit für den Austausch, als es das Mentorenprogramm der FIFA vorsieht. Ich habe das Gefühl, wir unterhalten uns viel öfter und länger als eine Stunde über Taktik und andere Dinge."

Man spürt förmlich, wie sehr die Kooperation die beiden Frauen zusammengeschweißt hat. Damit zeigt sich einmal mehr, wie viel Positives das Mentorenprogramm bewirken kann. Außerdem wird deutlich, wie sehr das Programm dem Bedürfnis nach Austausch bei Trainerinnen und Trainern im Frauenfussball Rechnung trägt.

"Das Programm ist eine gute Idee", sagt Diacre. "Als mir die FIFA die Rolle vorgeschlagen hat, habe ich mich mehr in die Lage eines Mentees anstatt in die eines Mentors hineinversetzt. Mir wurde bewusst, dass ich mich zu Beginn meiner eigenen Trainerlaufbahn über eine solche Möglichkeit sehr gefreut hätte. Es ist eine tolle Sache, wenn man mit Top-Trainern zusammenarbeiten, sich mit ihnen austauschen und von ihrem unglaublich reichen Erfahrungsschatz profitieren kann."

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